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Kommunikationsmodelle

Kommunikationsmodelle im Deutschunterricht

  • Verständnis von Kommunikation: Kommunikationsmodelle helfen Schülerinnen und Schülern zu verstehen, wie Kommunikation funktioniert. Indem sie die verschiedenen Elemente und Prozesse der Kommunikation aufzeigen, ermöglichen sie ein besseres Verständnis dafür, wie Nachrichten übermittelt, empfangen und interpretiert werden.
  • Analyse von Kommunikationsprozessen: Kommunikationsmodelle bieten eine Grundlage für die Analyse von Gesprächen, Texten und anderen Kommunikationsformen. Sie können dazu verwendet werden, um zu untersuchen, wo und warum Kommunikation erfolgreich ist oder scheitert.
  • Entwicklung von Sprachkompetenz: Durch das Verständnis der Struktur und Funktion von Kommunikation können Schülerinnen und Schüler ihre eigene Sprachkompetenz verbessern. Sie lernen, wie sie ihre Botschaften klarer formulieren und Missverständnisse vermeiden können.
  • Kritische Reflexion: Modelle ermöglichen es den Lernenden, kritisch über die Art und Weise nachzudenken, wie Sprache in verschiedenen Kontexten verwendet wird. Dies schließt die Betrachtung von Aspekten wie Machtverhältnissen, sozialen Normen und kulturellen Unterschieden ein.
  • Medienkompetenz: In einer Welt, in der Medien eine zentrale Rolle spielen, helfen Kommunikationsmodelle dabei zu verstehen, wie Informationen über verschiedene Kanäle verbreitet werden und welche Effekte dies haben kann.
  • Praktische Anwendung: Die Modelle sind nicht nur theoretisch nützlich; sie haben auch praktische Anwendungen im Alltag der Schülerinnen und Schüler. Beispielsweise können sie bei der Vorbereitung auf Präsentationen oder Diskussionen hilfreich sein.
  • Interdisziplinäre Verknüpfungen: Kommunikationsmodelle sind nicht nur im Fach Deutsch relevant, sondern auch in anderen Fächern wie Sozialwissenschaften oder Ethik. Sie fördern interdisziplinäres Denken und Lernen.
  • Sprachbewusstsein: Durch die Auseinandersetzung mit Kommunikationsmodellen entwickeln Lernende ein Bewusstsein für die Vielschichtigkeit von Sprache und deren Wirkung in unterschiedlichen Kontexten.
  • Förderung von Empathie: Ein tieferes Verständnis für kommunikative Prozesse kann dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler sich besser in andere hineinversetzen können – ein wichtiger Aspekt sozialer Kompetenz.
  • Vorbereitung auf das Berufsleben: Effektive Kommunikation ist eine Schlüsselqualifikation in vielen Berufen. Der Umgang mit Kommunikationsmodellen im Unterricht bereitet Jugendliche darauf vor, diese Fähigkeit im späteren Berufsalltag anzuwenden.

Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver

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Das Sender-Empfänger-Modell, auch bekannt als das Shannon-Weaver-Modell, ist ein Kommunikationsmodell, das von Claude Shannon und Warren Weaver entwickelt wurde. Ursprünglich wurde es 1948 in Shannons bahnbrechender Arbeit A Mathematical Theory of Communication vorgestellt und diente der Beschreibung der technischen Aspekte der Informationsübertragung. Das Modell hat jedoch weitreichende Anwendung in verschiedenen Bereichen gefunden, einschließlich menschlicher Kommunikation.

Grundkomponenten

  • Informationsquelle (Sender): Dies ist der Ursprung der Nachricht, die übermittelt werden soll. Der Sender hat eine bestimmte Absicht oder Information, die er an den Empfänger kommunizieren möchte.
  • Encoder (Codierer): Der Encoder ist ein Mechanismus, der die Nachricht des Senders in ein Signal umwandelt, das über einen Kanal übertragen werden kann. Im Falle menschlicher Kommunikation könnte dies das Umformulieren von Gedanken in Worte sein.
  • Kanal: Der Kanal ist das Medium, durch das die codierte Nachricht vom Sender zum Empfänger übertragen wird. Beispiele für Kanäle sind Luft (bei gesprochener Sprache), Kabel (bei telefonischer oder Internetkommunikation) oder Radiowellen (bei drahtloser Kommunikation).
  • Rauschen (Noise): Rauschen bezieht sich auf jegliche Art von Störung oder Interferenz, die die Übertragung der Nachricht beeinträchtigen kann. Rauschen kann physischer Natur sein (z.B. statisches Rauschen im Telefon) oder abstrakter Natur (z.B. Missverständnisse aufgrund kultureller Unterschiede).
  • Decoder (Decodierer): Der Decoder ist das Gegenstück zum Encoder; er wandelt das empfangene Signal zurück in eine verständliche Form um, sodass der Empfänger die ursprüngliche Nachricht verstehen kann.
  • Empfänger: Der Empfänger ist die Person oder Einheit am anderen Ende des Kommunikationsprozesses, die die Nachricht erhält und interpretiert.

