Stochastik
Aufgabe 4 - Stochastik
Vorbemerkung: Führe stets geeignete Zufallsvariablen und Namen für Ereignisse ein. Mache auch Angaben über die Verteilung der jeweiligen Zufallsvariablen.
a) Im Rahmen einer Werbekampagne werden
zufällig ausgewählte Besucher eines Fußball-Bundesligaspiels zu ihren Ess- und Trinkgewohnheiten im Stadion befragt.
der Befragten wollen sich sowohl Getränke (G) als auch Snacks (S) kaufen.
der Befragten wollen sich Getränke kaufen, aber keine Snacks.
der Befragten wollen sich Snacks kaufen.
- Stelle den Sachverhalt durch eine geeignete Vierfeldertafel mit relativen Häufigkeiten dar.
- Berechne, wie viele Personen unter den Befragten sich weder Getränke noch Snacks kaufen wollen.
- Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein zufällig auszuwählender Befragter, der keine Snacks kaufen will, auch keine Getränke kaufen will.
- Unter
befragten Besuchern werden
zufällig ausgewählt. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich unter diesen
Personen
und
Personen befinden, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen möchten. Gehe von einer Binomialverteilung aus.
- Erkläre, warum bei der vorangehenden Teilaufgabe streng genommen von einer hypergeometrischen Verteilung ausgegangen werden sollte.
(15P)
b) Auch an den Fernsehbildschirmen wird das Fußballspiel verfolgt.
In einer Wohnanlage wird in 6 von insgesamt 50 Wohnungen das Spiel angesehen. Aus den 50 Wohnungen sollen 10 zufällig ausgewählt werden.
In einer Wohnanlage wird in 6 von insgesamt 50 Wohnungen das Spiel angesehen. Aus den 50 Wohnungen sollen 10 zufällig ausgewählt werden.
- Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Spiel in genau 6 von den 10 Wohnungen gesehen wird.
- Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Spiel in höchstens 2 von den 10 Wohnungen gesehen wird.
(7P)
c) Die Einschaltquote beträgt laut Angaben des Fernsehsenders mindestens
. Ein konkurrierender Medienkonzern glaubt, dass dieser Anteil zu hoch angegeben ist.
Erstelle einen Hypothesentest mit 300 Fernsehhaushalten, der geeignet ist, die Vermutung des Medienkonzerns auf einem Signifikanzniveau von
zu stützen.
Erstelle einen Hypothesentest mit 300 Fernsehhaushalten, der geeignet ist, die Vermutung des Medienkonzerns auf einem Signifikanzniveau von
(14P)
d) Gegeben sei eine binomialverteilte Zufallsvariable
mit den Parametern
und
. Die Standardabweichung sei
. Beweise folgende Aussage:
Aus
folgt
.
(Hinweis: Zeige zuerst:
)
Tabelle zur Normalverteilung, Werte der Gaußschen Integralfunktion Aus
(Hinweis: Zeige zuerst:
(4P)
_2015_normalverteilung.png)
_2015_normalverteilung _2.png)
a)
Vierfeldertafel aufstellen
Definiere:
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher kein Getränk kaufen möchte, aber einen Snack, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher keinen Snack kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher weder einen Snack noch ein Getränk kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher ein Getränk kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher kein Getränk kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Eintragen liefert dir die vollständige Vierfeldertafel:
Gesuchte Anzahl der Personen berechnen
Laut Aufgabenstellung werden
zufällig ausgewählte Personen befragt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person weder Getränke noch Snacks kaufen möchte, kannst du aus der Vierfeldertafel aus dem vorigen Aufgabenteil ablesen:
.
Durch Multiplikation erhältst du das Ergebnis:
.
Somit wollen
der
zufällig ausgewählten Personen weder Snacks noch Getränke kaufen.
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Befragter, der keine Snacks kaufen möchte, auch keine Getränke kaufen will. Diese ist eine bedingte Wahrscheinlichkeit. Nutze die Formel für eine bedingte Wahrscheinlichkeit:
Einsetzen der Werte aus der aufgestellten Vierfeldertafel ergibt:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgesuchter Befragter, der keine Snacks kaufen will, auch keine Getränke kaufen möchte, beträgt
.
