C2.1 - Stochastik
1
In einem Restaurant können die Gäste beim Bestellen eines Salattellers zwischen einem Essig-Öl-Dressing und einem Joghurtdressing wählen.
An einem bestimmten Tag werden
der Salatteller von Kindern bestellt, wobei
dieser Kinder das Joghurtdressing wählen. Von den übrigen Gästen (Erwachsene), die einen Salatteller bestellen, wählen
das Joghurtdressing.
Betrachtet werden folgende Ereignisse:
Der Salatteller wird von einem Kind bestellt.
Für den bestellten Salatteller wird das Joghurtdressing gewählt.
1.1
Zeige rechnerisch mit Angabe eines vollständig beschrifteten Baumdiagramms, dass insgesamt für
der bestellten Salatteller das Joghurtdressing gewählt wird.
(4 BE)
1.2
Berechne den Anteil der Kinder unter den Gästen, die für den bestellten Salatteller das Joghurtdressing wählen.
(2 BE)
1.3
Gib die Wahrscheinlichkeiten
und
an.
Erläutere im Sachzusammenhang, dass man aus
auch
folgern kann.
(3 BE)
2
2.1
Bestimme die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ereignisse:
Von 40 zufällig ausgewählten Personen kennen genau 10 das Produkt.
Von 100 zufällig ausgewählten Personen kennen mindestens 29, aber höchstens 37 das Produkt.
(5 BE)
2.2
Nach einer Werbeaktion im Radio besteht die Vermutung, dass der Bekanntheitsgrad des Produkts auf über
gestiegen ist. Hierzu sollen 200 zufällig ausgewählte Personen befragt werden.
2.2.1
Entwickle einen Hypothesentest auf einem Signifikanzniveau von
und formuliere eine Entscheidungsregel im Sachzusammenhang.
(6 BE)
2.2.2
Bestimme die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art für den Fall, dass der Bekanntheitsgrad des Produkts tatsächlich auf
gestiegen ist.
(3 BE)
2.2.3
In Abbildung 1 und 2 sind für den betrachteten Hypothesentest die Wahrscheinlichkeiten für das Annehmen und für das Verwerfen der Hypothese
in Abhängigkeit von der wahren Wahrscheinlichkeit
dargestellt. Beide Graphen werden an der Stelle
jeweils in zwei Abschnitte geteilt.
Für alle Werte von
die in den Abschnitten
und
liegen, ist die Hypothese
wahr, wohingegen für alle Werte von
die in den Abschnitten
und
liegen, die Hypothese
wahr ist.
Gib zu den Wahrscheinlichkeiten
jeweils den Buchstaben des zugehörigen Abschnitts an.
Die Wahrscheinlichkeit
den Fehler 1. Art zu begehen
Die Wahrscheinlichkeit
den Fehler 1. Art nicht zu begehen
Die Wahrscheinlichkeit
den Fehler 2. Art zu begehen
Die Wahrscheinlichkeit
den Fehler 2. Art nicht zu begehen

Abbildung 1

Abbildung 2
(2 BE)
3
Ein Unternehmen stellt Olivenöl her und füllt es in Flaschen ab. Laut Aufdruck beträgt die Füllmenge jeder Flasche
3.1
Die Flaschen werden in Kartons verpackt; jeder Karton enthält zwölf Flaschen. Ein Karton gilt als fehlerhaft, wenn mehr als eine Flasche weniger als
Öl enthält.
Für jede Flasche beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie weniger als
Öl enthält,
.
3.1.1
Die Rechnung
stellt im Sachzusammenhang die Lösung einer Aufgabe dar.
Formuliere eine passende Aufgabenstellung und erläutere den Ansatz der Rechnung.
(3 BE)
3.1.2
An einen Supermarkt wird regelmäßig die gleiche Anzahl von Flaschen geliefert. Dabei enthalten im Mittel mehr als 780 Flaschen mindestens
Öl.
Ermittle, wie viele Flaschen mindestens geliefert werden.
(3 BE)
3.1.3
Ein Supermarkt erhält eine Lieferung von 150 Kartons.
Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mehr als
der Kartons fehlerhaft sind.
(4 BE)
3.2
Die Füllmenge der Flaschen soll als normalverteilt mit einem Erwartungswert von
und einer Standardabweichung von
angenommen werden.
3.2.1
Eine Flasche wird zufällig ausgewählt.
Ermittle für die folgenden Ereignisse jeweils die Wahrscheinlichkeit:
Die Flasche enthält mehr als
Öl.
Die Füllmenge der Flasche weicht höchstens um
vom Erwartungswert ab.
(3 BE)
3.2.2
Die Füllmenge einer Flasche ist nie negativ. Die Dichtefunktion der Normalverteilung, die zur Beschreibung der Füllmenge der Flaschen verwendet wird, ist jedoch auch für negative reelle Zahlen definiert und nimmt dabei ausschließlich positive Werte an.
Begründe, dass die Verwendung der Normalverteilung dennoch sinnvoll ist.
(2 BE)
3.2.3
Das Unternehmen möchte die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Flasche weniger als
Öl enthält, verringern. Für die nötige Änderung der Maschine, die die Flaschen befüllt, gibt es zwei Vorschläge:
Vorschlag 1: Die eingestellte Füllmenge von
wird erhöht.
Vorschlag 2: Die Genauigkeit, mit der die eingestellte Füllmenge von
erreicht wird, wird erhöht.
Die Abbildungen 3 und 4 zeigen jeweils den Graphen der Dichtefunktion, die vor der Änderung der Maschine die Füllmenge der Flaschen beschreibt.
Skizziere in der Abbildung 3 den Graphen einer Dichtefunktion, die sich aus dem Vorschlag 1 ergeben könnte, und in der Abbildung 4 den Graphen einer Dichtefunktion, die zum Vorschlag 2 passt.
Begründe für jeden Vorschlag mithilfe des skizzierten Graphen, dass damit das Ziel des Unternehmens erreicht wird.

