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Friedrich Schiller

Biografie

Friedrich Schiller (* 10.11.1759 - † 09.05.1805)
Deutsch Basiswissen Autoren Friedrich Schiller
Friedrich Schiller (hier zum Nachweis)

Zeitliche Einordnung und typische Themen seiner Werke

  • In seiner Jugendzeit war Schiller Teil der literarischen Bewegung „Sturm und Drang“ (1765-1785), die von intensiven Emotionen, Individualismus und einem Widerstand gegen gesellschaftliche Normen geprägt war.
  • Später prägten Schiller und sein Freund Goethe die Weimarer Klassik, die sich durch einen Rückgriff auf klassische Antike, Harmonie und Ordnung auszeichnete. Schillers Hauptschaffensperiode fällt in diese Zeit.
  • Schiller war von der Idee der Freiheit fasziniert, insbesondere im Kontext der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen seiner Zeit. In seinen Dramen, wie Die Räuber und Wilhelm Tell, sowie in einigen Gedichten reflektiert er über den Kampf für persönliche und gesellschaftliche Freiheit. Schiller wird oft „Dichter der Freiheit“ genannt. Besonders bei den nationalistischen Studenten war er sehr beliebt, da er für die nationale Einheit der Deutschen schrieb. Allerdings konnte er dies nur andeuten, da die meisten Fürsten zu seinen Lebzeiten der Idee eines Nationalstaats abgeneigt waren bzw. diese Idee für gefährlich hielten. Das Streben nach dem Ideal der Freiheit ist schließlich ebenso ein Wesenszug der Person Schiller wie der Figuren seiner Werke. Daher sollten seine Werke auch stets das menschliche Gute darstellen und die Leser*innen bzw. Zuschauer*innen zum guten Handeln anleiten.
  • Außerdem war er stark von ethischen Fragen und moralischen Dilemmata beeinflusst. Unter anderem in seinen Dramen Maria Stuart und Kabale und Liebe erkundet Schiller die Konflikte zwischen moralischen Prinzipien und politischen Machenschaften.
  • Viele seiner Dramen, besonders Die Räuber, thematisieren zusätzlich den Widerstand gegen Tyrannei und gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Schiller stellte sich oft die Frage nach der moralischen Legitimität von Widerstand und Rebellion.
  • Weiterhin war Friedrich Schiller ein Verfechter des Idealismus. Seine Werke wie Ode an die Freude und Das Ideal und das Leben reflektieren das Streben nach moralischer und ästhetischer Vollkommenheit.
  • Die Darstellung von Liebe und Leidenschaft ist ebenfalls ein wiederkehrendes Thema in Schillers Werken. In Kabale und Liebe konstatiert Schiller ständeübergreifende Liebe und die Herausforderungen, die damit verbunden sind.
  • In Dramen wie Don Carlos und Wallenstein thematisiert Schiller die sozialen Konflikte zwischen den Pflichten gegenüber dem Staat oder der Gesellschaft und den persönlichen Wünschen und Ambitionen der individuellen Charaktere.
  • Schiller entwickelte eigene philosophische Theorien zur Kunst, Ästhetik und Idealismus. Er betont die Verbindung von Schönheit, Moral und Wahrheit in der Kunst. Schillers Lyrik zeichnet sich durch einen philosophischen Ansatz aus, der Erkenntnisse aus Geschichtswissenschaft und Philosophie integriert. Er glaubte, dass der Mensch durch die Wahrnehmung von Schönheit zum Guten erzogen werden könne.

Form und Sprachstil

  • Schillers Stil variiert je nach Phase seiner Schaffenszeit. In der Sturm-und-Drang-Zeit ist sein Ausdruck leidenschaftlich, emotional und bisweilen vulgär. Er verwendet sowohl hochsprachliche Sätze mit vielen rhetorischen Stilmitteln als auch rohe, ungeschmückte Sprache. Diese Vielfalt dient dazu, die Zugehörigkeit seiner Figuren zu verschiedenen gesellschaftlichen Schichten zu betonen. Der Autor setzte sich für die Idee ein, dass die Form dem Inhalt dienen sollte, und dass die künstlerische Freiheit wichtiger sei als strenge Regeln. Häufig verzichtete er auf die Verwendung traditioneller Reimschemata und setzte freiere Rhythmen ein.
  • Friedrich Schiller schrieb für ein breites Publikum, sowohl für die intellektuelle Elite als auch für die bürgerliche Mittelschicht. Seine Zeitschriftenartikel sind heute schwer verständlich aufgrund langer und verschachtelter Sätze, während seine Dramen und Gedichte auch einfache, klare und schlichte Sätze enthalten.
  • In seiner klassischen Zeit dominiert das Hochsprachliche. Selbst Charaktere aus einfachen Verhältnissen, wie der Bauer Thibaut in Die Jungfrau von Orléans sprechen eine hohe Sprache. Dies entspricht Schillers Konzept, dass Menschen in seiner Kunst das Schöne sehen sollen, um zum Ideal des stets gut handelnden Menschen erzogen zu werden.
  • Schiller entwickelte die Theorie des Pathetisch-Erhabenen, bei der das Erhabene als ein anziehender Eindruck durch Vorbildlichkeit definiert wird. Das Erhabene übersteigt unsere Fassungs- und Lebenskraft und lässt uns unsere Grenzen spüren. Kunst, insbesondere Heldenfiguren, können nach Schiller dazu dienen, das Erhabene zu vermitteln und den Menschen für moralische Werte zu sensibilisieren. Er sieht das Pathetische als künstlisches Unglück, das in Büchern oder Filmen stattfindet. Es ermöglicht dem Menschen, sich mit Gefahren auseinanderzusetzen und diese zu bewältigen. Die Verbindung von Pathetischem mit dem Erhabenen macht das Pathetische moralisch wirkungsvoll.
  • Seine Werke tragen oft seinen philosophischen Ansatz zur Freiheit und dem Ideal des guten Handelns. Seine Sprache dient nicht nur der ästhetischen Gestaltung, sondern auch der moralischen Erziehung der Leser- bzw. Zuschauer*innen.

Ausgewählte Werke

  • Dramen

  • \(\rightarrow\) Die Räuber (1781)
    \(\rightarrow\) Kabale und Liebe (1784)
    \(\rightarrow\) Don Carlos (1787)
    \(\rightarrow\) Maria Stuart (1800)
    \(\rightarrow\) Wallenstein (1800)
    \(\rightarrow\) Die Jungfrau von Orléans (1801)
  • Gedichte

  • \(\rightarrow\) Ode an die Freude (1785)
    \(\rightarrow\) Der Handschuh (1797)
    \(\rightarrow\) Die Kraniche des Ibykus (1797)
    \(\rightarrow\) Das Lied von der Glocke (1799)
    \(\rightarrow\) Das Ideal und das Leben (1804)
  • Philosophische Schriften

  • \(\rightarrow\) Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795)