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Sei
die Zufallsvariable, die die Anzahl unter den
Besuchern modelliert, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen wollen. Es gilt, dass
binomialverteilt ist mit Parametern
Personen drei oder vier Personen befinden, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen möchten, ergibt sich aus der Summe der beiden Wahrscheinlichkeiten, dass
den Wert
oder
annimmt. Diese erhältst du mit Hilfe deines CAS:
Verwende den Binompdf-Befehl deines CAS. Diesen findest du unter
,
,
und
,
,
ein und bestätige mit OK.
Die gesuchte Wahrscheinlichkeit erhältst du durch Addieren der beiden Werte:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den
Personen drei oder vier Personen befinden, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen möchten, beträgt
.
Hypergeometrische Verteilung begründen
Interpretiere die vorangegangene Teilaufgabe als Experiment im Urnenmodell und überlege dir, welche Verteilung für dieses angewandt wird.
Es werden
zufällig ausgewählte Personen befragt, von denen kein Besucher mehrfach befragt wird. Dies ist im Urnenmodell charakteristisch für ein Experiment ohne Zurücklegen, da mit Zurücklegen bedeuten würde, dass eine Person mehrfach befragt werden kann. Bei dieser Art des Urnenmodells sollte von einer hypergeometrischen Verteilung ausgegangen werden.
: Besucher möchte ein Getränk kaufen.
: Besucher möchte einen Snack kaufen.
der Befragten wollen sich sowohl Snacks als auch Getränke kaufen. Trage dies in die Zelle der Zeile
und der Spalte
ein.
der Befragten wollen sich Getränke kaufen, aber keine Snacks. Dies trägst du in die Zelle der Zeile
und der Spalte
ein.
der Befragten wollen sich Snacks kaufen. Trage dies in der Spalte
in die unterste Zelle ein, da die unterste Zeile die addierten Wahrscheinlichkeiten angibt.
- In die Zelle rechts unten kannst du die
eintragen, da sich die Wahrscheinlichkeiten von
und
sowie von
und
zu Eins addieren.
(Anzahl der betrachteten Personen)
- und
(bereits für die Vierfeldertafel berechnete Wahrscheinlichkeit, dass eine Person sowohl Getränke, als auch Snacks kaufen möchte).
menu
5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
D: Binomial Pdf
Gib dort die Werte _2015_4_stochastik_loesungen_a_binomial.png)
b)
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Definiere eine Zufallsvariable
, die die Anzahl der unter den
ausgewählten Wohnungen angibt, in denen das Spiel gesehen wird. Interpretiere die Situation im Urnenmodell, um die Verteilung von
herzuleiten, und berechne die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in genau
von den
Wohnungen gesehen wird.
Fasst du dies als Experiment im Urnenmodell auf, so gibt es
Wohnungen, von denen
das Spiel sehen. Davon werden
ausgewählt, wobei keine Wohnung mehrfach ausgewählt werden kann. Das Experiment ist im Urnenmodell ohne Zurücklegen und es folgt, dass
hypergeometrisch verteilt ist. Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ergibt sich als die Wahrscheinlichkeit, dass
den Wert
annimmt.
Nutze die Formel für die Wahrscheinlichkeit einer Zufallsvariable
, die mit Parametern
(Gesamtanzahl),
(Anzahl der Elemente mit gewünschter Eigenschaft) und
(Stichprobenumfang) hypergeometrisch verteilt ist, um
zu berechnen:
Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit ergibt sich durch Einsetzen:
kannst du in deinem CAS mit folgendem Befehl berechnen:
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in
von den
Wohnungen gesehen wird, beträgt
.
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in höchstens
von den
Wohnungen gesehen wird, gesucht. Nutze die Modellannahmen aus der ersten Teilaufgabe. Die Wahrscheinlichkeit, dass in höchstens
von
Wohnungen das Spiel gesehen wird, ergibt sich aus der Summe, dass das Spiel in
,
oder
von den
Wohnungen gesehen wird.
Diese kannst du mit Hilfe des Summenbefehls deines CAS, den du unter
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in höchstens
von den
zufällig ausgewählten Wohnungen gesehen wird, beträgt
.
menu
5: Wahrscheinlichkeit
3: Kombinationen
Dein CAS liefert dir das Ergebnis:
_2015_4_stochastik_loesungen_b_hypergeo1.png)
menu
4: Analysis
5: Summe
findest, berechnen:
_2015_4_stochastik_loesungen_b_hypergeo2.png)
c)
Hypothesentest erstellen
Der erstellte Hypothesentest soll die Vermutung des konkurrierenden Medienkonzerns stützen, d.h. nachweisen, dass die Einschaltquote geringer als
ist. In der Nullhypothese wird das Gegenteil dessen angenommen, was man zeigen möchte. Wähle deshalb
.
