Pflichtteil
Aufgabe P1
Gegeben sind die in
definierten Funktionen
,
und
durch
,
und
.
a) Die Abbildung zeigt den Graphen einer der drei Funktionen.
Gib an, um welche Funktion es sich handelt.
Begründe, dass der Graph die anderen beiden Funktionen nicht darstellt.
(3P)

b) Die erste Ableitungsfunktion von
ist
. Bestimme den Wert von
.
(2P)
Aufgabe P2
Für jeden Wert von
ist eine Funktion
gegeben durch
.
In der nebenstehenden Abbildung ist beispielhaft für
der Graph von
sowie von
dargestellt.
Es ist
.

a) Begründe, dass
die Gleichung der Tangente an den Graphen von
an der Stelle
ist.
(2P)
b) Zeige, dass gilt:
.
(2P)
c) Begründe, dass die Extremstellen der Graphen von
vom Parameter
abhängig sind, die Nullstellen aber nicht.
(2P)
Aufgabe P3
Bei der Wintersportart Biathlon wird bei jeder Schießeinlage auf fünf Scheiben geschossen. Ein Biathlet tritt bei einem Einzelrennen zu einer Schießeinlage an, bei der er auf jede Scheibe einen Schuss abgibt. Diese Schießeinlage wird modellhaft durch eine Bernoullikette mit der Länge
a) Gib für die folgenden Ereignisse jeweils einen Term an, der die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses in Abhängigkeit von
beschreibt.
- Der Biathlet trifft bei genau vier Schüssen.
- Der Biathlet trifft nur bei den ersten beiden Schüssen.
(3P)
b) Erläutere anhand eines Beispiels, dass die modellhafte Beschreibung der Schießeinlage durch eine Bernoullikette unter Umständen der Realität nicht gerecht wird.
(2P)
Aufgabe P4
Die Gerade
a) Zeige, dass die Punkte
und
den Abstand
haben.
Die Punkte
und
liegen auf
und haben von
jeweils den Abstand
.
Bestimme die Koordinaten von
und
.
Die Punkte
(3P)
b) Die Punkte
,
und
sollen mit einem weiteren Punkt die Eckpunkte eines Parallelogramms bilden. Für die Lage des vierten Eckpunktes gibt es mehrere Möglichkeiten.
Gib für zwei dieser Möglichkeiten die Koordinaten des vierten Eckpunktes an.
(2P)
Aufgabe P5
Zu einem bestimmten Zeitpunkt haben die drei Anbieter
,
und
jeweils 10.000 Kunden. Die für das nächste Jahr zu erwartende Kundenwanderung zwischen diesen Anbietern wird durch die nebenstehende Übergangstabelle beschrieben.
von \ nach | |||
---|---|---|---|
a) Vervollständige den nebenstehenden Übergangsgraphen zur Kundenwanderung innerhalb des nächsten Jahres.
Gib die Gesamtzahl der Kunden an, die innerhalb des nächsten Jahres den Anbieter wechseln.
Gib die Gesamtzahl der Kunden an, die innerhalb des nächsten Jahres den Anbieter wechseln.

(2P)
b) Ausgehend von der Ausgangsverteilung von je
Kunden wird eine Fusion der Anbieter
und
zu einem Anbieter
geplant. Im Kundengeschäft behalten beide ihr bekanntes Profil bei, sodass angenommen werden kann, dass die Kundenwanderung im nächsten Jahr weiterhin wie in der obigen Übergangstabelle dargestellt abläuft.
Vervollständige den untenstehenden Übergangsgraphen zur Kundenwanderung innerhalb des nächsten Jahres unter Berücksichtigung der Fusion.

