Aufgabe 1
a)
Größtmöglichen Definitionsbereich bestimmen
Hier ist die Funktion

durch
gegeben. Deine Aufgabe ist es den größtmöglichen
Definitionsbereich von

zu bestimmen.
Der Definitionsbereich

gibt alle Werte an, die man in die Funktion einsetzen darf. Der natürliche Logarithmus ist allgemein nur für Zahlen echt größer Null definiert.
In diesem Fall ist die Funktion für alle

definiert, für die gilt
Der Definitionsbereich ist somit

. Alternativ kann der Definitionsbereich auch so angegeben werden:
![\(\mathbb{D}=]-9;\infty[\)](https://mathjax.schullv.de/cf1c38a2ddbf3f586374f466b601546e2446cd4de43300a3d34602560d8d42b8?color=5a5a5a)
.
Wertebereich bestimmen
Der
Wertebereich der natürlichen Logarithmusfunktion ist gesamt

.
Der Wertebereich ist deshalb
Nullstellen ermitteln
Nullstellen sind die Stellen, an denen der Funktionswert einer Funktion gleich Null ist. Um diese zu bestimmen, musst du den Funktionsterm mit Null gleichsetzen und nach

auflösen.
Die Funktion

hat eine Nullstelle bei
Schnittpunkt des Graphen
mit der
-Achse
Der Graph einer Funktion schneidet an der Stelle

die

-Achse. Wenn du die Koordinaten für den Schnittpunkt bestimmen willst, musst du

in den Funktionsterm einsetzen.
Der Schnittpunkt mit der

-Achse ist

oder

.
Gleichung der Asymptote
Der natürliche Logarithmus strebt gegen

wenn der Term in Klammer gegen Null strebt. An dieser Stelle liegt eine senkrechte
Asymptote vor.
Bei dieser Funktion geht

für

. Die Asymptotengleichung ist
Beschreiben des Graphen
Der Verlauf des Graphen

entspricht dem Verlauf des Graphen der natürlichen Logarithmusfunktion

mit

. Der Unterschied liegt darin, dass der Graph

gegenüber dem Graphen der Funktion

um 9 Einheiten in Richtung der negativen

-Achse verschoben ist. Da die Funktion

keine lokalen
Extremstellen hat, hat auch die Funktion

keine lokalen Extremstellen.
Zeichnen des Graphen
Der Graph hat die selbe Form wie der Graph der Funktion

, ist allerdings um 9 Einheiten in Richtung der negativen

-Achse verschoben. Bei

besitzt er eine senkrechte Asymptote. Für

-Werte, die kleiner als

sind, ist er nicht definiert. Die

-Achse wird an der Stelle

geschnitten. Die

-Achse wird bei

vom Graphen geschnitten. Der Anstieg des Graphen wird für

maximal und nimmt im Verlauf mit steigenden

-Werten weiter ab, bleibt allerdings stets positiv.
b)
Zeige, dass
eine Stammfunktion von
ist
Die Funktion

ist gegeben durch die Gleichung
Um zu zeigen, dass

eine Stammfunktion von

ist, musst du

ableiten und überprüfen, ob der Funktionsterm der Ableitung mit dem Funktionsterm von

übereinstimmen.
Zum Ableiten verwendest du hier die Produkt- und die Kettenregel
Du hast jetzt gezeigt, dass die Ableitung von

gleich

ist, somit ist

eine Stammfunktion von

.
Maßzahl des Flächeninhalts
Hier sollst du den
Flächeninhalt zwischen dem Graphen

, der Strecke

und der Abszissen-Achse, also der

-Achse, bestimmen. Als erstes solltest du eine Skizze anfertigen, in der du die Fläche, deren Flächeninhalt du bestimmen willst, aufzeichnest. Wenn du dir die Skizze ansiehst, kannst du besser verstehen, um welche Fläche es sich handelt.
Um den Flächeninhalt zu bestimmen, teilst du die Fläche in zwei Teilabschnitte. Der erste Abschnitt beginnt an der Schnittstelle des Graphen mit der

-Achse und endet an der Schnittstelle des Graphen von

mit der Strecke

. Der Flächeninhalt der Fläche lässt sich als Integral über die Funktion

bestimmen.
Die zweite Teilfläche bildet die Fläche unter der Strecke

. Da es sich bei der Fläche unter der Strecke

um ein rechtwinkliges Dreieck handelt, kann die Fläche über die Höhe und Breite des Dreiecks bestimmt werden.
1. Schritt: Integral berechnen
Um das
Integral zu berechnen, benötigst du eine
Stammfunktion der Funktion