Der Test ist linksseitig und der Ablehnbereich des Tests hat die Form:
.
Falls relativ wenige der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen haben, so wird die Nullhypothese verworfen.
Führe die Testgröße
ein und bestimme deren Verteilung:
kann als binomialverteilt angenommen werden, da ein Haushalt entweder das Spiel gesehen hat oder nicht und es daher nur zwei mögliche Ausgänge gibt. Ob ein Haushalt das Spiel gesehen hat, wird nicht von den anderen Haushalten beeinflusst. Somit sind die Haushalte unabhängig zueinander. Einem Erfolg entspricht in diesem Modell, dass ein Haushalt das Spiel gesehen hat.
Um den Ablehnbereich
zu bestimmen, musst die größte natürliche Zahl
ermitteln, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass
kleiner oder gleich
(die Nullhypothese abgelehnt wird), kleiner oder gleich dem vorgegebenen Signifikanzniveau von
für alle
ist:
für alle
.
Je größer
wird, desto mehr Haushalte haben das Spiel gesehen und desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der Haushalte
, die das Spiel gesehen haben kleiner oder gleich
ist:
für
.
Somit genügt es, dass größte
zu bestimmen, sodass
ist. Mit obiger Überlegung folgt daraus, dass die Ungleichung für alle
gilt:
.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das gesuchte
zu bestimmen:
Lösungsweg A: Wahrscheinlichkeit durch Normalverteilung approximieren
Aufgrund der Binomialverteilung von
ergeben sich Erwartungswert
und Standardabweichung
mit dem Stichprobenumfang
und der Erfolgswahrscheinlichkeit
wie folgt:
,
.
Da der Stichprobenumfang
hinreichend groß und die Standardabweichung größer als
ist, kann
in guter Näherung als normalverteilt angenommen werden. Mit der Tabelle zur Normalverteilung erhält man:
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
Lösungsweg B:
des Taschenrechners nutzen
Gehe wie in Lösungsweg A vor und nehme an, dass
in guter Näherung als normalverteilt ist. Bei der Berechnung von
kannst du die inverse standardisierte Normalverteilungsfunktion
deines CAS mit dem Befehl
An dieser Stelle liefert dir dein CAS:
Damit kannst du
berechnen:
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
Lösungsweg C:
des Taschenrechners nutzen
Gehe wie in Lösungsweg A vor und nehme an, dass
in guter Näherung als normalverteilt ist. Bei der Berechnung von
kannst du die inverse Normalverteilungsfunktion
deines CAS mit dem Befehl
und
an. Du erhältst:
An dieser Stelle liefert dir dein CAS:
Damit kannst du
berechnen:
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
Lösungsweg D: Kumulierte Binomialverteilung des Taschenrechners nutzen
Da
binomialverteilt ist, kannst du die kumulierte Binomialverteilung deines CAS nutzen, um
zu bestimmen. Verwende dazu den Binomcdf-Befehl:
,
, als untere Schranke
und als obere Schranken
und
ein, liefert dein CAS:
Du erhältst:
.
Da die betrachtete Wahrscheinlichkeit größer wird, je größer
wird, gilt:
für alle
mit
.
Somit ist
das größte
, dass die Ungleichung
erfüllt.
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
sei die Zufallsvariable, die die Anzahl der Haushalte, die das Spiel gesehen haben, angibt.
ist binomialverteilt mit Parametern
und
.
menu
5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
3: Inverse Normalverteilung
nutzen. Du erhältst:
_2015_4_stochastik_loesungen_c_standadisiert.png)
menu
5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
3: Inverse Normalverteilung
nutzen. Gib dazu _2015_4_stochastik_loesungen_c_normal.png)
menu
5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
E: Binomial Cdf
Setzt du die Parameter _2015_4_stochastik_loesungen_c_binomial.png)
d)
Aussage beweisen
Die binomialverteilte Zufallsvariable
mit den Parametern
,
und Standardabweichung
ist gegeben. Damit gilt nach der Definition der Binomialverteilung für die Varianz:
Nutze diese Darstellung der Varianz, um den Hinweis
zu beweisen.
