Aufgabe 2A
Eine Firma stellt Bolzen und Buchsen her.
Dabei sollen die Bolzen in die Buchsen passen.
_2015_block2A_bolzen.png)
a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens höchstens
beträgt.
Bestimme die untere Grenze
so, dass für
aller Außendurchmesser
der Bolzen gilt:
.
Durch eine neue Vorgabe sollen
der Außendurchmesser der Bolzen nur
vom Erwartungswert
nach unten oder nach oben abweichen.
Bestimme die dafür benötigte Standardabweichung auf zwei Nachkommastellen gerundet.
(10P)
b) Es werden der laufenden Produktion
Buchsen zufällig entnommen.
Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass bei mindestens
aller entnommenen Buchsen ein Bolzen mit einem Außendurchmesser von
hineinpasst.
(6P)
c) Die Zufallsgröße
mit
ist normalverteilt. Für den Erwartungswert
gilt
.
In der untenstehenden Abbildung ist der Graph der zugehörigen Wahrscheinlichkeitsdichte
dargestellt. Zusätzlich ist der Wert von
in der zugehörigen schraffierten Fläche in Prozent angegeben.
Zeige mithilfe der Grafik, dass
gilt.
Untersuche mithilfe der Grafik die Gültigkeit folgender Aussage:
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig ausgewählter Bolzen in eine zufällig ausgewählte Buchse passt, ist größer als
.
(8P)
_2015_block2A_c.png)
a)
Gesuchte Wahrscheinlichkeit bestimmen
Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens höchstens
beträgt, gesucht. Der Außendurchmesser eines Bolzen wird durch die mit
und
normalverteilte Zufallsvariable
in Millimetern angegeben. Damit ist folgende Wahrscheinlichkeit gesucht:
.
Diese kannst du mit deinem GTR über den Befehl
und der oberen Grenze
erhältst du:
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens höchstens
beträgt, ist ca.
.
Untere Grenze
bestimmen
In dieser Teilaufgabe sollst du die untere Grenze
bestimmen, sodass für
aller Außendurchmesser gilt:
.
Mit Hilfe der normalverteilten Zufallsvariable
kannst du
wie folgt berechnen:
Nutze wieder deinen GTR mit dem Befehl zum Berechnen der aufsummierten Normalverteilung. Definiere dir die Funktion
in Abhängigkeit der unteren Grenze
im Y=-Menü. Gehe dazu wie in der vorigen Teilaufgabe vor und setze für die untere Schranke die Variable deines GTR ein. Speichere zudem die Funktion
. Die Schnittstelle der Graphen dieser Funktionen ist die gesuchte untere Schranke
. Diese erhältst du mit dem Befehl
Die gesuchte untere Grenze ist ca.
.
Standardabweichung
bestimmen
Du sollst die Standardabweichung für die neue Situation auf zwei Nachkommastellen genau bestimmen. Da laut Aufgabenstellung
der Außendurchmesser der Bolzen nur
vom Erwartungswert
abweichen sollen, gilt:
.
Um die linke Seite der Gleichung zu berechnen, benötigst du noch das gesuchte
und
. Da
gegeben ist, kannst du dir eine Funktion
in Abhängigkeit von
in deinem GTR definieren.
Wechsle nun mit deinem GTR in das Y=-Menü und speichere dort die Funktionsterme von
und
ab. Die Funktion
kannst du dabei ähnlich wie im vorigen Aufgabenteil definieren, diesmal in Abhängigkeit von der Standardabweichung
. Hast du diese dort gespeichert, dann lass dir die zugehörigen Graphen über GRAPH anzeigen. Den Schnittpunkt erhältst du mit dem Befehl
Die Schnittstelle der Graphen zu
und
ist gerade die gesuchte Standardabweichung
. Um die neuen Vorgaben einzuhalten, muss die Standardabweichung etwa
betragen.
DISTR
2: normalcdf(
im Y=-Menü bestimmen. Mit der unteren Grenze _2015_block2_stochastik_a2a_l1b1_ti.png)
2nd
CALC (TRACE)
5: intersect
Dein GTR liefert dir:
_2015_block2_stochastik_a2a_l1b2_ti.png)
2nd
CALC (TRACE)
5: intersect
Damit erhältst du:
_2015_block2_stochastik_a2a_l1b3_ti.png)
b)
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass von
zufällig ausgewählten Buchsen mindestens
für einen Bolzen mit Außendurchmesser von
geeignet sind. Definiere dir dazu eine neue Zufallsvariable
, die angibt, ob ein Bolzen mit
Außendurchmesser in die Buchse hineinpasst oder nicht.
Die Zufallsvariable
ist binomialverteilt, da es jetzt nur noch zwei mögliche Ausgänge gibt: entweder die Buchse passt in den Bolzen hinein oder nicht.
