A1 - Analysis
1
Die Bestimmung von Enzymaktivitäten in Serum, Plasma oder Harn hat in der medizinischen Diagnostik eine wichtige Bedeutung. Beispielsweise ist bei einem Herzinfarktpatienten die Serum-Enzymaktivität bestimmter Enzyme auch Tage nach dem Infarkt noch erhöht, sodass eine Spätdiagnose über die Messung der Enzymaktivität möglich ist.
Der Verlauf einer bestimmten Enzymaktivitätskurve lässt sich durch den Graphen einer Exponentialfunktion der Schar
mit
(
und
) approximieren. Dabei steht
für die Zeit in Tagen seit Beginn einer Erkrankung und
für die Enzymaktivität in Units (Substraktumsatz pro Tag).
1.1
Bestimme die Parameter
,
und
unter Berücksichtigung der folgenden Angaben:
- Die Enzymaktivität beträgt zu Beginn 80 Units.
- Zum Zeitpunkt
ist die Enzymaktivität mit
Units am größten.
(6 BE)
1.2
Beschreibe die Wirkung der drei Parameter
,
und
auf den Verlauf des Graphen von
und zeige rechnerisch, dass der Parameter
keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der maximalen Enzymaktivität hat.
(7 BE)
2
Um einen Herzinfarkt zu diagnostizieren, misst man beispielsweise die Aktivität des Enzyms Creatin-Kinase. Für einen bestimmten Patienten kann die Aktivitätskurve für dieses Enzym für
durch den Graphen der Exponentialfunktion
mit
angenähert werden, wobei
für die Zeit in Tagen nach dem Infarkt steht und
für die Enzymaktivität in Units. Circa 3 Tage nach einem Herzinfarkt befindet sich die Aktivität dieses Enzyms wieder im Normalbereich.
2.1
Zeige rechnerisch, dass gilt:
(6 BE)
2.2
Berechne die Zeitpunkte, zu denen die Aktivitätskurve für das Enzym Creatin-Kinase am stärksten ansteigt bzw. am stärksten fällt, sowie jeweils die zugehörigen Änderungsraten.
Hinweis: Die Überprüfung der notwendigen Bedingung ist ausreichend.
(6 BE)
2.3
Die Ermittlung einer Stammfunktion von
kann durch eine bestimmte Integrationsmethode angedeutet werden:
2.3.1
Gib die Integrationsmethode an und leite durch Vervollständigung der Rechnung eine Stammfunktion
von
her.
(5 BE)
2.3.2
Bestimme das Integral
und deute das Ergebnis im Sachzusammenhang.
(4 BE)
2.4
Die Entscheidung für die Diagnose Herzinfarkt liege bei einer Enzymaktivität des Enzyms Creatin-Kinase von mindestens 192 Units.
Untersuche, in welcher Zeitspanne die Diagnose Herzinfarkt gestellt werden kann.
Untersuche, in welcher Zeitspanne die Diagnose Herzinfarkt gestellt werden kann.
(6 BE)
1
1.1
Aus den Angaben in der Aufgabenstellung können folgende Bedingungen abgeleitet werden:
und
kann mit deinem CAS gelöst werden.
Dafür müssen die Funktionen
und
abgespeichert werden. Mit folgendem Befehl können anschließend die 3 Bedingungen eingegeben werden:
Die gesuchten Parameter sind somit
,
und
Die gesuchte Funktionsgleichung lautet also:
- „Die Enzymaktivität beträgt zu Beginn
Units“
- „Zum Zeitpunkt
ist die Enzymaktivität mit
Units am größten.“
- „Zum Zeitpunkt
ist die Enzymaktivität mit
Units am größten.“
menu
3: Algebra
7
1: Gleichungssystem lösen...
Mit Enter können die Bedingungen gespeichert werden. Es folgt:

1.2
Einfluss von
prüfen
Es gilt, die Extremstellen von
in Abhängigkeit von den drei Parametern zu bestimmen.