Um die Gleichung nach
aufzulösen, suchst du die Nullstellen des Polynoms
Grades. Dazu kannst du die PQ-Formel oder die Mitternachtsformel verwenden.
Lösungsweg A: Mitternachtsformel
Du kannst die Mitternachtsformel hier direkt anwenden, wobei
,
und
:
Damit erhältst du die einzige Nullstelle
und hast den Hinweis bewiesen.
Lösungsweg B: PQ-Formel
Nenne deine Variable
in
um, damit du Verwechslungen in der Bezeichnung vermeidest, also
. Mit
und
hat dein Polynom die Form
. Also folgt für die Nullstellen:
Damit erhältst du die einzige Nullstelle
. In der ursprünglichen Bezeichnung entspricht dies
und du hast den Hinweis bewiesen.
Da
binomialverteilt ist mit Parametern
und
, erhältst du die Wahrscheinlichkeit, genau
Erfolge zu erzielen, folgendermaßen:
.
Setze
voraus. Daraus folgt
. Einsetzen von
und
in obige Gleichung liefert:
Somit hast du die Behauptung bewiesen.
a)
Vierfeldertafel aufstellen
Definiere:
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher kein Getränk kaufen möchte, aber einen Snack, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher keinen Snack kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher weder einen Snack noch ein Getränk kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher ein Getränk kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher kein Getränk kaufen möchte, ergibt sich durch:
.
Eintragen liefert dir die vollständige Vierfeldertafel:
Gesuchte Anzahl der Personen berechnen
Laut Aufgabenstellung werden
zufällig ausgewählte Personen befragt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person weder Getränke noch Snacks kaufen möchte, kannst du aus der Vierfeldertafel aus dem vorigen Aufgabenteil ablesen:
.
Durch Multiplikation erhältst du das Ergebnis:
.
Somit wollen
der
zufällig ausgewählten Personen weder Snacks noch Getränke kaufen.
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Befragter, der keine Snacks kaufen möchte, auch keine Getränke kaufen will. Diese ist eine bedingte Wahrscheinlichkeit. Nutze die Formel für eine bedingte Wahrscheinlichkeit:
Einsetzen der Werte aus der aufgestellten Vierfeldertafel ergibt:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgesuchter Befragter, der keine Snacks kaufen will, auch keine Getränke kaufen möchte, beträgt
.
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Sei
die Zufallsvariable, die die Anzahl unter den
Besuchern modelliert, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen wollen. Es gilt, dass
binomialverteilt ist mit Parametern
Personen drei oder vier Personen befinden, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen möchten, ergibt sich aus der Summe der beiden Wahrscheinlichkeiten, dass
den Wert
oder
annimmt. Diese erhältst du mit Hilfe deines CAS:
Verwende den Binompdf-Befehl deines CAS. Diesen findest du unter
,
,
und
,
,
ein und bestätige mit OK.
Die gesuchte Wahrscheinlichkeit erhältst du durch Addieren der beiden Werte:
.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den
Personen drei oder vier Personen befinden, die sowohl Getränke als auch Snacks kaufen möchten, beträgt
.
Hypergeometrische Verteilung begründen
Interpretiere die vorangegangene Teilaufgabe als Experiment im Urnenmodell und überlege dir, welche Verteilung für dieses angewandt wird.
Es werden
zufällig ausgewählte Personen befragt, von denen kein Besucher mehrfach befragt wird. Dies ist im Urnenmodell charakteristisch für ein Experiment ohne Zurücklegen, da mit Zurücklegen bedeuten würde, dass eine Person mehrfach befragt werden kann. Bei dieser Art des Urnenmodells sollte von einer hypergeometrischen Verteilung ausgegangen werden.
: Besucher möchte ein Getränk kaufen.
: Besucher möchte einen Snack kaufen.
der Befragten wollen sich sowohl Snacks als auch Getränke kaufen. Trage dies in die Zelle der Zeile
und der Spalte
ein.
der Befragten wollen sich Getränke kaufen, aber keine Snacks. Dies trägst du in die Zelle der Zeile
und der Spalte
ein.
der Befragten wollen sich Snacks kaufen. Trage dies in der Spalte
in die unterste Zelle ein, da die unterste Zeile die addierten Wahrscheinlichkeiten angibt.
