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Textinterpretation

Eine Definition

  • Das Interpretieren eines Textes bedeutet, dass man versucht, über die reine Beschreibung eines Textes hinauszugehen und seine Bedeutung, die Absichten des Autors und andere Aspekte zu verstehen.
  • Letzteres wird normalerweise auf literarische Texte angewendet, wie Romane, Dramen und Gedichte, aber auch Gebrauchstexte wie Werbeanzeigen können durch eine Textinterpretation in ihrer Bedeutung und anderen Aspekten erschlossen werden.

Worauf es bei einer Textinterpretation ankommt

  • Klarheit: Bevor du deine Textinterpretation ausschreibst, ordne deine Gedanken. Damit die Leser*innen deiner Interpretation deine Argumentation nachvollziehen können, ist es von fundamentaler Bedeutung, dass du selbst eine klare Vorstellung davon hast, was du mit dem Geschriebenen aussagen möchtest.
  • Struktur: Mach dir einen Plan – schreib dir deine Überlegungen zunächst in Stichpunkten auf. Jeder Analyse muss zunächst immer eine Deutung vorausgehen und jede Deutung soll Textbelege beinhalten. Je besser der Aufbau deines Konzepts, desto besser wird die Qualität deiner Textinterpretation sein.
  • Treffsicherheit: Anders als zunächst vermutet, überzeugt eine gute Textinterpretation nicht durch Länge, sondern die Fähigkeit, auf den Punkt zu kommen. Achte hierfür besonders auf den Ausdruck und Aufbau deiner Interpretation. Vermeide komplizierten Satzbau und überprüfe deinen Text anschließend nochmal auf Lesefluss und Nachvollziehbarkeit.

Der Aufbau einer Textinterpretation

  • Hinführung und Eckdaten zum Text: Ermittle Fakten wie Autor, Titel, Textsorte, Epoche, Erscheinungszeit und Thema des vorliegenden Textes. Gegebenenfalls ist eine kurze Hinführung sinnvoll.
  • Kurze Inhaltsangabe: Gib in wenigen Sätzen den Inhalt des Textes wieder. Wichtig ist hierbei: Erzähle nicht nach, sondern fasse in eigenen Worten die essenziellen Handlungspunkte zusammen.
  • Aufbauanalyse: Erläutere, wie der Text konstruiert ist. Gehe hierbei auf die Punkte Erzählweise, Erzählperspektive, Erzählerrolle, Tempus, Raum und Ort ein.
  • Charaktere: Arbeite die relevanten Grundzüge der Protagonist*innen in Form von Charakterisierungen heraus. Bette die jeweilige Personenbeschreibung in den entsprechenden Handlungskontext ein. Auch eine Figurenkonstellation ist an dieser Stelle sinnvoll.
  • Handlung: Arbeite die äußere vs. innere Handlung heraus.
  • Symbole und Motive: Finde heraus, welche symbolischen und motivischen Komponenten dem Text zugrunde liegen. In dem Zuge kannst du auch Aspekte wie Wetter, Stimmung, Farben, Zeit sowie hoch frequentiert vorkommende Zeichen eingehen.
  • Form und Sprache: Untersuche den Text auch auf sprachlicher Ebene, indem du die vorhandenen Stilmittel heraussuchst und auf ihre Bedeutung und Wirkung hin analysierst. Gehe auch auf den Schreibstil des Textes ein und schaffe Zusammenhänge zwischen sprachlichen und epochalen Merkmalen. Liegen darüber hinaus Sprachbilder (Rhetorik) vor?
  • Kontext: Die Einbettung des Textes in den politischen sowie historischen Kontext ist ebenso ein wichtiger Bestandteil der Interpretation. Verdeutliche eventuelle Bezüge zwischen Werk und politischer Lage sowie historischem Rahmen.
  • Fazit: Im Schlussteil einer Textinterpretation solltest du alle vorangegangenen Punkte noch einmal abschließend resümieren und gegebenenfalls einen Aktualitätsbezug herstellen oder einen Ausblick formulieren.