Einführung
Eine Definition
- Materialgestütztes Schreiben ist eine Aufgabenform, die in verschiedenen Prüfungen und im Unterricht verwendet wird, um die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu testen, Informationen aus vorgegebenen Materialien zu entnehmen, zu analysieren und auf dieser Grundlage einen eigenen Text zu verfassen.
- Der Operator materialgestütztes Schreiben kann zum Beispiel in Form eines Kommentars oder Essays oder einer anderen Textform stattfinden.
Die Anforderungen materialgestützten Schreibens
- Selektives Lesen: Hierbei geht es darum, dass du aus den zur Verfügung gestellten Texten gezielt die Informationen herausfilterst, die für das Verfassen des eigenen Textes relevant sind. Im Unterschied zu einer umfassenden Textanalyse, wie sie bei der Erörterung erwartet wird, musst du nicht jeden Aspekt der bereitgestellten Materialien detailliert bearbeiten. Stattdessen solltest du dich auf die wesentlichen Punkte konzentrieren, die für deine eigene Texterstellung von Bedeutung sind. Um selektives Lesen voraussetzen zu können, ist es notwendig, dass du die vorliegenden Materialquellen verstanden hast.
- Nicht lineare Texte verstehen: Beim materialgestützten Schreiben wird unter anderem auch von dir erwartet, dass du andere Informationsquellen wie Diagramme, Grafiken und Tabellen analysieren und deren Inhalte in einen fließenden Text umformulieren kannst.
- Komparatives und kontrastierendes Lesen und Schreiben: Identifiziere sowohl expliziten als auch die subtilen Verbindungen zwischen den diversen Quellen und setze diese in Relation zueinander sowie zum übergeordneten Diskussionsthema und bewerte sie kritisch. Das Schreiben mit Materialbezug erfordert, dass du die Quellen weiter verarbeitest, welche nicht lediglich als Inspirationsquelle dienen dürfen.
- Kommunikative Textsorten beherrschen: Es ist notwendig, dass du im Umgang, Arbeiten sowie Erstellen mit kommunikativen Textsorten wie Essays, Kommentaren etc. vertraut bist. Diese Textsorte zeichnet sich durch ihre Ausrichtung auf den Austausch von Informationen, Gedanken oder Gefühlen zwischen Sender und Empfänger aus. Sie ist in der Regel zielgerichtet, sprachlich an die Zielgruppe angepasst und verfolgt eine klare Intention, wie etwa informieren, überzeugen, unterhalten oder instruieren. Die Sprache ist oft direkt und klar strukturiert, wobei je nach Kontext auch rhetorische Mittel eingesetzt werden können.
Wichtige Schritte beim materialgestützten Schreiben
- Textverständnis sichern: sorgfältiges Lesen des oder der vorgegebenen Texte; Klärung von Unklarheiten (z.B. unbekannte Wörter, historischer Kontext); Erfassen der grundlegenden Aussagen und Strukturen des Textes
- Analyse des Materials: Untersuchung formaler Aspekte; Herausarbeiten inhaltlicher Merkmale (Themen, Motive, Figuren).
- Strukturierung der Arbeit: Erstellung eines Konzepts oder einer Gliederung für den eigenen Text; Festlegung einer sinnvollen Reihenfolge für die Präsentation der Analyseergebnisse und Analyseansätze.
- 1. Evaluation: Überarbeitung der bisher entwickelten Material- und Ideensammlung sowie der ersten Formulierungen auf Textebene
- Formulierung: eigentliche Textproduktion; Formulierung einer Einleitung, die das Thema einführt und die zentrale Fragestellung bzw. These vorstellt; Ausarbeitung des Hauptteils mit Analysen, Vergleichen und Interpretationen; Verfassen eines Schlussteils, der die Ergebnisse zusammenfasst und möglicherweise einen Ausblick gibt.
- 2. Evaluation: abermalige Überarbeitung des inzwischen ausformulierten Textes; Überprüfung der Rechtschreibung und Grammatik; Verbesserung von Stil und Ausdruck; Sicherstellung einer logischen Struktur und Kohärenz des Textes; finales Korrekturlesen
- Ausformulierung: Implementierung neu gewonnener Gedanken und Erkenntnisse; Vornahme finaler Änderungen
- Reflexion: Kritische Betrachtung des eigenen Schreibprozesses; Bewertung der Stichhaltigkeit der Argumentation; Überdenken des Umgangs mit dem Material im Hinblick auf zukünftige Aufgaben.