Aufgabe 2B
Vor einer Wahl führen die drei Parteien
,
und
verschiedene Umfragen unter Wahlberechtigten durch.
Abbildung 1: Häufigkeitsverteilung der linken Intervallgrenzen von
Vertrauensintervallen
Abbildung 2: Häufigkeitsverteilung der linken Intervallgrenzen von
Vertrauensintervallen
a) Partei
führt eine Umfrage unter
Personen durch. Die Zufallsgröße
, die die Anzahl der Personen beschreibt, die Partei
wählen wollen, soll als binomialverteilt angenommen werden.
Es wird angenommen, dass der Wähleranteil für Partei
beträgt.
Bestimme
- die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in der Umfrage mindestens
Personen und höchstens
Personen Partei
wählen wollen.
- das kleinste um den Erwartungswert von
symmetrische Intervall, in dem das Ergebnis dieser Umfrage mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens
liegt.
(9P)
b) Es wird eine Umfrage unter
Wahlberechtigten durchgeführt.
der Personen geben an, Partei
wählen zu wollen,
der Personen geben an, Partei
wählen zu wollen. Es wird behauptet, dass die beiden Parteien
und
zusammen mindestens
der Stimmen erreichen.
Untersuche mithilfe eines Vertrauensintervalls zur Sicherheitswahrscheinlichkeit von
, ob diese Behauptung mit dem Ergebnis der Umfrage verträglich ist.
Eine zweite Umfrage unter
Wahlberechtigten liefert für Partei
zur Sicherheitswahrscheinlichkeit von
das Vertrauensintervall
.
Bestimme den Wert von
.
(10P)
c) Es werden
gleich große Stichproben simuliert. Für diese werden jeweils die zugehörigen Vertrauensintervalle für die beiden Sicherheitswahrscheinlichkeiten
und
berechnet.
Die Abbildungen 1 und 2 zeigen als Häufigkeitsdiagramme jeweils die linken Intervallgrenzen der zugehörigen Vertrauensintervalle.
Gib eine Interpretation der Sicherheitswahrscheinlichkeit
im Hinblick auf den unbekannten Anteil
der Grundgesamtheit an.
Entscheide, welche der beiden Abbildungen zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
und welche zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
gehört.
(5P)
_2015_Block2B_c_Abb1.png)
_2015_Block2B_c_Abb2.png)
a)
Bestimmen der Wahrscheinlichkeit
Deine Aufgabe ist es, die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass in der Umfrage mindestens
und höchstens
Personen Partei A wählen wollen. Dabei ist nach Aufgabenstellung die Zufallsgröße
gegeben, die die Anzahl an Personen beschreibt, die Partei A wählen wollen.
ist binomialverteilt mit Parametern
und
. Die gesuchte Wahrscheinlichkeit hat nun folgende Form:
Wahrscheinlichkeiten dieser Form kannst du mit deinem CAS berechnen. Verwende dazu den folgenden Befehl deines CAS.
,
und
für die obere Schranke bzw.
für die untere Schranke eingeben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens
und höchstens
Personen Partei A wählen wollen, liegt bei ca.
.
Bestimmen des Vertrauensintervalls
Hier sollst du das kleinste um den Erwartungswert symmetrische Intervall bestimmen, in dem das Ergebnis der Umfrage zu
liegt. Dazu musst du zuerst den Erwartungswert
der Zufallsgröße
berechnen. Hast du diesen bestimmt, so kannst du das Intervall auf zwei Arten bestimmen. Du kannst es durch systematisches Einsetzen oder über die
-Regeln bestimmen.
1. Schritt: Erwartungswert
von
bestimmen
Den Erwartungswert
einer binomialverteilten Zufallsgröße kannst du nach folgender Formel berechnen:
Setze
und
ein:
2. Schritt: Intervall bestimmen
Du hast nun zwei Möglichkeiten das Intervall zu bestimmen: Durch systematisches Einsetzen oder die
-Regeln.
