B2 - Analysis
1
Gegeben ist die Funktionenschar
mit
1.1
Zeige, dass sich der Term der ersten Ableitung der Funktionenschar
in der Form
darstellen lässt, und gib die verwendeten Ableitungsregeln an.
(5 BE)
1.2
Bestätige, dass jeder Graph der Schar
einen Tiefpunkt in
und einen Hochpunkt in
hat, wobei die zweite Ableitung
ohne Nachweis verwendet werden darf. Begründe, dass für einen festen Wert von
alle Hochpunkte auf einer Parallelen zur
Achse liegen.
(7 BE)
1.3
Für einen festen Wert von
liegen alle Hochpunkte auf einer Parabel mit der Gleichung
Leite diese Gleichung her und skizziere die Parabel für
in der Abbildung in Material 1.
(5 BE)

Material 1: Funktionenschar
1.4
Berechne die Werte der Parameter
und
für diejenige Funktion der Schar
deren Graph bei
seinen Hochpunkt hat, und die an der Stelle
den Funktionswert
annimmt.
(3 BE)
2
Ein Sportartikelhersteller bringt ein neues Modell eines Laufschuhs auf den Markt. Die Wochen nach Verkaufsstart werden durchnummeriert und es wird für jede Woche die Anzahl der verkauften Paare des neuen Modells ermittelt. Seit Verkaufsstart sind
Wochen vergangen. Die Kreuze in Material 2 zeigen die Verkaufszahlen für den genannten Zeitraum.
Eine gute Modellierung des Verlaufs der Verkaufszahlen liefert die Scharfunktion
mit
deren Graph in Material 3 eingezeichnet ist.
Nach den ersten
Wochen liegen insgesamt noch etwa
Schuhpaare des neuen Modells auf Lager und der Hersteller möchte wissen, ob diese reichen werden, oder ob weitere Schuhe produziert werden müssen. Um diese Frage zu beantworten, soll eine auf der Integralrechnung basierende Methode entwickelt werden, die es ermöglicht, die Verkaufszahlen näherungsweise zu berechnen und Prognosen für die Zukunft zu erstellen.
Eine gute Modellierung des Verlaufs der Verkaufszahlen liefert die Scharfunktion
Nach den ersten

Material 2: Verkaufszahlen in den ersten
Wochen

Material 3: Modellierung der Verkaufszahlen mit der Funktion
2.1
In der 1. Woche wurden
, in der 2. Woche
, in der 3. Woche
und in der 4. Woche
Schuhpaare des neuen Modells verkauft, also
Schuhpaare insgesamt.
Hierfür liefert die Summe
einen guten Näherungswert. Bestimme diese Summe und zeige, dass die prozentuale Abweichung dieses Näherungswertes von der tatsächlichen Verkaufszahl weniger als
beträgt.
Hierfür liefert die Summe
(3 BE)
2.2
Die Summe der vier Funktionswerte aus Aufgabe 2.1 lässt sich als Gesamtflächeninhalt von vier Rechtecken darstellen. Diese vier Rechtecke sind in der Abbildung A und B in Material 4 jeweils zusammen mit dem Graphen der Funktion
dargestellt.
Der Flächeninhalt der vier Rechtecke – und somit auch die Anzahl der in den ersten vier Wochen verkauften Schuhpaare – lässt sich durch den Inhalt einer Fläche unter dem Graphen von
sehr gut approximieren.
Der Flächeninhalt der vier Rechtecke – und somit auch die Anzahl der in den ersten vier Wochen verkauften Schuhpaare – lässt sich durch den Inhalt einer Fläche unter dem Graphen von

Abbildung A

Abbildung B
Material 4: Darstellung der Funktionswerte von
als Rechteckflächen
2.2.1
Bestimme die Werte der beiden Integrale
und
(2 BE)
2.2.2
Begründe anschaulich mithilfe von Material 4, warum das Integral
eine sehr gute, das Integral
hingegen eine weniger gute Approximation für die Summe der Flächeninhalte der Rechtecke darstellt.
(3 BE)
2.3
2.4
Bestätige, dass gilt
und deute das Ergebnis im Sachzusammenhang unter Berücksichtigung der vom Sportartikelhersteller aufgeworfenen Frage.
(5 BE)
3
Ein Sommerschuh wird seit vielen Jahren erfolgreich verkauft, wobei die Verkaufszahlen saisonalen Schwankungen unterliegen. Die Wochen nach dem Verkaufsstart des Schuhs werden analog zu Aufgabe 2 durchnummeriert. Am Ende jeder Woche wird die Gesamtzahl der bis dahin verkauften Schuhpaare ermittelt.
Die Gesamtverkaufszahlen für den Sommerschuh werden in sehr guter Näherung durch die Funktion
mit
modelliert, deren Graph in Material 5 dargestellt ist.
Die Gesamtverkaufszahlen für den Sommerschuh werden in sehr guter Näherung durch die Funktion