1. Schritt: Ableitungen bestimmen
Mit der Produkt- und Kettenregel folgt:
2. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen prüfen
Mit dem Satz vom Nullprodukt folgt wegen
, dass
keinen Einfluss darauf hat, ob die Gleichung Null wird.
Als Bedingung für eine Extremstelle
ergibt sich also:
Der Parameter
hat also keinen Einfluss auf die Extremstellen und somit auch nicht auf den Zeitpunkt der maximalen Enzymaktivität.
Wirkung der Parameter beschreiben
- Parameter
Aus der ersten Bedingung folgt
.
Der Parameterbestimmt also den Schnittpunkt
des Graphen der Funktion
mit der
-Achse, den sogenannten
-Achsenabschnitt. Der Parameter
hat keinen Einfluss auf den Verlauf des Graphen, er verschiebt ihn lediglich nach oben und nach unten.
- Parameter
Der Parameter
hat Auswirkungen auf die Höhe des Graphen der Funktion
. Je größer der Wert
ist, desto größer werden die Funktionswerte von
und desto höher verläuft dementsprechend der Graph.
- Parameter
Im vorherigen Aufgabenteil konnte gezeigt werden, dass der Zeitpunkt der maximalen Enzymaktivität abhängig von
ist. Für eine Extremstelle
gilt:
Diese Bedingung ist nach dem Satz vom Nullprodukt für das Minimum
und für das Maximum
(Maximalstelle) erfüllt. Somit hängt die Maximalstelle der Funktion
vom Parameter
ab. Durch Vergrößern beziehungsweise Verkleinern von
wird der Graph folglich nach links beziehungsweise rechts verschoben. Dabei hat
auch Auswirkungen auf die Höhe des Graphen, streckt beziehungsweise staucht also den Graphen ähnlich wie
in
Richtung.
2
2.1
Mit der Produkt- und Kettenregel können die ersten beiden Ableitungen von
bestimmt werden:
2.2
Die Zeitpunkte des stärksten Anstiegs beziehungsweise der stärksten Abnahme beschreiben die Wendestellen der Funktion
und somit den Extrempunkten der ersten Ableitung
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Wendestellen anwenden
Die Gleichung kann wie folgt mit dem CAS gelöst werden:
Die Extremstellen sind folglich gegeben durch
und
2. Schritt: Änderungsraten bestimmen
Die gesuchten Änderungsraten entsprechen den Steigungen an den Stellen
und
Durch Einsetzen in
folgt also:
3. Schritt: Randwerte überprüfen
Damit befinden sich am Rand keine Wendestellen.
Die Aktivitätskurve steigt zum Zeitpunkt
mit einer Änderungsrate von
und folglich am stärksten. Zum Zeitpunkt
fällt die Aktivitätskurve mit einer Änderungsrate von
am stärksten.
menu
3: Algebra
7
1: Gleichungssystem lösen...
Es ergibt sich somit:

2.3
2.3.1
Integrationsmethode angeben
Die Integralgleichung im Material 2 ist von der Form
mit
und
Bei der Integration in Material 2 handelt es sich folglich um die Methode der partiellen Integration.
Stammfunktion herleiten
1. Schritt: Integral berechnen
2. Schritt: Ergebnis einsetzen
Für
folgt also eine Stammfunktion
von
mit:
2.3.2
Integral bestimmen
Das Integral kann mit deinem CAS berechnet werden.
Nach Abspeichern der Funktion
kann mit folgendem Befehl das Integral bestimmt werden:
folgt:
Es ergibt sich also:
Ergebnis deuten
Nach Aufgabenstellung beschreibt die Funktion
die Enzymaktivität in Units. Dabei steht
für die Tage, die seit dem Infarkt vergangen sind. Das Integral
beschreibt damit die gesamte Menge an Enzymaktivität in Units, die 3 Tage nach dem Infarkt insgesamt ausgeschüttet wurde.
