B1 - Analysis
1
Gegeben ist die Funktionenschar
mit
1.1
Untersuche das Verhalten der Graphen der Schar für
(2 BE)
1.2
Ermittle die erste Ableitung der Funktionenschar
und zeige, dass für die zweite Ableitung gilt:
(6 BE)
1.3
Berechne die Koordinaten des Extrempunktes der Graphen der Funktionenschar
Untersuche in Abhängigkeit vom Parameter
, welche Art von Extrempunkt vorliegt.
[Zur Kontrolle: Die Extremstelle liegt bei
]
Untersuche in Abhängigkeit vom Parameter
[Zur Kontrolle: Die Extremstelle liegt bei
(6 BE)
1.4
Material 1 zeigt einen Graphen der Schar. Bestimme den zugehörigen Wert von
. Zeige, dass die zugehörige Funktionsgleichung auch in der Form
dargestellt werden kann.

Material 1
(3 BE)
1.5
Beurteile mithilfe von Material 1 die folgende Aussage:
Für
ändert sich beim Graphen jeder Stammfunktion
von
genau einmal das Krümmungsverhalten.
Für
(2 BE)
1.6
Ermittle mithilfe eines geeigneten Formansatzes eine Stammfunktion
von
.
[Zur Kontrolle:
ist die Funktionsgleichung einer möglichen Stammfunktion von
]
[Zur Kontrolle:
(5 BE)
1.7
Zeige, dass der Inhalt der Fläche, die der Graph von
im Intervall
mit der
-Achse einschließt, endlich ist. Ermittle den Inhalt dieser Fläche.
(5 BE)
1.8
Der Inhalt der Fläche, die der Graph der Funktion
mit der
-Achse im Intervall
einschließt, kann durch zwei unterschiedliche Verfahren näherungsweise bestimmt werden.
Skizziere den Näherungsansatz zum Sehnentrapezverfahren
in Material 1.
Ermittle jeweils den Näherungswert (auf drei Nachkommastellen gerundet) und beurteile die Güte der Näherungen durch Vergleich mit dem tatsächlichen Flächeninhalt. Material 2:
Beim Sehnentrapezverfahren wird der Inhalt einer Fläche, die in einem Intervall vom Graphen der Funktion
und der
-Achse eingeschlossen wird, durch den Flächeninhalt mehrerer trapezförmiger Streifen gleicher Streifenbreite angenähert. Für einen Streifen im Intervall
gilt: Der Graph von
wird durch eine Sehne zwischen den Punkten
und
ersetzt. Die Flächeninhalte der jeweils entstehenden Trapeze werden berechnet und addiert.
Material 3:
Die Keplersche Fassregel (nach Johannes Kepler) ist eine Methode zur näherungsweisen Berechnung von Integralen. Zur Berechnung wird folgende Gleichung verwendet:
Sehnentrapezverfahren mit der Streifenbreite 2 (Material 2) | |
Kepler'sche Fassregel (Material 3) |
Ermittle jeweils den Näherungswert (auf drei Nachkommastellen gerundet) und beurteile die Güte der Näherungen durch Vergleich mit dem tatsächlichen Flächeninhalt. Material 2:
Beim Sehnentrapezverfahren wird der Inhalt einer Fläche, die in einem Intervall vom Graphen der Funktion
Die Keplersche Fassregel (nach Johannes Kepler) ist eine Methode zur näherungsweisen Berechnung von Integralen. Zur Berechnung wird folgende Gleichung verwendet:
(9 BE)
2
Ein Patient erhält nach einer Operation ein Medikament per Infusion. Diese ist so eingestellt, dass die Konzentration des Wirkstoffs im Blut in
über die Zeit
in Stunden konstant ist. Der Verlauf der Konzentration kann mit der Funktion
mit
beschrieben werden. Um die Wirkung des Medikaments zu erhöhen, erhält der Patient das Medikament zusätzlich noch einmal durch eine intravenöse Injektion. Der Verlauf der durch diese Injektion verursachten Konzentration des Wirkstoffs im Blut kann mit der Funktion
mit
(aus Aufgabe 1.4) beschrieben werden.
Die Funktion
mit
gibt somit für die ersten 24 Stunden (
in Stunden) den Verlauf der (Gesamt-)Konzentration des Wirkstoffs im Blut in
an. Dabei ist
der Zeitpunkt, zu dem die intravenöse Injektion des Medikaments erfolgt.
