Pflichtaufgabe 3 - Stochastik
Testbogen
Antwort | wahr | falsch | |
Testaufgabe 1 | 1 | ||
2 | |||
Testaufgabe 2 | 1 | ||
2 | |||
... | ... | ... | ... |
Ein Unternehmen entwickelt für die Auswahl von Auszubildenden einen MC-Test (Multiple-Choice-Test). Zu jeder der Testaufgaben gibt es genau zwei Auswahlantworten, die jeweils entweder wahr oder falsch sind. Eine Testaufgabe gilt als richtig gelöst, wenn für jede Auswahlantwort das Zutreffende angekreuzt worden ist.
Es wird angenommen, dass ein Bewerber bei jeder Auswahlantwort rein zufällig ankreuzt. Die Zufallsgrößen
A:
Der Bewerber löst in einem solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben die ersten 10 Testaufgaben richtig.
B:
Der Bewerber löst in einem solchen MC-Test mit 120 nur die ersten 10 Testaufgaben richtig.
Begründen Sie ohne Rechnung, dass die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses A größer als die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses B sein muss.
b)
Ein solcher MC-Test gilt als bestanden, wenn mindestens 30 % der Testaufgaben richtig gelöst wurden.
Berechnen Sie unter Verwendung der Standardnormalverteilung die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Bewerber einen solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben besteht. Bestimmen Sie unter Verwendung der Standardnormalverteilung den kleinstmöglichen Wert
Zur Überprüfung dieser Vermutung bearbeitet eine Person mit wenig Sachkenntnis 100 Testaufgaben. Die Zufallsgrößen
Ermitteln Sie für die Nullhypothese
a)
Binomialverteilung begründen
Du hast folgende Situation gegeben: Ein Unternehmen erstellt für die Auswahl ihrer Azubis einen Multiple-Choice-Test mit mehreren Testaufgaben.
Zu jeder dieser Aufgaben gibt es zwei Antwortmöglichkeiten, die entweder richtig oder falsch sein können. Der Bewerber muss für beide Antworten entscheiden, ob sie richtig oder falsch sind, also zwei Kreuze pro Aufgabe auf dem Testbogen setzen.
Eine Testaufgabe gilt als richtig gelöst, wenn für jede der beiden Auswahlantworten das Zutreffende angekreuzt worden ist.
Die Zufallsgröße
beschreibt die Anzahl der richtig gelösten Testaufgaben in diesem MC-Test mit
Testaufgaben.
Für die Binomialverteilung sind die drei folgenden Eigenschaften maßgeblich:
(Anzahl der richtig gelösten Testaufgaben) können daher als binomialverteilt angesehen werden.
Erfolgswahrscheinlichkeit begründen
Da sich der Azubi bei jeder Auswahlantwort zufällig zwischen richtig und falsch entscheidet und die Antworten unabhängig voneinander sind, handelt es sich hier um ein Laplace-Experiment. Für Laplace-Experimente berechnet sich die Wahrscheinlichkeit zu:
Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Antwort das Zutreffende anzukreuzen, beträgt demnach:
.
Als richtig beantwortet gilt eine Frage nur dann, wenn für beide Antwortmöglichkeiten das zutreffende Feld angekreuzt ist.
Du sollst begründen, warum die Wahrscheinlichkeit eine Aufgabe, also zwei Antworten, richtig zu lösen
beträgt.
Die Wahrscheinlichkeit
dafür, in einer Testaufgabe die beiden Antworten 1 und 2 richtig zu lösen, berechnest du folgendermaßen:
Damit trifft die Behauptung aus dem Aufgabentext zu.
Erwartungswert
berechnen
Du sollst den Erwartungswert der Zufallsgröße
berechnen. Für den Erwartungswert gilt:
Mit
und
folgt daraus:
Der Erwartungswert beträgt
.
Wahrscheinlichkeit berechnen
Eine binomialverteilte Zufallsgröße kannst du mit der Bernoulli-Formel berechnen:
Du sollst die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses berechnen, dass der Bewerber in einem MC-Test mit 120 Testaufgaben genau 25 richtig löst.
Dazu brauchst du die Parameter
,
,
und
.
Die Anzahl der Versuche ist mit
gegeben, ebenso wie die Anzahl der Treffer
. Die Trefferwahrscheinlichkeit entspricht der zuvor bestimmten Erfolgswahrscheinlichkeit
. Die Gegenwahrscheinlichkit ist demnach
.
Mit der Bernoulli-Formel kannst du nun die Wahrscheinlichkeit berechnen:
Mit einer Wahrscheinlichkeit von
löst der Bewerber in einem solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben genau 25 richtig.
Wahrscheinlichkeit von Ereignissen begründen
In diesem Aufgabenteil hast du zwei Ereignisse
und
gegeben.
größer sein muss als von
.