Teilt man dies durch 3, so erhält man die durschnittliche Enzymaktivität der ersten 3 Tage in Units pro Tag.
Also lag die durchschnittliche Enzymaktivität während der ersten drei Tage nach dem Infarkt bei 459,58 Units pro Tag.
menu
4: Analysis
3: Integral
Durch Eingeben der entsprechenden Integralsgrenzen und des Vorfaktors 
2.4
1. Schritt: Intervallgrenzen berechnen
Für die Grenzen des Intervalls, welches die gesuchte Zeitspanne beschreibt, muss
gelten, wobei
.
Nach Abspeichern der Funktion
können mit dem CAS die beiden Schnittpunkte berechnet werden:
Die Intervallgrenzen sind somit gegeben durch
und
2. Schritt: Intervall prüfen
Für die Werte innerhalb des Intervalls muss
gelten, sodass die Diagnose Herzinfarkt gestellt werden kann.
Da die Funktion stetig ist, reicht es, jeweils einen Funktionswert eines Zeitpunkts vor
, also
, zwischen
und
, also
, und nach
, also
zu prüfen.
Es können beispielsweise folgende Werte gewählt werden:
,
und
.
Mit dem CAS ergibt sich nun:
Es gilt also
und
Die Ungleichung ist folglich zwischen den beiden Schnittstellen erfüllt.
Im Intervall
ist die Enzymaktivität folglich größer oder gleich
und es kann die Diagnose Herzinfarkt gestellt werden.


1
1.1
Aus den Angaben in der Aufgabenstellung können folgende Bedingungen abgeleitet werden:
und
kann mit deinem CAS gelöst werden.
Dafür müssen die Funktionen
und
abgespeichert werden. Mit folgendem Befehl können anschließend die 3 Bedingungen eingegeben werden:
Die gesuchten Parameter sind somit
,
und
Die gesuchte Funktionsgleichung lautet also:
- „Die Enzymaktivität beträgt zu Beginn
Units“
- „Zum Zeitpunkt
ist die Enzymaktivität mit
Units am größten.“
- „Zum Zeitpunkt
ist die Enzymaktivität mit
Units am größten.“
Keyboard
Mit EXE können die Bedingungen bestätigt werden. Es folgt:

1.2
Einfluss von
prüfen
Es gilt, die Extremstellen von
in Abhängigkeit von den drei Parametern zu bestimmen.
1. Schritt: Ableitungen bestimmen
Mit der Produkt- und Kettenregel folgt:
2. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen prüfen
Mit dem Satz vom Nullprodukt folgt wegen
, dass
keinen Einfluss darauf hat, ob die Gleichung Null wird.
Als Bedingung für eine Extremstelle
ergibt sich also:
Der Parameter
hat also keinen Einfluss auf die Extremstellen und somit auch nicht auf den Zeitpunkt der maximalen Enzymaktivität.
Wirkung der Parameter beschreiben
- Parameter
Aus der ersten Bedingung folgt
.
Der Parameterbestimmt also den Schnittpunkt
des Graphen der Funktion
mit der
-Achse, den sogenannten
-Achsenabschnitt. Der Parameter
hat keinen Einfluss auf den Verlauf des Graphen, er verschiebt ihn lediglich nach oben und nach unten.
- Parameter
Der Parameter
hat Auswirkungen auf die Höhe des Graphen der Funktion
. Je größer der Wert
ist, desto größer werden die Funktionswerte von
und desto höher verläuft dementsprechend der Graph.