Zeichenmodell nach de Saussure

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Im Folgenden werden die Punkte aufgeführt, die Grundlage für das strukturalistische Verständnis von Sprache und Kommunikation nach de Saussure bilden.

Grundkomponenten

  • Das Zeichen besteht aus einem Signifikat (Bezeichnetes) und einem Signifikant (Bezeichnendes), die zusammen die Bedeutung des Zeichens bilden.
  • Die Beziehung zwischen Signifikat und Signifikant ist arbiträr, das bedeutet, dass es keine natürliche oder logische Verbindung zwischen ihnen gibt.
  • Die Bedeutung eines Zeichens entsteht durch seine Unterscheidung zu anderen Zeichen innerhalb eines sprachlichen Systems.
  • Sprache ist ein System von Zeichen, das auf Konventionen beruht und von einer Gemeinschaft geteilt wird.
  • Die Bedeutung eines Zeichens ist nicht absolut, sondern relativ und wird durch den Kontext bestimmt, in dem es verwendet wird.

Organon-Modell nach Bühler

Das Organon-Modell nach Karl Bühler beschreibt die drei grundlegenden Funktionen der Sprache: die Ausdrucksfunktion, die Appellfunktion und die Darstellungsfunktion. Es betont die Vielschichtigkeit der Kommunikation und die verschiedenen Ebenen, auf denen Sprache wirkt.
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Grundkomponenten

  • Die Sprache erfüllt drei grundlegende Funktionen: die Ausdrucksfunktion (Darstellung von Gedanken und Emotionen), die Appellfunktion (Einflussnahme auf den Hörer) und die Darstellungsfunktion (Referenz auf die Welt).
  • Die Sprache besteht aus drei Ebenen: der Ausdrucksebene (Ausdrucksmittel wie Worte und Sätze), der Appellebene (Beziehung zwischen Sprecher und Hörer) und der Darstellungsebene (Bezug zur außersprachlichen Realität).
  • Kommunikation ist ein komplexer Prozess, bei dem Sender und Empfänger durch verschiedene sprachliche Mittel miteinander interagieren.
  • Die Bedeutung eines Zeichens entsteht durch die Beziehung zwischen dem Zeichen selbst, dem Referenten in der realen Welt und dem mentalen Konzept des Sprechers.
  • Sprache dient nicht nur der Übermittlung von Informationen, sondern auch der sozialen Interaktion und der Konstruktion von Bedeutung.

Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun

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Das Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun repräsentiert unterschiedliche Aspekte der Kommunikation und verdeutlicht, dass jede Äußerung sowohl sachliche Informationen als auch persönliche Botschaften und Beziehungsinhalte enthalten kann. Das Modell hilft dabei, Missverständnisse in der Kommunikation zu erkennen und zu vermeiden.

Grundkomponenten

  • Das Sachohr: Dieses Ohr nimmt die sachliche Ebene der Kommunikation wahr, also Informationen, Fakten und Sachverhalte.
  • Das Selbstoffenbarungs- oder Selbstkundgabeohr: Dieses Ohr bezieht sich auf die persönliche Ebene der Kommunikation, in der der Sprecher etwas über sich selbst preisgibt, wie Gefühle, Meinungen oder Wünsche.
  • Das Beziehungs- oder Appellohr: Dieses Ohr betrifft die Beziehungsebene der Kommunikation, in der der Sprecher versucht, den Hörer zu beeinflussen oder eine bestimmte Reaktion hervorzurufen.
  • Das Apellohr: Dieses Ohr bezieht sich auf die Appellebene der Kommunikation, in der der Hörer aufgefordert wird, etwas zu tun oder eine bestimmte Handlung zu vollziehen.