. Du hast bereits gezeigt, dass

eine Stammfunktion von

ist, daher kannst du

als Stammfunktion verwenden. Die Integrationsgrenzen sind die Schnittstelle des Graphen

mit der

-Achse bei

und die Schnittstelle des Graphen

und der Strecke

bei

.
2. Schritt: Flächeninhalt des Dreiecks bestimmen
Bei der zweiten Teilfläche handelt es sich um ein
rechtwinkliges Dreieck. Der Flächeninhalt eines solchen Dreiecks kannst du mit dieser Formel bestimmen:
Die Grundseite

geht von

bis

, die Länge der Grundseite ist also

. Die Höhe

steht senkrecht auf der Grundseite, sie ist in durch den Funktionswert der Schnittstelle zwischen Graph und Strecke

gegeben. Die Schnittstelle ist bei

, der Funktionswert ist
Die Fläche des Dreiecks ist also:
3. Schritt: Summe bilden
Abschließend musst du die beiden Flächeninhalte addieren, um auf ein Endergebnis zu kommen.
Die Maßzahl ist in etwa 11,5 FE.
c)
Stellen gleicher Steigung der Graphen von
und
bestimmen
Die
Steigung eines Graphen ist immer durch die erste Ableitung der Funktion gegeben. Die Stellen, an denen beide Graphen die gleiche Steigung haben, sollst du bestimmen. Dazu musst du beide Funktionen einmal ableiten, gleichsetzen und nach

auflösen.
1. Schritt: Ableitungen bilden
Die Ableitung von

bildest du mit der Kettenregel, die Ableitung von

mit der Potenzregel.
2. Schritt:
-Stellen bestimmen
Um die Gleichung zu lösen, gibt es zwei Möglichkeiten. Du verwendest entweder die
Mitternachtsformel oder die
pq-Formel.
Mitternachtsformel:
pq-Formel:
Die Stellen, an denen die Graphen der Funktionen

und

den selben Anstieg haben, sind

und

.
d)
Zeige, dass
an der Stelle
nicht stetig ist

ist gegeben durch:
Um zu zeigen, dass eine beliebige Funktion

an einer Stelle
stetig ist, muss an der Stelle

eine Bedingung erfüllt sein.
Wobei

bedeutet, dass man sich von der positiven

-Richtung an die Stelle

nähert.

bedeutet dementsprechend, dass man sich von der negativen

-Richtung an die Stelle

nähert. Zusammenfassend willst du also zeigen oder widerlegen, dass der Funktionswert an der Stelle

gleich bleibt, egal aus welcher Richtung man sich der Stelle nähert.
Um zu zeigen, dass

bei

nicht stetig ist, zeigst du, dass die Stetigkeitsbedingung nicht erfüllt ist. Dazu überprüfst du, ob die Funktionswerte übereinstimmen, wenn man sich von der negativen

-Richtung, also x \lt x

, an x

und von der positiven

-Richtung, also x \gt x

, an x

nähert.
Die Werte stimmen nicht überein, somit ist die Funktion

an der Stelle

nicht stetig.
Zeige, dass
an der Stelle
nicht differenzierbar ist
Eine Funktion

ist an einer Stelle
differenzierbar, wenn diese Bedingung erfüllt ist:
Das bedeutet, dass die Ableitung an der Stelle

übereinstimmen muss, egal ob du dich von der positiven oder negativen

-Richtung näherst.
1. Schritt: Ableiten
Um zu zeigen, dass die Bedingung nicht erfüllt ist, leitest du die Funktion

zunächst ab:
2. Schritt:
einsetzen
Im nächsten Schritt musst du die Stelle, an der du die Differenzierbarkeit überprüfen willst, in die Ableitung einsetzen und überprüfen, ob der Wert der Ableitung an dieser Stelle aus beiden Richtungen übereinstimmt. Hier ist die gesuchte Stelle bei

.
Du siehst, dass sich der Ableitungswert unterscheidet wenn man sich von positiver und negativer

-Richtung an die Stelle

nähert. Somit ist die Funktion

an der Stelle

nicht differenzierbar.