- Parameter
Im vorherigen Aufgabenteil konnte gezeigt werden, dass der Zeitpunkt der maximalen Enzymaktivität abhängig von
ist. Für eine Extremstelle
gilt:
Diese Bedingung ist nach dem Satz vom Nullprodukt für das Minimum
und für das Maximum
(Maximalstelle) erfüllt. Somit hängt die Maximalstelle der Funktion
vom Parameter
ab. Durch Vergrößern beziehungsweise Verkleinern von
wird der Graph folglich nach links beziehungsweise rechts verschoben. Dabei hat
auch Auswirkungen auf die Höhe des Graphen, streckt beziehungsweise staucht also den Graphen ähnlich wie
in
Richtung.
2
2.1
Mit der Produkt- und Kettenregel können die ersten beiden Ableitungen von
bestimmt werden:
2.2
Die Zeitpunkte des stärksten Anstiegs beziehungsweise der stärksten Abnahme beschreiben die Wendestellen der Funktion
und somit den Extrempunkten der ersten Ableitung
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Wendestellen anwenden
Die Gleichung kann wie folgt mit dem CAS gelöst werden:
Die Extremstellen sind folglich gegeben durch
und
2. Schritt: Änderungsraten bestimmen
Die gesuchten Änderungsraten entsprechen den Steigungen an den Stellen
und
Durch Einsetzen in
folgt also:
3. Schritt: Randwerte überprüfen
Damit befinden sich am Rand keine Wendestellen.
Die Aktivitätskurve steigt zum Zeitpunkt
mit einer Änderungsrate von
und folglich am stärksten. Zum Zeitpunkt
fällt die Aktivitätskurve mit einer Änderungsrate von
am stärksten.
Interaktiv
Weiterführend
solve
Es ergibt sich somit:

2.3
2.3.1
Integrationsmethode angeben
Die Integralgleichung im Material 2 ist von der Form
mit
und
Bei der Integration in Material 2 handelt es sich folglich um die Methode der partiellen Integration.
Stammfunktion herleiten
1. Schritt: Integral berechnen
2. Schritt: Ergebnis einsetzen
Für
folgt also eine Stammfunktion
von
mit:
2.3.2
Integral bestimmen
Das Integral kann mit deinem CAS durch folgenden Befehl berechnet werden:
der entsprechenden Integralgrenzen und des Vorfaktors
folgt:
Es ergibt sich also:
Ergebnis deuten
Nach Aufgabenstellung beschreibt die Funktion
die Enzymaktivität in Units. Dabei steht
für die Tage, die seit dem Infarkt vergangen sind. Das Integral
beschreibt damit die gesamte Menge an Enzymaktivität in Units, die 3 Tage nach dem Infarkt insgesamt ausgeschüttet wurde.
Teilt man dies durch 3, so erhält man die durschnittliche Enzymaktivität der ersten 3 Tage in Units pro Tag.
Also lag die durchschnittliche Enzymaktivität während der ersten drei Tage nach dem Infarkt bei 459,58 Units pro Tag.
Interaktiv
Berechnungen
Durch Eingeben der Funktion 
2.4
1. Schritt: Intervallgrenzen berechnen
Für die Grenzen des Intervalls, welches die gesuchte Zeitspanne beschreibt, muss
gelten, wobei
.
Nach Abspeichern der Funktion
können mit dem CAS die beiden Schnittpunkte berechnet werden:
Die Intervallgrenzen sind somit gegeben durch
und
2. Schritt: Intervall prüfen
Für die Werte innerhalb des Intervalls muss
gelten, sodass die Diagnose Herzinfarkt gestellt werden kann.
Da die Funktion stetig ist, reicht es, jeweils einen Funktionswert eines Zeitpunkts vor
, also
, zwischen
und
, also
, und nach
, also
zu prüfen.
Es können beispielsweise folgende Werte gewählt werden:
,
und
.
Mit dem CAS ergibt sich nun:
Es gilt also
und
Die Ungleichung ist folglich zwischen den beiden Schnittstellen erfüllt.
Im Intervall
ist die Enzymaktivität folglich größer oder gleich
und es kann die Diagnose Herzinfarkt gestellt werden.