Lösungsweg A: Systematisches Einsetzen
Du weißt, dass das Intervall symmetrisch um den Erwartungswert sein soll, dementsprechend hat es folgende Form:
Das Ergebnis muss zu (mind.)
im Intervall liegen und es soll das kleinste Intervall sein, für das dies gilt. Wähle somit das kleinste
, für das folgende Bedingung erfüllt ist:
Diese Wahrscheinlichkeit kannst du wie in der ersten Teilaufgabe mit deinem CAS berechnen. Setze verschiedene Werte für
ein und überprüfe das Ergebnis. Starte z.B. mit
:
die kleinste Zahl, für die die Bedingung erfüllt ist. Somit ist
das gesuchte Intervall.
Lösungsweg B:
-Regeln
Mit den
-Regeln kannst du das gesuchte Intervall bestimmen. Um diese anzuwenden, musst du zuerst das Laplace-Kriterium
überprüfen.
Die Standardabweichung
kannst du für eine binomialverteilte Zufallsgröße mit folgender Formel berechnen:
Setze die Werte
und
ein:
Die
-Regel zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
lautet:
Setze
und
ein:
ist. Diese kannst du wie im ersten Aufgabenteil berechnen:
Somit ist
das gesuchte Intervall.
5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
E: Binomial Cdf...
Du musst dann die entsprechenden Parameter _2015_block2_stochastik_a2b_l1b1_ti.png)
:
:
- ...
:
:
b)
Behauptung überprüfen
Für ein Vertrauensintervall mit Sicherheitszuschlag von
gilt folgendes:
Das
entspricht der Wahrscheinlichkeit die die Parteien
und
zusammen erreichen, also
. Das
müsste einen Wert von
haben, damit beide Parteien
der Stimmen erreichen und die Behauptung richtig ist.
Um die Grenzen des Intervalls zu berechnen, löst du folgende Gleichungen mit dem CAS nach
auf. Die Anzahl
der Wahlberechtigten beträt
.
Das Intervall lautet
. Da die rechte Intervallgrenze kleiner als
ist, erreichen die Parteien
und
zusammen nicht
der Stimmen. Die Behauptung ist also falsch.
Wert von
bestimmen
Hier sollst du den Wert
berechnen, der zu den Ergebnissen der zweiten Umfrage passt. Hierbei muss nun gelten, dass
ein Vertrauensintervall zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
ist. Bestimme hierzu den mittleren Stichprobenanteil
. Über den Ansatz aus der ersten Teilaufgabe erhältst du, dass alle Wahrscheinlichkeiten
innerhalb des Vertrauensintervalls mit
folgende Bedingung erfüllen:
Für die untere und obere Grenze des Intervalls gilt Gleichheit. Die untere Grenze ist hier durch
, die obere durch
festgelegt. Es gilt außerdem
, da das Intervall symmetrisch um den mittleren Stimmanteil
ist. Aus der obigen Ungleichung erhältst du somit zwei Gleichungen:
Du kannst nun die erste Gleichung nach
auflösen und das Ergebnis in die zweite Gleichung einsetzen, um
zu ermitteln.
1. Schritt: Gleichung
nach
auflösen
Löse
nach
auf:
2. Schritt: Gleichung
nach
auflösen
Setze
in
ein und löse nach
auf:
Diese Gleichung kannst du mit dem CAS lösen.
Du erhältst somit zwei Nullstellen:
und
.
ist gerade die untere Grenze des Intervalls,
ist somit das gesuchte
und die obere Grenze des Intervalls.
_2015_block2_stochastik_a2b_l1b2_ti.png)
_2015_block2_stochastik_a2b_l1b1_ti.png)
c)
Interpretation der Sicherheitswahrscheinlichkeit
Gib hier eine Interpretation der Sicherheitswahrscheinlichkeit
im Hinblick auf den unbekannten Anteil
der Grundgesamtheit an. Ein Vertrauensintervall der Sicherheitswahrscheinlichkeit
enthält in
der Fällen den gesuchten Wert.
Hier lässt sich sagen, dass in
der Fälle der unbekannt Anteil
im Vertrauensintervall ist. Bei einer Anzahl von
Stichproben, erwarten wir also, dass
in ca.
Fällen im Intervall ist.