Vervollständige die nebenstehende Übergangstabelle zur Kundenwanderung innerhalb des nächsten Jahres unter Berücksichtigung der Fusion.
von/nach | ||
---|---|---|
(3P)
Aufgabe P1
a)
Graph bestimmen
Du hast eine Abbildung eines Graphen und drei Funktionsgleichungen gegeben. Du sollst bestimmen, um welche Funktion es sich handelt.
Der abgebildete Graph ist punktsymmetrisch . Die Funktion
hat nur ungerade Exponenten und ist somit ebenfalls punktsymmetrisch. Bei dem abgebildeten Graphen handelt es sich daher um die Funktion
.
Die Funktion
ist eine Parabel und hat nur einen Extrempunkt. Die Funktion
hat nur gerade Exponenten und ist somit achsensymmetrisch.
b)
Integral bestimmen
Du sollst folgendes Integral bestimmen:
Die Funktion
ist die erste Ableitungsfunktion der Funktion
. Somit ist die Funktion
die Stammfunktion von
.
Aufgabe P2
a)
Gleichung der Tangente begründen
Eine Tangente ist eine Gerade mit der allgemeinen Gleichung
. Dabei ist
die Steigung und
der
-Achsenabschnitt.
Die Tangente soll an der Stelle
angelegt werden. Du weißt, dass der Graph von
durch den Ursprung geht. Der
-Achsenabschnitt ist demnach gleich Null.
Aus der Aufgabe weißt du, dass gilt:
Die Steigung
an der Stelle
ist also gleich
.
Die Gleichung der Tangente von
an der Stelle
ist
.
b)
Gleichung der 1. Ableitung zeigen
Leite
mit Hilfe der Produktregel und der Kettenregel ab:
Damit lautet die 1. Ableitung
.
c)
Form der Extrem- und Nullstellen begründen
Den Funktionsterm von
kannst du der Aufgabenstellung entnehmen, den der 1. Ableitung der vorigen Teilaufgabe. Mit der hinreichenden Bedingung für eine Extremstelle folgt, dass eine potentielle Extremstelle eine Nullstelle der 1. Ableitung
ist. Setze dazu den Funktionsterm von
gleich Null:
Da
, erhältst du mit dem Satz vom Nullprodukt :
Somit sind die potentiellen Extremstellen des Graphen von
vom Parameter
abhängig.
Um eine Nullstelle des Graphen von
zu ermitteln, setzt du den Funktionsterm von
gleich Null:
Da
, erhältst du mit dem Satz vom Nullprodukt :
Somit ist
die einzige Nullstelle aller Funktionsgraphen der Schar
und unabhängig von
.
Aufgabe P3
a)
Term für die Wahrscheinlichkeit der Ereignisse angeben
Definiere die Zufallsvariable
, die die Anzahl der Treffer bei einer Schießeinlage angibt. Nach der Aufgabenstellung ist
binomialverteilt mit Wahrscheinlichkeit
und
(Anzahl der Versuchen). Allgemein gilt für eine binomialverteilte Zufallsvariable
mit Parametern
und
:
.
(1) Die Wahrscheinlichkeit, dass der Biathlet bei genau vier Schüssen trifft, ergibt sich mit
:
Der Biathlet trifft mit Wahrscheinlichkeit
bei genau vier Schüssen.
(2) Die Wahrscheinlichkeit, dass der Biathlet nur bei den ersten zwei Schüssen trifft, lässt sich folgendermaßen bestimmen:
Mit der Wahrscheinlichkeit
trifft der Biathlet bei genau zwei von den
Versuchen. Es gibt
Möglichkeiten, wie diese zwei Treffer verteilt sein können, wobei jede Möglichkeit gleich wahrscheinlich ist. Gesucht ist eine Möglichkeit davon, nämlich dass er bei den ersten beiden Schüssen trifft. Die Wahrscheinlichkeit dafür ergibt sich wie folgt:
Der Biathlet trifft nur bei den ersten beiden Schüssen mit der Wahrscheinlichkeit
.
b)
Grenzen der modellhaften Beschreibung erläutern
Bei dieser Teilaufgabe sollst du ein Beispiel nennen, warum die Bernoullikette eventuell nicht der Realität entspricht.
Bei der Bernoullikette wird von einer gleichbleibenden Trefferwahrscheinlichkeit ausgegangen. Dabei wird jedoch nicht die Nervosität des Schützen oder mögliche Veränderungen des Wetters beachtet.
Ein Beispiel wäre, wenn der Biathlet nach den ersten Fehlschüssen zu nervös ist, um sich auf den nächsten Schuss genauso gut konzentrieren. Eine andere Möglichkeit wäre, wenn plötzlich ein Windstoß kommt, der die Kugel abfälscht.
Aufgabe P4
a) (1)
Abstand
berechnen
Du hast die Punkte
und
gegeben und sollst zeigen, dass der Abstand zwischen diesen Punkten
LE beträgt.
Den Abstand
zwischen zwei Punkten
und
wird mit folgender Formel berechnet:
Setze nun die Koordinaten der Punkte
und
in diese Formel ein.
Die Punkte
und
haben den Abstand von
LE.
a) (2)
Koordinaten von
und
bestimmen
Du weißt, dass der Abstand zwischen
und
LE beträgt und beide Punkte auf der Geraden
liegen. Gesucht sind die Koordinaten von
und
, die beide auf der Geraden
liegen und
LE Abstand zu
haben. Diese erhältst du, indem du zweimal den Verbindungsvektor
zu
addierst oder davon subtrahierst. Dies erkennst du gut an folgender Skizze:
Der Verbindungsvektor
lautet:
.
Damit ergeben sich
und
:
,
.
Die Koordinaten lauten
und
.