Des Weiteren bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass die Buchse hineinpasst, bei jedem Versuch gleich.
Insgesamt gibt es
Versuche, jeweils bei einer Erfolgswahrscheinlichkeit von
, da solch ein Bolzen hineinpasst, sobald die Zufallsvariable
, die den Außendurchmesser des Bolzen beschreibt, größer als
ist.
Um die gesuchte Wahrscheinlichkeit
zu erhalten, benötigst du den Wert des Parameters
:
Nutze den Befehl
zu bestimmen. Da der GTR eine obere Schranke fordert, kannst du eine sehr große Zahl, zum Beispiel
, als obere Schranke nutzen. Mit
und
aus der Aufgabenstellung erhältst du:
Also ist
. Damit kannst du im Y=-Menü deines GTR mit Hilfe von
berechnen. Es gilt:
.
Einsetzen von
Versuchen, dem berechnetem Wert für
und der oberen Schranke
liefert:
Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca.
passen in mindestens
der
zufällig entnommenen Buchsen ein Bolzen mit Außendurchmesser von
.
DISTR
2: normalcdf(
im Y=-Menü deines GTR, um _2015_block2_stochastik_a2a_l1b4_ti.png)
DISTR
B: binomcdf(
die gesuchte Wahrscheinlichkeit _2015_block2_stochastik_a2a_l1b5_ti.png)
c)
Den Zusammenhang
>
zeigen
Aus der Aufgabenstellung kannst du entnehmen, dass eine durch
gegebene
-
-Umgebung von
zum Wert von
gehört. Demnach entspricht die Länge der
-
-Umgebung von
der Länge des zur schraffierten Fläche gehörigen Intervalls auf der
-Achse. Die Länge des Intervalls kannst du aus der Grafik ablesen und anschließend die Gleichung nach
auflösen.
Da
, hast du die Behauptung gezeigt.
Gültigkeit der Aussage untersuchen
In der Aufgabenstellung ist
definiert. Die normalverteile Zufallsgröße
gibt demnach die Differenz zwischen dem Innendurchmesser einer zufällig ausgewählten Buchse und dem Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens an. Damit ein Bolzen in eine Buchse passt, muss diese Differenz positiv sein, also
gelten. Gesucht ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass
ist:
.
Nutze dazu die gegebene Grafik und die Symmetrie der Wahrscheinlichkeitsdichte
aus.
Da die Wahrscheinlichkeitsdichte
symmetrisch ist, erhältst du die Fläche rechts von der schraffierten Fläche durch:
.
Weiterhin erkennst du, dass die Fläche zwischen der
-Achse und der schraffierten Fläche größer als Null ist. Somit gilt für
, was der Fläche unter dem Graphen von
rechts der
-Achse entspricht:
.
Auf diese Weise hast du gezeigt, dass die Aussage wahr ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Bolzen in eine zufällig ausgewählte Buchse passt, größer als
ist.
a)
Gesuchte Wahrscheinlichkeit bestimmen
Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens höchstens
beträgt, gesucht. Der Außendurchmesser eines Bolzen wird durch die mit
und
normalverteilte Zufallsvariable
in Millimetern angegeben. Damit ist folgende Wahrscheinlichkeit gesucht:
.
Diese kannst du mit deinem GTR im Statistics-Menü über den Befehl
und der oberen Grenze
erhältst du:
Der GTR liefert dir die gesuchte Wahrscheinlichkeit unter
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens höchstens
beträgt, ist ca.
.
Untere Grenze
bestimmen
In dieser Teilaufgabe sollst du die untere Grenze
bestimmen, sodass für
aller Außendurchmesser gilt:
.
Mit Hilfe der normalverteilten Zufallsvariable
gilt für
:
kannst du wie in der vorigen Teilaufgabe mit deinem GTR berechnen:
Damit folgt:
.
Sei nun
eine invers normalverteilte Zufallsvariable mit Standardabweichung
und Erwartungswert
. Dann gilt mit obiger Gleichung:
.
Mit Hilfe des Befehls
:
Die gesuchte untere Grenze ist ca.
.
Standardabweichung
bestimmen
Du sollst die Standardabweichung für die neue Situation auf zwei Nachkommastellen genau bestimmen. Da laut Aufgabenstellung
der Außendurchmesser der Bolzen nur
vom Erwartungswert
abweichen sollen, gilt:
.
Um die linke Seite der Gleichung zu berechnen, benötigst du noch das gesuchte
und
. Da
gegeben ist und
nur auf zwei Nachkommastellen genau bestimmt werden musst, kannst du das gesuchte
durch systematisches Einsetzen bestimmen:
Für
liefert dein GTR:
Da wir eine Wahrscheinlichkeit von
erreichen sollen, wählen wir ein kleineres
, z.B.