Beide Ereignisse gehen von demselben Test mit genau 120 Testaufgaben aus. In beiden Ereignissen müssen die ersten 10 Testaufgaben richtig gelöst werden.
Für Ereignis
müssen die ersten 10 Aufgaben richtig gelöst werden und die restlichen 110 Aufgaben können richtig oder falsch sein.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die letzten 110 Aufgaben richtig oder falsch sind beträgt
, also ist
.
Für Ereignis
müssen allerdings die restlichen 110 Testaufgaben falsch gelöst werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist
, genauer:
.
Da die Wahrscheinlichkeit die restlichen 110 Aufgaben falsch zu lösen geringer ist, als die letzten 110 Aufgaben richtig oder falsch zu lösen, und diese Wahrscheinlichkeit mit der Wahrscheinlichkeit, die ersten 10 Testaufgaben richtig zu lösen, multipliziert wird, gilt:
Die Wahrscheinlichkeit für Ereignis
ist größer als die Wahrscheinlichkeit für Ereignis
.
- Es wird angenommen, dass ein Bewerber bei jeder Auswahlantwort rein zufällig sein Kreuzchen setzt. Also kannst du davon ausgehen, dass die Antworten unabhängig voneinander gegeben werden.
- Für das Zufallsexperiment gibt es nur zwei mögliche Ausgänge: Eine Testaufgabe ist richtig gelöst oder nicht.
- Die Trefferwahrscheinlichkeit für beide Ausgänge ist mit
und
stets gleichbleibend.
Parameter | Erläuterung |
---|---|
Anzahl der Versuche insgesamt | |
Anzahl der Treffer | |
Trefferwahrscheinlichkeit | |
Gegenwahrscheinlichkeit |
Die Anzahl der Versuche ist mit
- Ereignis
: Der Bewerber löst in einem solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben die ersten 10 Testaufgaben richtig.
- Ereignis
: Der Bewerber löst in einem solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben nur die ersten 10 Testaufgaben richtig.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die letzten 110 Aufgaben richtig oder falsch sind beträgt
Die Wahrscheinlichkeit für Ereignis
b)
Berechnung der Wahrscheinlichkeit zum Bestehen eines solchen MC-Testes
Der Multiple-Choice-Test gilt als bestanden, wenn mindestens
der Testaufgaben richtig beantwortet wurden. Du sollst nun mit Hilfe der Standardnormalverteilung die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass ein Bewerber einen solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben besteht.
Die Zufallsgrößen
sind binomialverteilt. Diese Binomialverteilung kannst du für große Werte von
durch die Standardnormalverteilung approximieren.
Unter der Voraussetzung
, gilt der Grenzwertsatz von DeMoivre-Laplace:
Um nun die Wahrscheinlichkeit zum Bestehen des Tests zu berechnen, gehst du folgendermaßen vor:
bestimmen
Es müssen mindestens
der Testaufgaben richtig gelöst werden.
der Testaufgaben sind 36 Aufgaben. Du sollst also die Wahrscheinlichkeit
berechnen.
2. Schritt: Bedingung für Approximation prüfen
Für die Standardabweichung gilt:
In der Aufgabenstellung hast du
und
gegeben.
Da
ist, ist die Approximation der Binominialverteilung durch die Standardverteilung zulässig.
3. Schritt:
bestimmen
Nach dem Satz von DeMoivre-Laplace gilt
. Du sollst allerdings die Wahrscheinlichkeit
berechnen. Rechne hier also mit der Wahrscheinlichkeit der Gegenereignisses:
Damit folgt in diesem Fall:
Also musst du
für die Ungleichung
bestimmen:
Jetzt kannst du in der Tabelle der Standardnormalverteilung den Wert für
ablesen, für den
ist:
Jetzt kannst du die Wahrscheinlichkeit
bestimmen:
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Bewerber einen solchen MC-Test mit 120 Testaufgaben besteht beträgt
.
Kleinstmöglichen Wert
in der Ungleichung
bestimmen
Du sollst nun mit Hilfe der Standardnormalverteilung den kleinstmöglichen Wert für
in der Ungleichung
P(X_{120}\geq 120 \cdot h)\leq 0,01
bestimmen. Da sich die Parameter
und
nicht geändert haben, ist auch hier die Approximation durch die Standardnormalverteilung zulässig. Um
zu ermitteln kannst du nun folgendermaßen vorgehen:
bestimmen
Nach dem Satz von DeMoivre-Laplace gilt
. In der Aufgabenstellung ist eine etwas veränderte Ungleichung
gegeben. Diese Gleichung kannst du wie folgt umstellen:
Jetzt kannst du in der Tabelle der Standardnormalverteilung den Wert für
ablesen, für den die Wahrscheinlichkeit
das erste Mal den Wert
annimmt:
2. Schritt:
berechnen
Nach DeMoivre-Laplace gilt:
Setze für
den passenden Wert
und die Werte
bzw.
ein, um
zu bestimmen:
, sowie den Erwartzbgswert
hast du bereits berechnet. Damit kannst du jetzt die Gleichung nach
auflösen.
