Lerninhalte in Mathe
Abi-Aufgaben
Digitales Schulbuch
Inhaltsverzeichnis

Teil C2

1
Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) rechnete für das Jahr 2017 mit einem größeren Masernproblem als im Vorjahr. Bis März 2017 waren bundesweit bereits \(203\) Fälle bestätigt, während 2016 insgesamt nur \(326\) registriert wurden. Grund für diesen Anstieg ist eine zunehmende Impfmüdigkeit der Bevölkerung. Nur rund \(70\,\%\) der Zweijährigen in Deutschland sind ausreichend gegen Masern geimpft, wünschenswert wären \(95\,\%.\)
Nach: Ostthüringer Zeitung, 11.03.2017, S. 8.
Es werden \(n\) Zweijährige zufällig ausgewählt und auf ihren Masernimpfschutz überprüft. Die Zufallsgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der Zweijährigen mit ausreichendem Masernimpfschutz.
a)
Das exakte Modell zur Berechnung der Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen aufgrund einer solchen Studie ist das Modell „Ziehen ohne Zurücklegen“.
Begründe, dass für diese Berechnungen trotzdem das Modell der Binomialverteilung angewendet werden kann.
(3 BE)
Verwende das Modell der Binomialverteilung mit \(n=100\) und \(p=0,7.\)
b)
Berechne die Wahrscheinlichkeiten folgender Ereignisse:
„Die Anzahl der Zweijährigen mit ausreichendem Masernimpfschutz weicht um höchstens \(10\,\%\) vom Erwartungswert ab.“
„Bei mindestens der Hälfte aller Zweijährigen ist der Masernimpfschutz ausreichend.“
(4 BE)
c)
Betrachtet wird das Ereignis:
„Bei mindestens \(k\) der Zweijährigen ist der Masernimpfschutz ausreichend.“
Bestimme den Wert für \(k\) so, dass die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(C\) mindestens \(90\,\%\) beträgt.
(3 BE)
Da die Masern eine ernstzunehmende Kinderkrankheit mit möglichen schwerwiegenden Komplikationen sind, wurde in den Medien 2017 verstärkt aufgeklärt.
Im Jahr 2018 soll dazu eine Studie in mehreren Kinderarztpraxen Deutschlands durchgeführt werden, die die Wirksamkeit der Aufklärungskampagne überprüft. Dabei wird untersucht, ob die Impfungsrate unter den Zweijährigen größer geworden ist. Hierzu werden die Impfdaten von \(1000\) Zweijährigen erhoben. Der Test soll auf einem Signifikanzniveau von \(5\,\%\) durchgeführt werden.
d)
Für die Variante 1 gilt: \(H_0:\; p_0 \leq 0,7\) und \(h_1:\, p_1\gt  0,7.\)
Ermittle den zugehörigen Annahme- und Verwerfungsbereich für diese Variante und gib eine geeignete Entscheidungsregel bezogen auf den Sachverhalt an.
(4 BE)
e)
Für die Variante 2 gilt: \(H_0:\, p_0\geq 0,7\) und \(H_1:\, p_1\lt  0,7.\)
Ermittle nun den zugehörigen Annahme- und Verwerfungsbereich für diese Variante.
(3 BE)
f)
Nimm an, du wärst für die Durchführung der Studie verantwortlich.
Gib die Variante an, für die du dich entscheiden würdest. Begründe deine Entscheidung.
(2 BE)
g)
Der \(\beta\)-Fehler (Fehler 2. Art) für Variante 1 lässt sich für jedes \(p_1\gt 0,7\) mit \(\beta_1 = B_{1000;p_1}(X\leq 724)\) berechnen.
Begründe diesen Ansatz.
(2 BE)
h)
Stelle die Abhängigkeit des \(\beta\)-Fehlers von der unbekannten Wahrscheinlichkeit \(p_1\) für \(p_1\gt  0,7\) graphisch dar (Variante 1).
Interpretiere den Verlauf des Graphen.
(4 BE)
2
Für jede reelle Zahl \(a\) ist eine Gerade \(g_a\) durch \(g_a: \, \overrightarrow{x}= \pmatrix{3\\4\\6} +r\cdot \pmatrix{1\\0\\a}\) \((r\in \mathbb{R})\) gegeben.
a)
Zeige, dass keine Gerade \(g_a\) durch den Koordinatenursprung verläuft.
(2 BE)
b)
Begründe, dass alle Geraden \(g_a\) parallel zur \(xz\)-Ebene verlaufen.
Gib den Abstand der Schar zur \(xz\)-Ebene an.
(2 BE)
c)
Bestimme eine Gleichung der Gerade \(g_a,\) die die \(y\)-Achse schneidet.
(2 BE)
d)
Alle Geraden \(g_a\) mit \(a\neq 0\) durchstoßen die \(xy\)-Ebene.
Die Durchstoßpunkte liegen auf einer Geraden.
Ermittle eine Gleichung für diese Gerade.
(3 BE)
e)
Alle Geraden \(g_a\) schneiden sich im Punkt \(P(3\mid 4\mid 6).\)
Ermittle alle Werte für \(a\) so, dass sich die Geraden \(g_1\) und \(g_a\) unter einem Winkel von \(60^{\circ}\) schneiden.
(3 BE)
f)
Der Punkt \(P ist der Spiegelpunkt des Punktes \(P(3\mid 4\mid 6)\) an der \(xz\)-Ebene. Der Koordinatenursprung und die Punkte \(P\) und \(P bilden ein Dreieck.
Berechne den Flächeninhalt dieses Dreiecks.
(3 BE)