C2.1 - Stochastik
1
Bei der Aussaat von Raps können Landwirte aus verschiedenen Sorten mit jeweils spezifischen Eigenschaften wählen.
Zunächst wird der Fall betrachtet, dass ein Landwirt Saatgut einer Sorte
ausgebracht hat, die unter den vorliegenen Bedingungen mit einer Wahrscheinlichkeit von
keimt.
Zunächst wird der Fall betrachtet, dass ein Landwirt Saatgut einer Sorte
1.1
Es werden dem Boden zufällig einige Körner entnommen und untersucht, ob diese gekeimt haben. Erläutere die untenstehende Gleichung sowie die einzelnen Faktoren des Terms auf der rechten Seite der Gleichung in diesem Sachzusammenhang. Gib den zugehörigen Zahlenwert an.
Begründe, warum das zugrunde gelegte mathematische Modell hier angewendet werden kann.
Begründe, warum das zugrunde gelegte mathematische Modell hier angewendet werden kann.
(5 BE)
1.2
Bestimme die Wahrscheinlichkeit folgender Ereignisse:
: Unter
dem Boden zufällig entnommenen Körnern haben höchstens
nicht gekeimt.
: Unter
dem Boden zufällig entnommenen Körnern weicht die Anzahl der gekeimten Körner höchstens um
vom zu erwartenden Wert ab.
(5 BE)
1.3
Der Landwirt vermutet, dass der Anteil der Samenkörner der Sorte
die unter den vorliegenden Bedingungen keimen, niedriger ist als
.
1.3.1
Entwickle einen Hypothesentest auf einem Signifikanzniveau von
, mit dem bei
zufällig dem Boden entnommenen Körnern die Vermutung überprüft werden könnte. Formuliere im Sachzusammenhang eine Entscheidungsregel.
Beschreibe den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang.
Beschreibe den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang.
(8 BE)
1.3.2
Bestimme mithilfe deiner Entscheidungsregel aus Aufgabe 1.3.1 die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den Fall, dass der Anteil der Körner, die gekeimt haben, tatsächlich nur
beträgt.
Beschreibe, wie die Fehlerwahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art reduziert werden könnte, obwohl das Signifikanzniveau weiterhin eingehalten werden soll.
Beschreibe, wie die Fehlerwahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art reduziert werden könnte, obwohl das Signifikanzniveau weiterhin eingehalten werden soll.
(4 BE)
2
Betrachtet wird nun der Fall, dass der Landwirt sich für unterschiedliche Sorten entscheidet. Er sät auf
seiner für Raps vorgesehenen Fläche Samenkörner der Sorte
aus Aufgabe 1. Auf der restlichen für Raps vorhergesehenen Fläche sät er Samenkörner der Sorte
die unter den vorliegenden Bedingungen mit einer Wahrscheinlichkeit von
keimen.
Die verwendeten Mengen an Saatgut sind hierbei proportional zur Größe der genutzten Flächen.
Die verwendeten Mengen an Saatgut sind hierbei proportional zur Größe der genutzten Flächen.
2.1
Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein nach der Aussaat dem Boden zufällig entnommenes Korn, welches gekeimt hat, ein Korn der Sorte
ist.
(4 BE)
2.2
Zeige, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein nach der Aussaat dem Boden zufällig entnommenes Korn nicht gekeimt hat,
beträgt.
(2 BE)
2.3
Eine junge Pflanze, die aus einem Samenkorn durch Keimung entsteht, wird als Sämling bezeichnet. In manchen Jahren werden diese von Schnecken angefressen. Der Landwirt stellt fest, dass insgesamt
aller Rapssämlinge angefressen wurden und insbesondere, dass
der Rapssämlinge der Sorte
angefressen wurden.