Abbildungen den Sicherheitswahrscheinlichkeiten zuordnen
Nun ist es deine Aufgabe, die Abbildungen den Sicherheitswahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Auf den Abbildungen sind jeweils die linken Intervallgrenzen der
Vertrauensintervalle abgetragen. Je höher die Sicherheitswahrscheinlichkeit eines Vertrauensintervalls ist, desto größer ist das dazugehörige Vertrauensintervall. Somit ist das Vertrauensintervall der Sicherheitswahrscheinlichkeit
größer als das Vertrauensintervall mit
Sicherheitswahrscheinlichkeit.
Betrachtest du die beiden Abbildungen, so erkennst du, dass die Grenzen der ersten Abbildung im Durchschnitt kleiner als die der zweiten Abbildung sind. Sind die unteren Grenzen niedriger, so ist das Intervall, welches symmetrisch um
ist, größer. Also sind die Intervalle der ersten Abbildung größer.
Die größeren Vertrauensintervalle gehören nun zur größeren Sicherheitswahrscheinlichkeit, also gehört Abbildung 1 zu
. Die kleineren Vertrauensintervalle in Abbildung 2 gehören somit zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
.
a)
Bestimmen der Wahrscheinlichkeit
Deine Aufgabe ist es, die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass in der Umfrage mindestens
und höchstens
Personen Partei A wählen wollen. Dabei ist nach Aufgabenstellung die Zufallsgröße
gegeben, die die Anzahl an Personen beschreibt, die Partei A wählen wollen.
ist binomialverteilt mit Parametern
und
. Die gesuchte Wahrscheinlichkeit hat nun folgende Form:
Wahrscheinlichkeiten dieser Form kannst du mit deinem CAS berechnen.
,
,
und
eingeben.
Du erhältst dann das Ergebnis
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens
und höchstens
Personen Partei A wählen wollen, liegt bei ca.
.
Bestimmen des Vertrauensintervalls
Hier sollst du das kleinste um den Erwartungswert symmetrische Intervall bestimmen, in dem das Ergebnis der Umfrage zu
liegt. Dazu musst du zuerst den Erwartungswert
der Zufallsgröße
berechnen. Hast du diesen bestimmt, so kannst du das Intervall auf zwei Arten bestimmen. Du kannst es durch systematisches Einsetzen oder über die
-Regeln bestimmen.
1. Schritt: Erwartungswert
von
bestimmen
Den Erwartungswert
einer binomialverteilten Zufallsgröße kannst du nach folgender Formel berechnen:
Setze
und
ein:
2. Schritt: Intervall bestimmen
Du hast nun zwei Möglichkeiten das Intervall zu bestimmen: Durch systematisches Einsetzen oder die
-Regeln.
Lösungsweg A: Systematisches Einsetzen
Du weißt, dass das Intervall symmetrisch um den Erwartungswert sein soll, dementsprechend hat es folgende Form:
Das Ergebnis muss zu (mind.)
im Intervall liegen und es soll das kleinste Intervall sein, für das dies gilt. Wähle somit das kleinste
, für das folgende Bedingung erfüllt ist:
Diese Wahrscheinlichkeit kannst du wie in der ersten Teilaufgabe mit deinem CAS berechnen. Setze verschiedene Werte für
ein und überprüfe das Ergebnis. Starte z.B. mit
:
die kleinste Zahl, für die die Bedingung erfüllt ist. Somit ist
das gesuchte Intervall.
Lösungsweg B:
-Regeln
Mit den
-Regeln kannst du das gesuchte Intervall bestimmen. Um diese anzuwenden, musst du zuerst das Laplace-Kriterium
überprüfen.
Die Standardabweichung
kannst du für eine binomialverteilte Zufallsgröße mit folgender Formel berechnen:
Setze die Werte
und
ein:
Die
-Regel zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
lautet:
Setze
und
ein:
ist. Diese kannst du wie im ersten Aufgabenteil berechnen:
Somit ist
das gesuchte Intervall.
Interactive
Distribution
Discrete
binomialCDF
Du musst dann die entsprechenden Parameter _2015_block2_stochastik_a2b_l1b1_casio.png)
:
:
- ...