Der kleinstmögliche Wert für
in der Ungleichung
ist 0,346.
Information von
bezogen auf diesen MC-Test angeben
Abschließend sollst du nun angeben, welche Informationen der Wert
bezogen auf diesen Multiple-Choice-Test liefert.
gibt den Anteil der Testaufgaben an, die mindestens richtig gelöst werden müssen, um den MC-Test zu bestehen.
Das heißt, in diesem Fall müssen mindestens
, also mindestens 42 Testaufgaben, richtig gelöst werden, um den MC-Test mit einer Wahrscheinlichkeit unter
zu bestehen.
Dies bedeutet, der Test ist so konzipiert, dass die Wahrscheinlichkeit, bei totaler Unwissenheit den Test zu bestehen, weniger als
beträgt.
- 1. Schritt:
bestimmen.
- 2. Schritt: Überprüfen, ob der Satz von DeMoivre-Laplace angewendet werden darf.
- 3. Schritt: Mit Hilfe der Tabelle der Standardnormalverteilung
bestimmen.
- 1. Schritt: Mit Hilfe der Tabelle der Standardnormalverteilung
bestimmen.
- 2. Schritt:
berechnen.
Das heißt, in diesem Fall müssen mindestens
Dies bedeutet, der Test ist so konzipiert, dass die Wahrscheinlichkeit, bei totaler Unwissenheit den Test zu bestehen, weniger als
c)
Ermittle den größtmöglichen Ablehnungsbereich
Eine Person bearbeitet mit wenig Sachkenntnis 100 Testaufgaben.
Die Vermutung ist, dass die Wahrscheinlichkeit von richtige Antworten bei wenig Sachkenntnis gegenüber rein zufälligen Ankreuzen steigt.
Die Zufallsgröße Y, die als binomialverteilt angenommen werden kann, zählt die richtig gelösten Testaufgaben. Die Nullhypothese
wird nur bei großen Werten der Zufallsgröße nicht erfüllt. Für den Ablehnungsbereich gilt demnach:
Der Ablehnungsbereich soll auf dem Signifikanzniveau
berechnet werden.
Also soll die Wahrscheinlichkeit für mehr als
richtig gelöste Aufgaben weniger als
betragen:
Den Parameter
kannst du nun auf zwei verschiedene Arten bestimmen:
Du kannst
mit Hilfe einer Tabelle zur kumulierten Binominialverteilung bestimmen oder alternativ die Binomialverteilung durch eine Standardnormalverteilung approximieren.
Lösungsweg A: Tabelle zur kumulierten Binomialverteilung
Betrachte eine Tabelle zur kumulierten Binomialverteilung mit
und
und suche den Wert für
, für den diese Ungleichung gerade noch erfüllt ist. Dort findest du:
.
Demnach ist:
Der größtmögliche Ablehnungsbereich ist
Lösungsweg B: Approximierte Standardnormalverteilung
Die Voraussetzung zum Approximieren einer Binomialverteilung durch eine Standardnormalverteilung ist
.
In der Aufgabenstellung hast du
und
gegeben.
Da
ist, ist die Approximation der Binominialverteilung durch die Standardverteilung zulässig.
Nach dem Satz von DeMoivre-Laplace gilt
.
Mit Hilfe der Tabelle der Standardnormalverteilung kannst du
bestimmen:
für
Wir betrachten also:
hast du bereits berechnet. Den Erwartungswert erhältst du über folgende Rechnung:
Damit kannst du jetzt die erste Gleichung nach
auflösen:
Der größtmögliche Ablehnungsbereich auf dem Signifikanzniveau
ist
Entscheidungsregel formulieren
Wenn eine Person mit wenig Sachkenntnis mehr als 33 Testaufgaben richtig löst, so wird die Nullhypothese verworfen.
Wenn diese verworfen wird, wird davon ausgegangen, dass eine Person mit wenig Sachkenntnis mit einer Wahrscheinlichkeit, die größer als
ist, mehr als 33 Testaufgaben richtig löst.
Die Vermutung ist, dass die Wahrscheinlichkeit von richtige Antworten bei wenig Sachkenntnis gegenüber rein zufälligen Ankreuzen steigt.
Die Zufallsgröße Y, die als binomialverteilt angenommen werden kann, zählt die richtig gelösten Testaufgaben. Die Nullhypothese
Also soll die Wahrscheinlichkeit für mehr als
Du kannst
Nach dem Satz von DeMoivre-Laplace gilt
Mit Hilfe der Tabelle der Standardnormalverteilung kannst du
Wenn diese verworfen wird, wird davon ausgegangen, dass eine Person mit wenig Sachkenntnis mit einer Wahrscheinlichkeit, die größer als