Erläutere im Sachzusammenhang, was im Folgenden berechnet wird:
Erläutere im Sachzusammenhang, was im Folgenden berechnet wird:
(4 BE)
3
Bei der Aussaat von Raps gibt es die Varianten Drillsaat und Einzelkornsaat. Bei letzterer erhofft man sich neben einer Reduzierung der benötigten Menge an Saatgut durch eine gleichmäßige Verteilung des Saatguts auf das Feld besonders gute Erträge. Die Körner werden einzeln durch eine Maschine in Reihen auf dem Feld abgelegt. Im Untersuchungsbericht eines Modellversuchs wird festgestellt, dass die Zufallsgröße
: „Abstand zwischen zwei benachbarten Körnern innerhalb einer Reihe“ normalverteilt ist. Ferner habe man ermittelt, dass der Mittelwert
und die Standardabweichung
beträgt.
Bestimme jeweils, mit welcher Wahrscheinlichkeit für einen zufällig ausgewählten und gemessenen Abstand zweier benachbarter Körner gemäß dieses Untersuchungsberichts Folgendes gilt:
Der Abstand weicht um maximal
vom Mittelwert ab.
Der Abstand weicht um mindestens
vom Mittelwert ab.
Bestimme jeweils, mit welcher Wahrscheinlichkeit für einen zufällig ausgewählten und gemessenen Abstand zweier benachbarter Körner gemäß dieses Untersuchungsberichts Folgendes gilt:
(5 BE)
4
Abstand (in cm) im Intervall | Absolute Häufigkeit |
---|---|
Material 1: Häufigkeitsverteilung von Kornabständen bei Drillsaat
Bei einer genaueren Untersuchung der Resultate einer Drillsaatmaschine, welche die Körner ungenauer und im Mittel näher beieinander ablegt, hat man die im Material dargestellten Beobachtungen zu den Abständen benachbarter Körner gemacht. Es wird die Zufallsvariable
„Abstand zwischen zwei benachbarten Körnern innerhalb einer Reihe“ betrachtet.
4.1
Stelle die Daten aus dem Material unter Verwendung der zugehörigen relativen Häufigkeiten in Form eines Säulendiagramms dar.
(4 BE)
4.2
Erläutere anhand der Daten, warum zur Beschreibung der Verteilung des Kornabstands
eine Exponentialfunktion
der Form
für
als Dichtefunktion geeignet ist.
(2 BE)
4.3
Es gilt 

und somit
Begründe, dass hieraus
folgt und bestätige mithilfe der relativen Häufigkeit für das Intervall
dass
gilt.
Begründe, dass hieraus
(4 BE)
4.4
Die Verteilung des Kornabstands
wird nun für
durch die Dichtefunktion
mit
modelliert. Es gilt beispielsweise
Erläutere die Bedeutung dieses Ergebnisses im Sachzusammenhang und prüfe, ob dieser Wert in guter Näherung mit der Häufigkeitsverteilung im Material übereinstimmt.
(3 BE)
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1.1
Gleichung erläutern
Mit der Gleichung wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass von
Körnern genau
keimen.
Anzahl Möglichkeiten, dass von
Körnern genau
keimen
Wahrscheinlichkeit, dass
Körner mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils
keimen
Wahrscheinlichkeit, dass
Körner mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils
nicht keimen
Wert der Gleichung angeben
Modell begründen
Das Modell der Binomialverteilung kann in diesem Fall verwendet werden, da es genau zwei mögliche Ereignisse gibt (keimen oder nicht keimen) und sich die Wahrscheinlichkeit für das Eintreffen dieser Ereignisse nicht verändert.
1.2
Die Zufallsgröße
beschreibt die Anzahl der aufkeimenden Körner.
ist
-verteilt.
Der Erwartungswert
beträgt
1.3.1
Hypothesentest
Es soll ein linksseitiger Hypothesentest durchgeführt werden:

Sei
die Anzahl der aufkeimenden Körner.
ist
-verteilt.
Der Ablehnungsbereich wird durch
definiert.
Gesucht ist die größte natürliche Zahl
, sodass Folgendes gilt:
Durch systematisches Ausprobieren mit dem Taschenrechner folgt:
Damit gilt für den Ablehnungsbereich:
.