:
:
b)
Behauptung überprüfen
Für ein Vertrauensintervall mit Sicherheitszuschlag von
gilt folgendes:
Das
entspricht der Wahrscheinlichkeit die die Parteien
und
zusammen erreichen, also
. Das
müsste einen Wert von
haben, damit beide Parteien
der Stimmen erreichen und die Behauptung richtig ist.
Um die Grenzen des Intervalls zu berechnen, löst du folgende Gleichungen mit dem CAS nach
auf. Die Anzahl
der Wahlberechtigten beträt
.
Das Intervall lautet
. Da die rechte Intervallgrenze kleiner als
ist, erreichen die Parteien
und
zusammen nicht
der Stimmen. Die Behauptung ist also falsch.
Wert von
bestimmen
Hier sollst du den Wert
berechnen, der zu den Ergebnissen der zweiten Umfrage passt. Hierbei muss nun gelten, dass
ein Vertrauensintervall zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
ist. Bestimme hierzu den mittleren Stichprobenanteil
. Über den Ansatz aus der ersten Teilaufgabe erhältst du, dass alle Wahrscheinlichkeiten
innerhalb des Vertrauensintervalls mit
folgende Bedingung erfüllen:
Für die untere und obere Grenze des Intervalls gilt Gleichheit. Die untere Grenze ist hier durch
, die obere durch
festgelegt. Es gilt außerdem
, da das Intervall symmetrisch um den mittleren Stimmanteil
ist. Aus der obigen Ungleichung erhältst du somit zwei Gleichungen:
Du kannst nun die erste Gleichung nach
auflösen und das Ergebnis in die zweite Gleichung einsetzen, um
zu ermitteln.
1. Schritt: Gleichung
nach
auflösen
Löse
nach
auf:
2. Schritt: Gleichung
nach
auflösen
Setze
in
ein und löse nach
auf:
Diese Gleichung kannst du mit dem CAS lösen.
Du erhältst somit zwei Nullstellen:
und
.
ist gerade die untere Grenze des Intervalls,
ist somit das gesuchte
und die obere Grenze des Intervalls.
_2015_block2_stochastik_a2b_l1b2_casio.png)
_2015_block2_stochastik_a2b_l1b3_casio.png)
c)
Interpretation der Sicherheitswahrscheinlichkeit
Gib hier eine Interpretation der Sicherheitswahrscheinlichkeit
im Hinblick auf den unbekannten Anteil
der Grundgesamtheit an. Ein Vertrauensintervall der Sicherheitswahrscheinlichkeit
enthält in
der Fällen den gesuchten Wert.
Hier lässt sich sagen, dass in
der Fälle der unbekannt Anteil
im Vertrauensintervall ist. Bei einer Anzahl von
Stichproben, erwarten wir also, dass
in ca.
Fällen im Intervall ist.
Abbildungen den Sicherheitswahrscheinlichkeiten zuordnen
Nun ist es deine Aufgabe, die Abbildungen den Sicherheitswahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Auf den Abbildungen sind jeweils die linken Intervallgrenzen der
Vertrauensintervalle abgetragen. Je höher die Sicherheitswahrscheinlichkeit eines Vertrauensintervalls ist, desto größer ist das dazugehörige Vertrauensintervall. Somit ist das Vertrauensintervall der Sicherheitswahrscheinlichkeit
größer als das Vertrauensintervall mit
Sicherheitswahrscheinlichkeit.
Betrachtest du die beiden Abbildungen, so erkennst du, dass die Grenzen der ersten Abbildung im Durchschnitt kleiner als die der zweiten Abbildung sind. Sind die unteren Grenzen niedriger, so ist das Intervall, welches symmetrisch um
ist, größer. Also sind die Intervalle der ersten Abbildung größer.
Die größeren Vertrauensintervalle gehören nun zur größeren Sicherheitswahrscheinlichkeit, also gehört Abbildung 1 zu
. Die kleineren Vertrauensintervalle in Abbildung 2 gehören somit zur Sicherheitswahrscheinlichkeit
.