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Johann Wolfgang von Goethe

Biografie

Johann Wolfgang von Goethe (* 28.08.1749 - † 22.03.1832)
Deutsch Basiswissen Autoren Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang Goethe, Ölgemälde von Joseph Karl Stieler, 1828 (hier zum Nachweis)

Zeitliche Einordnung und typische Themen seiner Werke

  • Die Anfänge von Goethes Schaffen fallen in die Zeit des Rokoko bzw. der Anakreontik. Seine Jugendgedichte sind von freier, beschwingter Form geprägt und behandeln Themen wie Erotik, Sinnlichkeit, Genuss und die Freude am Leben.
  • In Straßburg entwickelte Goethe sich weiter und prägte die Strömung des Sturm und Drang. Hier betonte er die Rolle des Gefühls, das Individuum in einer einzwängenden Gesellschaft, die (unglückliche) Liebe und kritisiert die Normen der Gesellschaft. Goethe hat sich intensiv mit den gesellschaftlichen und politischen Fragen seiner Zeit auseinandergesetzt. Die Werke dieser Phase, wie Die Leiden des jungen Werthers, sind von intensiven Gefühlen und freiem Ausdruck geprägt und thematisieren soziale Strukturen und Hierarchien. Auch seine frühe Lyrik im Sturm und Drang ist subjektiv und behandelt Themen wie Liebe, Freiheit und Genie.
  • Nach seiner Italienreise entwarf Goethe mit Schiller das philosophisch-künstlerische Konzept der Weimarer Klassik. Goethe orientierte sich an Themen aus Mythologie und Geschichte, interessierte sich für antike Kunst und Kultur. Werke dieser Phase zeugen von einem Streben nach zeitloser, klassischer Kunst und humanistischen Idealen.
  • Gegen Ende seines Lebens reagierte Goethe auf die Romantik, der er ablehnend gegenüberstand. Dennoch verarbeitete er in Faust einige romantische Motive. Seine späte Lyrik, besonders im West-östlichen Divan, reflektiert orientalische Mystik und beschäftigt sich mit Themen wie Ewigkeit, Natur und der Suche nach dem Göttlichen in der Welt.
  • Religiöse und spirituelle Themen finden sich in Goethes Werken oft in Form von Reflexionen über das Göttliche, das Schicksal und die moralischen Konflikte. Goethes Faust wirft bspw. religiöse, philosophische und ethische Fragen auf.
  • Goethe hatte ein tiefes Interesse an der Natur und verfolgte eine eigene naturphilosophische Perspektive. Sein Werk Faust enthält viele Naturbeschreibungen und philosophische Überlegungen zur Natur.
  • Insgesamt greift Goethe „ewige Themen“ auf, darunter die Liebe, den Tod und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Die universalen Themen machen seine Werke für ein breites Publikum verständlich und ansprechend, von Intellektuellen bis zu durchschnittlich gebildeten Freizeitlesern.
  • Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und der Weg zur Selbsterkenntnis sind wiederkehrende Themen in Goethes Werken. In Wilhelm Meisters Lehrjahre wird die Entwicklung des Protagonisten hin zur Selbstfindung thematisiert.

Form und sprachlicher Stil

  • Der Autor wird als natürlicher Dichter beschrieben, der seine Emotionen ungefiltert auf Papier bringt. Seine Sprache ist gefühlvoll und musikalisch, wodurch er den Ruf eines Dichters mit hoher emotionaler Ausdruckskraft erlangt.
  • Goethes Stil ist äußerst vielfältig und anpassungsfähig. Er beherrscht die feierliche Sprache des Hofes ebenso wie die leidenschaftlich-offenherzige Sprache der Jugend. Insbesondere in der Lyrik zeugt er sich als Meister der Metaphern, die leicht zugänglich sind. Sein Einfluss auf die Naturlyrik, die Theodor Fontane als Vorbild galt, ist besonders nachhaltig.
  • Außerdem reagierte Goethe auf die Veränderungen in der deutschen Sprache und Literatur seiner Zeit. Sein Sprachstil durchlief im Laufe seines Lebens zahlreiche Änderungen. Seine Werke aus der Zeit des Sturm und Drang zeichnen sich durch eine freie Rhythmik und Reimlosigkeit aus. Seine Sprache ist impulsiv und leidenschaftlich. In der späteren Weimarer Klassik entdeckte Goethe die klassischen Formen für sich, entwickelte einen ausgewogeneren Stil und strebte nach einer universalen Ästhetik. In den verschiedenen Phasen seines Schaffens reflektierte er die jeweilige literarische Strömung in seiner Sprache.
  • Goethes literarisches Schaffen erstreckt sich über verschiedene Genres, darunter Lyrik, Dramen, Romane, Essays und Autobiografien. Seine Dramen, darunter Götz von Berlichingen und Faust (Teil I und II), zeugen von seinem Formenreichtum. In Faust verbindet er verschiedene literarische Elemente und Genres, von der Tragödie über die Komödie bis hin zur mystischen Symbolik.

Ausgewählte Werke

  • Dramen

  • \(\rightarrow\) Götz von Berlichingen (1773)
    \(\rightarrow\) Iphigenie auf Tauris (1779)
    \(\rightarrow\) Egmont (1789)
    \(\rightarrow\) Faust I (1808)
    \(\rightarrow\) Faust II (1832 posthum veröffentlicht)
  • Romane und Erzählungen

  • \(\rightarrow\) Die Leiden des jungen Werthers (1774)
    \(\rightarrow\) Wilhelm Meisters Lehrjahre (1796)
    \(\rightarrow\) Hermann und Dorothea (1797)
    \(\rightarrow\) Die Wahlverwandtschaften (1809)
    \(\rightarrow\) Die Novelle (1828)
  • Lyrische Werke

  • \(\rightarrow\) Prometheus (1774)
    \(\rightarrow\) Der König in Thule (1774)
    \(\rightarrow\) Willkommen und Abschied (1775)
    \(\rightarrow\) Mailied (1775)
    \(\rightarrow\) Der Erlkönig (1782)
    \(\rightarrow\) Heidenröslein (1789)
    \(\rightarrow\) Grenzen der Menschheit (1789)
    \(\rightarrow\) West-östlicher Divan (1819)
  • Autobiografische Werke

  • \(\rightarrow\) Dichtung und Wahrheit (1811)
    \(\rightarrow\) Italienische Reise (1816)
    \(\rightarrow\) Kampagne in Frankreich 1792 (1822)
  • Wissenschaftliche Werke

  • \(\rightarrow\) Über den Zwischenkieferknochen des Menschen (1786)
    \(\rightarrow\) Versuch die Metamorphose er Pflanzen zu erklären (1790)
    \(\rightarrow\) Farbenlehre (1810)