- In die Zelle rechts unten kannst du die
eintragen, da sich die Wahrscheinlichkeiten von
und
sowie von
und
zu Eins addieren.
(Anzahl der betrachteten Personen)
- und
(bereits für die Vierfeldertafel berechnete Wahrscheinlichkeit, dass eine Person sowohl Getränke, als auch Snacks kaufen möchte).
Interactive
Distribution/Inv. Dist
Discrete
binomialPDf
Gib dort die Werte _2015_4_stochastik_loesungen_a_binomial_casio.png)
b)
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Definiere eine Zufallsvariable
, die die Anzahl der unter den
ausgewählten Wohnungen angibt, in denen das Spiel gesehen wird. Interpretiere die Situation im Urnenmodell, um die Verteilung von
herzuleiten, und berechne die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in genau
von den
Wohnungen gesehen wird.
Fasst du dies als Experiment im Urnenmodell auf, so gibt es
Wohnungen, von denen
das Spiel sehen. Davon werden
ausgewählt, wobei keine Wohnung mehrfach ausgewählt werden kann. Das Experiment ist im Urnenmodell ohne Zurücklegen und es folgt, dass
hypergeometrisch verteilt ist. Die gesuchte Wahrscheinlichkeit ergibt sich als die Wahrscheinlichkeit, dass
den Wert
annimmt.
Nutze die Formel für die Wahrscheinlichkeit einer Zufallsvariable
, die mit Parametern
(Gesamtanzahl),
(Anzahl der Elemente mit gewünschter Eigenschaft) und
(Stichprobenumfang) hypergeometrisch verteilt ist, um
zu berechnen:
Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit ergibt sich durch Einsetzen:
Diesen Term kannst du in deinem CAS berechnen. Alternativ erhälst du mit folgendem Befehl direkt die gesuchte Wahrscheinlichkeit:
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in
von den
Wohnungen gesehen wird, beträgt
.
Gesuchte Wahrscheinlichkeit berechnen
Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in höchstens
von den
Wohnungen gesehen wird, gesucht. Nutze die Modellannahmen aus der ersten Teilaufgabe. Die Wahrscheinlichkeit, dass in höchstens
von
Wohnungen das Spiel gesehen wird, ergibt sich aus der Summe, dass das Spiel in
,
oder
von den
Wohnungen gesehen wird.
Diese kannst du mit Hilfe des Summenbefehls deines CAS, den du unter
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel in höchstens
von den
zufällig ausgewählten Wohnungen gesehen wird, beträgt
.
Interactive
Distribution/Inv. Dist
Discrete
hypergeoPDf
Dein CAS liefert dir das Ergebnis:
_2015_4_stochastik_loesungen_b_hypergeo1_casio.png)
Interactive
Calculation
findest, berechnen:
_2015_4_stochastik_loesungen_b_hypergeo2_casio.png)
c)
Hypothesentest erstellen
Der erstellte Hypothesentest soll die Vermutung des konkurrierenden Medienkonzerns stützen, d.h. nachweisen, dass die Einschaltquote geringer als
ist. In der Nullhypothese wird das Gegenteil dessen angenommen, was man zeigen möchte. Wähle deshalb
.
Der Test ist linksseitig und der Ablehnbereich des Tests hat die Form:
.
Falls relativ wenige der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen haben, so wird die Nullhypothese verworfen.
Führe die Testgröße
ein und bestimme deren Verteilung:
kann als binomialverteilt angenommen werden, da ein Haushalt entweder das Spiel gesehen hat oder nicht und es daher nur zwei mögliche Ausgänge gibt. Ob ein Haushalt das Spiel gesehen hat, wird nicht von den anderen Haushalten beeinflusst. Somit sind die Haushalte unabhängig zueinander. Einem Erfolg entspricht in diesem Modell, dass ein Haushalt das Spiel gesehen hat.
Um den Ablehnbereich
zu bestimmen, musst die größte natürliche Zahl
ermitteln, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass
kleiner oder gleich
(die Nullhypothese abgelehnt wird), kleiner oder gleich dem vorgegebenen Signifikanzniveau von
für alle
ist:
für alle
.
Je größer
wird, desto mehr Haushalte haben das Spiel gesehen und desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der Haushalte
, die das Spiel gesehen haben kleiner oder gleich
ist:
für
.