Entscheidungsregel
Wenn maximal
Körner aufkeimen, wird die Nullhypothese abgelehnt. Wenn mindestens
Körner aufkeimen, wird die Nullhypothese nicht abgelehnt.
Fehler
Art im Sachzusammenhang beschreiben
Der Fehler
. Art bedeutet, dass die Nullhypothese fälschlicherweise nicht abgelehnt wird, obwohl die Alternativhypothese korrekt ist.
Im Sachzusammenhang bedeutet der Fehler 2. Art folglich:
Es wird fälschlicherweise angenommen, dass die Körner mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als
aufkeimen, da dies nach der Entscheidungsregel von dem Versuchsergebnis gilt. In Wirklichkeit keimen jedoch weniger als
auf.
Wenn maximal
1.3.2
Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art
Aus der Entscheidungsregel ergibt sich folgender Annahmebereich für
. Zu ermitteln ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl
der aufgekeimten Körner im Annahmebereich
liegt, obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Körner aufkeimen, nur
beträgt. Dabei gilt
und
.
Fehlerwahrscheinlichkeit reduzieren
Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler
. Art lässt sich reduzieren, indem die Anzahl der überprüften Körner erhöht wird.
2.1
2.2
Für jede Sorte von Samenkorn wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass ein Korn nicht aufkeimt:
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig entnommenes Korn nicht keimt ist somit gegeben durch
2.3
1. Schritt: Zähler interpretieren
Im Zähler wird mit
die Wahrscheinlichkeit beschrieben, dass ein zufällig dem Boden entnommenes Korn von der Sorte
ist, welches aufgekeimt ist und durch Schnecken angefressen wurde.
2. Schritt: Nenner interpretieren
Es gilt
Dies entspricht der Gegenwahrscheinlichkeit zum Ergebnis aus Aufgabe 2.2, also der Gegenwahrscheinlichkeit dazu, dass ein dem Boden zufällig entnommenes Korn gekeimt hat.
Damit wird im Nenner mit
die Wahrscheinlichkeit beschrieben, dass ein zufällig dem Boden entnommenes Korn aufgekeimt ist und durch Schnecken angefressen wurde.
3. Schritt: Gesamtinterpretation
Insgesamt wird berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein dem Boden zufällig entnommener aufgekeimter und angefressener Sämling von der Sorte
ist.
3
Aus der Aufgabenstellung gehen
und
hervor.
Da die Normalverteilung symmetrisch um den Mittelwert
ist, gilt:
Ereignis A
Ereignis B
Die Wahrscheinlichkeit für Ereignis
beträgt somit
und für Ereignis
4.1
Um die relative Häufigkeit zu berechnen, muss die absolute Häufigkeit durch die Anzahl
aller Häufigkeiten geteilt werden. Es gilt
Säulendiagramm der Häufigkeitsverteilung
Abstand (in cm) im Intervall | Relative Häufigkeit in % |
---|---|

4.2
Anhand des Säulendiagramms lässt sich erkennen, dass die Beschreibung des Kornabstands
einem Ausschnitt einer an der
-Achse gespiegelten Exponentialfunktion entspricht.
Mit Zunahme der Abstände nimmt die relative Häufigkeit monoton ab und nimmt ab einem Abstand von
den Wert null an.
Eine allgemeine Funktion dafür wird gerade durch
mit
beschrieben.
4.3
Folgerung begründen
Da es sich um eine Dichtefunktion handelt, muss die gesamte Fläche unterhalb dieser Funktion der Gesamtwahrscheinlichkeit
also
entsprechen. Damit muss Folgendes gelten:
Aussage bestätigen
Für das Integral im Intervall
gilt mit
Damit gilt
.
4.4
Im Sachzusammenhang beschreibt das Ergebnis die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig gemessener Abstand zweier Körner maximal
beträgt.
Durch Berechnen dieser Wahrscheinlichkeit anhand der Häufigkeitsverteilung im Material folgt:

Damit ist der durch die Funktion
berechnete Wert eine gute Näherung an den exakten Wert aus dem Material.