:
Das gewählte
ist nun etwas zu klein. Wir überprüfen, ob
ein besseres Ergebnis liefert:
Das gesuchte
soll auf zwei Nachkommastellen genau bestimmt werden. Für
oder größer nimmt die Wahrscheinlichkeit weiter ab. Für
ist sie deutlich über der geforderten Wahrscheinlichkeit
. Daher ist
die gesuchte Standardabweichung.
Um die neuen Vorgaben einzuhalten, muss die Standardabweichung etwa
betragen.
F5: DIST
F1: NORM
F2: Ncd
bestimmen. Mit der unteren Grenze _2015_block2_stochastik_a2a_l1b1_casio.png)
_2015_block2_stochastik_a2a_l1b2_casio.png)
F5: DIST
F1: NORM
F3: InvN
im Statistics-Menü deines GTR erhältst die gesuchte untere Grenze _2015_block2_stochastik_a2a_l1b3_casio.png)
_2015_block2_stochastik_a2a_l1b4_casio.png)
_2015_block2_stochastik_a2a_l1b5_casio.png)
_2015_block2_stochastik_a2a_l1b6_casio.png)
b)
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass von
zufällig ausgewählten Buchsen mindestens
für einen Bolzen mit Außendurchmesser von
geeignet sind. Definiere dir dazu eine neue Zufallsvariable
, die angibt, ob ein Bolzen mit
Außendurchmesser in die Buchse hineinpasst oder nicht.
Die Zufallsvariable
ist binomialverteilt, da es jetzt nur noch zwei mögliche Ausgänge gibt: entweder die Buchse passt in den Bolzen hinein oder nicht.
Des Weiteren bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass die Buchse hineinpasst, bei jedem Versuch gleich.
Insgesamt gibt es
Versuche, jeweils bei einer Erfolgswahrscheinlichkeit von
, da solch ein Bolzen hineinpasst, sobald die Zufallsvariable
, die den Außendurchmesser des Bolzen beschreibt, größer als
ist.
Um die gesuchte Wahrscheinlichkeit
zu erhalten, benötigst du den Wert des Parameters
:
Nutze den Befehl
zu bestimmen. Da der GTR eine obere Schranke fordert, kannst du eine sehr große Zahl, zum Beispiel
, als obere Schranke nutzen. Mit
und
aus der Aufgabenstellung erhältst du:
Also ist
. Damit kannst du im 2: Statistics-Menü deines GTR mit Hilfe von
berechnen. Es gilt:
.
Einsetzen von
Versuchen, dem berechnetem Wert für
und der oberen Schranke
liefert:
Also gilt:
.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca.
passen in mindestens
der
zufällig entnommenen Buchsen ein Bolzen mit Außendurchmesser von
.
F5: DIST
F1: NORM
F2: Ncd
im Statistics-Menü deines GTR, um _2015_block2_stochastik_a2a_l1b7_casio.png)
F5: DIST
F5: BINOMIAL
F2: Bcd
die gesuchte Wahrscheinlichkeit _2015_block2_stochastik_a2a_l1b8_casio.png)
c)
Den Zusammenhang
\gt
zeigen
Aus der Aufgabenstellung kannst du entnehmen, dass eine durch
gegebene
-
-Umgebung von
zum Wert von
gehört. Demnach entspricht die Länge der
-
-Umgebung von
der Länge des zur schraffierten Fläche gehörigen Intervalls auf der
-Achse. Die Länge des Intervalls kannst du aus der Grafik ablesen und anschließend die Gleichung nach
auflösen.
Da
, hast du die Behauptung gezeigt.
Gültigkeit der Aussage untersuchen
In der Aufgabenstellung ist
definiert. Die normalverteile Zufallsgröße
gibt demnach die Differenz zwischen dem Innendurchmesser einer zufällig ausgewählten Buchse und dem Außendurchmesser eines zufällig ausgewählten Bolzens an. Damit ein Bolzen in eine Buchse passt, muss diese Differenz positiv sein, also
gelten. Gesucht ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass
ist:
.
Nutze dazu die gegebene Grafik und die Symmetrie der Wahrscheinlichkeitsdichte
aus.
Da die Wahrscheinlichkeitsdichte
symmetrisch ist, erhältst du die Fläche rechts von der schraffierten Fläche durch:
.
Weiterhin erkennst du, dass die Fläche zwischen der
-Achse und der schraffierten Fläche größer als Null ist. Somit gilt für
, was der Fläche unter dem Graphen von
rechts der
-Achse entspricht:
.
Auf diese Weise hast du gezeigt, dass die Aussage wahr ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Bolzen in eine zufällig ausgewählte Buchse passt, größer als
ist.