Abbildung 3

Abbildung 4
(6 BE)
3.3
Jede Flasche wird mit einem Anhänger versehen. Die Anhänger gibt es mit
verschiedenen Motiven. Für jede Flasche wird eines dieser Motive zufällig ausgewählt.
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass bei
zufällig ausgewählten Flaschen alle Motive verschieden sind, ist kleiner als
Ermittle den kleinsten möglichen Wert von
(4 BE)
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1.1
Baumdiagramm angeben
Aussage nachweisen

1.2
1.3
Wahrscheinlichkeiten angeben
Folgerungen erläutern
Die Ungleichung
bedeutet, dass der Anteil der Kinder, die das Joghurtdressing wählen, ungleich dem Anteil der Erwachsenen ist, die das Joghurtdressing wählen.
Würden sowohl Kinder als auch Erwachsene jeweils zum gleichen Anteil das Joghurtdressing wählen, so würde gelten:
Wenn die Erwachsenen jedoch zu einem höheren bzw. geringeren Anteil als die Kinder das Joghurtdressing wählen, so wird auch
größer bzw. kleiner als
2.1
Ereignis 1
beschreibt die Anzahl der Personen, die das Olivenölprodukt kennen und wird mit
und
als binomialverteilt betrachtet.
Ereignis 2
beschreibt die Anzahl der Personen, die das Olivenölprodukt kennen und wird mit
und
als binomialverteilt betrachtet.
2.2.1
1. Schritt: Nullhypothese definieren
Betrachtet wird die Zufallsvariable
die die Anzahl der befragten Personen beschreibt, die das Produkt kennen.
kann als binomialverteilt mit
und
angenommen werden.
Es wird folgende Nullhypothese betrachtet:
Der Anteil der Personen, die das Olivenölprodukt kennen, beträgt höchstens
2. Schritt: Ablehnungsbereich bestimmen
Es ist das kleinste
gesucht, sodass folgendes gilt:
Systematisches Ausprobieren mit dem CAS liefert:
Somit folgt der Ablehnungsbereich mit
3. Schritt: Entscheidungsregel formulieren
Geben mindestens 82 der 200 befragten Besucher an, das Produkt zu kennen, so wird die Nullhypothese abgelehnt und angenommen, dass mehr als
der Personen das Olivenölprodukt kennen.
2.2.2
2.2.3
3.1.1
Aufgabenstellung formulieren
„Es wird ein Karton zufällig ausgewählt. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass jede Flasche aus dem Karton mindestens
Öl enthält."
Ansatz erläutern
Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Flasche mindestens
enthält:
Wahrscheinlichkeit dafür, dass alle 12 Flaschen aus einem Karton mindestens
enthalten:
3.1.2
Das Mittel von mehr als 780 Flaschen entspricht dem Erwartungswert. Hierbei beschreibt
die Anzahl der gelieferten Flaschen.
Es soll gelten:
Da die Anzahl der Flaschen eine natürliche Zahl sein muss, gilt
Es werden also mindestens 792 Flaschen geliefert.
3.1.3
3.2.1
3.2.2
Die verwendete Normalverteilung liefert für die negativen Füllmengen so geringe Wahrscheinlichkeiten, dass diese vernachlässigt werden können.
3.2.3
Graphen skizzieren
Mögliche Graphen für die beiden Vorschläge sind beispielsweise:
Vorschläge begründen
Der Inhalt der Fläche, die für
zwischen dem Graphen der Dichtefunktion und der
-Achse eingeschlossen wird, entspricht der Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Flasche weniger als
Öl enthält.
Beim ersten Vorschlag wird der Graph der Dichtefunktion auf der
-Achse weiter entlang der positiven
-Achse verschoben, sodass die darunterliegende Fläche für
minimiert wird.
Durch das Strecken des Graphen der Dichtefunktion in
-Richtung wird ebenso durch Vorschlag 2 die Fläche für
unter dem Graphen reduziert.
Somit erfüllen beide Vorschläge das Ziel, die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Flasche weniger als
Öl enthält, zu verringern.

Abbildung 1

Abbildung 2
3.3
Das Vorgehen beschreibt das stochastische Modell „Ziehen mit Zurücklegen und mit Beachtung der Reihenfolge".
Für
verschiedene Motive und
zufällig ausgewählte Flaschen gibt es somit genau
mögliche Kombinationen.
Wenn jede Flasche ein unterschiedliches Motiv haben soll, gibt es nach jedem Versehen einer Flasche mit einem Anhänger ein mögliches Motiv weniger für die nächsten Flaschen. Die Anzahl der möglichen Kombinationen entspricht somit
Es folgt also:
Einsetzen verschiedener Werte für
liefert
und
Als kleinstmöglicher Wert von
ergibt sich somit