b)
Möglichkeiten für die Koordinaten des vierten Eckpunktes angeben
Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem gegenüberliegenden Seiten gleich lang und parallel sind. Damit ergeben sich für den gesuchten vierten Punkt mehrere Möglichkeiten. Eine Skizze kann hier hilfreich sein:
,
und
geben an, wo ein solcher Punkt liegen könnte.
Durch Addieren des Verbindungsvektors
zum Ortsvektor
kann man
erhalten.
ergibt sich durch Subtraktion.
kannst du erhalten, indem du den Verbindungsvektor
von
subtrahierst. Diese Möglichkeiten ergeben Parallelogramme, da durch das Addieren oder Subtrahieren eines Verbindungsvektors zweier Eckpunkte von dem dritten Eckpunkt folgt, dass die gegenüberliegenden Seiten des entstehenden Vierecks parallel und gleich lang sind.
Du erhältst:
,
,
.
Mögliche Koordinaten des vierten Eckpunktes sind
,
oder
.

Aufgabe P5
a) (1)
Übergangsgraph vervollständigen
Um den Übergangsgraphen zu vervollständigen, ist es wichtig, die Bedeutung dessen zu verstehen. Ein Pfeil des Übergangsgraphes gibt an, wieviele Kunden im nächsten vom einem Anbieter zum anderen wechseln. Die Pfeilspitze zeigt dabei an, wohin die Kunden wechseln.
Die angegebene Übergangstabelle gibt dir die erwartete Kundenwanderung für das nächste Jahr an. Mit Hilfe von dieser und der Gesamtanzahl von
kannst du den Übergangsgraphen vervollständigen.
Konkret fehlen die Angaben für den Pfeil von
nach
und nach
. Berechne, wieviele Kunden vom Anbieter
zu dem Anbieter
oder
wechseln:
Nach der Übergangstabelle wechseln
Kunden von
zu
und
Kunden von
zu
. Damit ergibt sich der vollständige Übergangsgraph:
a) (2)
Gesamtanzahl der Anbieter wechselnden Kunden berechnen
Die Gesamtanzahl der innerhalb des nächsten Jahres wechselnden Kunden erhältst du, indem du die Anzahl aller Kunden, die wechseln, aufsummierst. Dies entspricht der Summe aller Werte von den geraden Pfeilen im Übergangsgraphen:
Die Gesamtanzahl der Kunden, die innerhalb des nächsten Jahres den Anbieter wechseln, beträgt
.

b) (1)
Übergangsgraph vervollständigen
Der neue Übergangsgraph beschreibt nun die Kundenwanderung innerhalb des nächsten Jahres für die Anbieter
&
und
. Die gesuchten Werte ergeben sich aus dem Übergangsgraphen aus Teilaufgabe a), indem man dort Anbieter
und
zu einem Anbieter
&
zusammenfasst.
Die Anzahl der beim Anbieter
bleibenden Kunden kann direkt übernommen werden, da diese nicht von der Fusionierung beeinflusst sind:
.
Durch Addition der Kunden, die von
oder
zu
wechseln, erhält man die Anzahl der Kunden, die von
&
zu
wechseln:
.
Die Anzahl der Kunden, die bei
&
bleiben, erhältst du durch Addition der Kunden, die entweder bei
oder
bleiben oder zwischen den Anbietern
und
wechseln:
.
Damit ergibt sich der neue Übergangsgraph:
b) (2)
Übergangstabelle vervollständigen
Die neue Übergangstabelle, die wieder die erwartete Kundenwanderung für das nächste Jahr angibt, kannst du mit Hilfe des neuen Übergangsgraphen vervollständigen:
Da laut Aufgabenstellung jeder Anbieter eine Ausgangsverteilung von
Kunden besitzt, zählt der fusionierte Anbieter
&
Kunden zu Beginn. Von diesen bleiben
beim fusionierten Anbieter und es ergibt sich für die erwartete Kundenwanderung von
&
zu
&
:
.
Von
&
wechseln
der
Kunden zum Anbieter
. Daraus folgt für die erwartete Kundenwanderung von
&
zu
:
.
der
anfänglichen Kunden wechseln innerhalb des nächsten Jahres von
zu
&
und die erwartete Kundenwanderung von
zu
&
ergibt sich damit:
.
Somit kannst du die neue Übergangstabelle vervollständigen:

nach \ von | ||
---|---|---|