Material 5: Gesamtverkaufszahlen des Sommerschuhs seit Verkaufsstart
3.1
Berechne die Funktionsgleichung der Ableitungsfunktion
Begründe, dass
gilt, und erläutere die Bedeutung der Grenzen
und
des Wertebereiches von
im Sachzusammenhang.
Begründe, dass
(6 BE)
3.2
Bestimme den Grenzwert
und deute das Ergebnis im Sachzusammenhang.
(4 BE)
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1.1
Zum Ableiten wird die Produktregel und für den Term
die Kettenregel verwendet:
Durch Vereinfachen und Ausklammern von
folgt:
1.2
Es gilt:
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen anwenden
Falls
ist, gilt die Gleichung und es folgt:
.
Für
folgt durch Umstellen:
.
Um die Art der Extremstelle zu ermitteln, wird die hinreichende Bedingung für Extremstellen überprüft:
Damit liegt bei
ein Tiefpunkt und bei
ein Hochpunkt vor.
Für einen festen Wert
ist die
Koordinate der Hochpunkte fest und für alle Hochpunkte gleich. Da die
Koordinate noch von
abhängt, liegen alle Hochpunkte auf einer zur
Achse parallelen Geraden.
1.3
Die Ortskurve für Hochpunkte berechnet sich durch das Einsetzen der nach
umgestellten
Koordinate der Hochpunkte in die
Koordinate:
Einsetzen in die
Koordinate:
Damit liegen alle Hochpunkte auf der angegebenen Parabel
.

Material 1: Funktionenschar und Ortskurve
1.4
Durch den Hochpunkt des Graphen an der Stelle
folgt:
Mit der Bedingung
lässt sich nun
berechnen:
Somit folgen die Paramter
und
2.1
Summe berechnen
Abweichung bestimmen
Somit beträgt die prozentuale Abweichung des Näherungswertes von der tatsächlichen Verkaufszahl ungefähr
und damit weniger als
2.2.1
Mit dem WTR gilt:
2.2.2
In Abbildung A werden die Rechtecke im Intervall
dargestellt. Hier wird der Flächeninhalt der Rechtecke also durch das Integral
approximiert. Entsprechend wird in Abbildung B der Flächeninhalt der Rechtecke durch das Integral
approximiert.
In Abbildung A ist der Flächeninhalt der Fläche der Rechtecke deutlich größer als der Flächeninhalt der Fläche, die der Graph von
im Intervall
mit der
-Achse einschließt. Somit ist das Integral
eine weniger gute Approximation für die Summe der Flächeninhalte der Rechtecke.
Mit Abbildung B lässt sich erkennen, dass der Teil der Rechtecke, der über dem Graphen von
liegt, ungefähr so groß ist wie der Flächeninhalt der Fläche unter dem Graphen, der nicht in den Rechtecken enthalten ist. Somit gleichen sich diese Flächen aus und das Integral
liefert eine gute Approximation für die Summe der Flächeninhalte der Rechtecke.
2.3
Damit
eine Stammfunktion von
ist, muss folgendes gelten:
Diese Gleichung setzt Gleichheit auf beiden Seiten bei allen Termen mit
allen Termen mit
und allen Termen ohne
voraus. Es muss also gelten:
Terme mit
Terme mit
:
Terme ohne
:
Damit ergibt sich die Stammfunktion:
2.4
Da die
-Funktion wesentlich schneller gegen
konvergiert, als eine quadratische Funktion gegen
konvergiert der obere Term gegen
.
Damit folgt:

Nach der 14. Wochen werden noch ungefähr
Paar Schuhe verkauft. Die
Schuhpaare, die noch auf Lager liegen, werden also ausreichen.
3.1
Ableitung bestimmen
Mit der Kettenregel gilt:
Wertebereich begründen
Die Kosinus-Funktion nimmt Werte zwischen
und
an. Es müssen die
-Werte bestimmt werden, für die
und
gilt.
Für
gilt
und für
gilt
Einsetzen von
und
in die Ableitungsfunktion ergibt:
Damit wird ersichtlich, dass
gilt.
Bedeutung im Sachzusammenhang
Die Verkaufszahlen der Schuhpaare schwanken folglich in der Woche periodisch zwischen
und
.
3.2
Im Sachzusammenhang bedeutet das Ergebnis, dass durchschnittlich
Paar Schuhe pro Woche verkauft werden.