Somit genügt es, dass größte
zu bestimmen, sodass
ist. Mit obiger Überlegung folgt daraus, dass die Ungleichung für alle
gilt:
.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das gesuchte
zu bestimmen:
Lösungsweg A: Wahrscheinlichkeit durch Normalverteilung approximieren
Aufgrund der Binomialverteilung von
ergeben sich Erwartungswert
und Standardabweichung
mit dem Stichprobenumfang
und der Erfolgswahrscheinlichkeit
wie folgt:
,
.
Da der Stichprobenumfang
hinreichend groß und die Standardabweichung größer als
ist, kann
in guter Näherung als normalverteilt angenommen werden. Mit der Tabelle zur Normalverteilung erhält man:
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
Lösungsweg B:
des Taschenrechners nutzen
Gehe wie in Lösungsweg A vor und nehme an, dass
in guter Näherung als normalverteilt ist. Bei der Berechnung von
kannst du die inverse standardisierte Normalverteilungsfunktion
deines CAS mit dem Befehl
An dieser Stelle liefert dir dein CAS:
Damit kannst du
berechnen:
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
Lösungsweg C:
des Taschenrechners nutzen
Gehe wie in Lösungsweg A vor und nehme an, dass
in guter Näherung als normalverteilt ist. Bei der Berechnung von
kannst du die inverse Normalverteilungsfunktion
deines CAS mit dem Befehl
und
an. Du erhältst:
An dieser Stelle liefert dir dein CAS:
Damit kannst du
berechnen:
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
Lösungsweg D: Kumulierte Binomialverteilung des Taschenrechners nutzen
Da
binomialverteilt ist, kannst du die kumulierte Binomialverteilung deines CAS nutzen, um
zu bestimmen. Verwende dazu den Binomcdf-Befehl:
,
, als untere Schranke
und als obere Schranken
und
ein, liefert dein CAS:
Du erhältst:
.
Da die betrachtete Wahrscheinlichkeit größer wird, je größer
wird, gilt:
für alle
mit
.
Somit ist
das größte
, dass die Ungleichung
erfüllt.
Der Ablehnbereich ist
. Haben höchstens
der
Fernsehhaushalte das Spiel gesehen, so kann die Nullhypothese auf dem Signifikanzniveau von
verworfen werden und die Vermutung des Medienkonzerns gestützt werden.
sei die Zufallsvariable, die die Anzahl der Haushalte, die das Spiel gesehen haben, angibt.
ist binomialverteilt mit Parametern
und
.
Interactive
Distribution/Inv. Dist
Inverse
invNormCDf
nutzen. Du erhältst:
_2015_4_stochastik_loesungen_c_standadisiert_casio.png)
Interactive
Distribution/Inv. Dist
Inverse
invNormCDf
nutzen. Gib dazu _2015_4_stochastik_loesungen_c_normal_casio.png)
Interactive
Distribution/Inv. Dist
Discrete
binomialCDf
Setzt du die Parameter _2015_4_stochastik_loesungen_c_binomial_casio.png)
d)
Aussage beweisen
Die binomialverteilte Zufallsvariable
mit den Parametern
,
und Standardabweichung
ist gegeben. Damit gilt nach der Definition der Binomialverteilung für die Varianz:
Nutze diese Darstellung der Varianz, um den Hinweis
zu beweisen.
Um die Gleichung nach
aufzulösen, suchst du die Nullstellen des Polynoms
Grades. Dazu kannst du die PQ-Formel oder die Mitternachtsformel verwenden.
Lösungsweg A: Mitternachtsformel
Du kannst die Mitternachtsformel hier direkt anwenden, wobei
,
und
:
Damit erhältst du die einzige Nullstelle
und hast den Hinweis bewiesen.
Lösungsweg B: PQ-Formel
Nenne deine Variable
in
um, damit du Verwechslungen in der Bezeichnung vermeidest, also
. Mit
und
hat dein Polynom die Form
. Also folgt für die Nullstellen:
Damit erhältst du die einzige Nullstelle
. In der ursprünglichen Bezeichnung entspricht dies
und du hast den Hinweis bewiesen.
Da
binomialverteilt ist mit Parametern
und
, erhältst du die Wahrscheinlichkeit, genau
Erfolge zu erzielen, folgendermaßen:
.
Setze
voraus. Daraus folgt
. Einsetzen von
und
in obige Gleichung liefert:
Somit hast du die Behauptung bewiesen.