Die Funktion
2.1
Zu einem bestimmten Zeitpunkt weist die Änderungsrate der (Gesamt-)Konzentration des Wirkstoffs im Blut ein Extremum auf.
Bestimme diesen Zeitpunkt.
Hinweis: Eine Randwertbetrachtung ist nicht erforderlich.
Bestimme diesen Zeitpunkt.
Hinweis: Eine Randwertbetrachtung ist nicht erforderlich.
(3 BE)
2.2
Berechne die durchschnittliche Konzentration, die in den ersten
nach Zuführung der zweiten Dosis des Medikaments vorliegt.
(4 BE)
2.3
Die Wirkstoffmenge, die mindestens im Blut vorhanden sein muss, damit das Medikament wirkt, bezeichnet man als therapeutische Konzentration.
Bei dem hier betrachteten Verlauf der Krankheit liegt die therapeutische Konzentration bei
Diese muss für einen Zeitraum von mindestens
erreicht werden.
Entscheide begründet, ob die vorliegende Medikamentengabe den Bedingungen genügt.
Bei dem hier betrachteten Verlauf der Krankheit liegt die therapeutische Konzentration bei
Entscheide begründet, ob die vorliegende Medikamentengabe den Bedingungen genügt.
(5 BE)
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1.1
Es gilt
da der lineare Term langsamer gegen unendlich strebt als die Exponentialfunktion gegen Null.
Für
gilt also
1.2
Erste Ableitung ermitteln
Anwendung der Produkt- und Kettenregel:
Zweite Ableitung bestimmen
1.3
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen anwenden
Da
und
, folgt
und somit
2. Schritt: Hinreichende Bedingung für Extremstellen prüfen
3. Schritt:
-Koordinate ermitteln
Art des Extrempunkts bestimmen
Für
gilt
und somit haben die Graphen
ein Hochpunkt.
Für
gilt
und somit haben die Graphen
ein Tiefpunkt.
1.4
Aus dem abgebildeten Graphen lässt sich der Hochpunkt
ablesen.
Die
-Koordinate des Hochpunkts wurde in 1.3 bereits abhängig von
berechnet. Durch Einsetzen der
Koordinate von
folgt:
Die zugehörige Funktion besitzt somit die folgende Gleichung:
Durch Anwendung der Rechenregeln für Exponentialfunktionen ergibt sich:
1.5
Eine Änderung des Krümmungsverhalten bedeutet, dass der Graph von
einen Wendepunkt in
besitzt. Die notwendige Bedingung für einen Wendepunkt ist eine Extremstelle in
beziehungsweise eine Nullstelle im Graphen von
.
Da
für
seinen einzigen Extrempunkt an der Stelle
hat, besitzt auch jede Stammfunktion von
für
genau einen Wendepunkt und ändert folglich genau einmal das Krümmungsverhalten.
Die Aussage ist somit korrekt.
1.6
1.7
Der Flächeninhalt von
ist genau dann endlich, wenn die Stammfunktion für
einen Grenzwert besitzt:
1.8
Skizze Sehnentrapezverfahren
Näherung Sehnentrapezverfahren
Der Flächeninhalt eines Trapez lässt sich berechnen durch:
Somit folgt:
Gesamter Flächeninhalt:
Näherung Kepler'sche Fassregel
Tatsächlicher Flächeninhalt
Die Näherungsansätze durch das Sehnentrapezverfahren und die Kepler'sche Fassregel weichen nur um wenige Dezimalstellen vom tatsächlichen Flächeninhalt ab und sind somit ziemlich genau. Die Kepler'sche Fassregel ist hierbei jedoch genauer als das Sehnentrapezverfahren mit der Streifenbreite 2.

2.1
Das Extremum der Änderungsrate entspricht der Wendestelle von
1. Schritt: Erste und zweite Ableitung bestimmen
2. Schritt: Notwendige Bedingung für Wendestellen anwenden
Da
ist, folgt:
Da gegeben ist, dass ein Extremum der Änderungsrate existiert, ist der Nachweis der hinreichenden Bedingung für Wendestellen nicht mehr nötig.
Folglich weist die Änderungsrate der (Gesamt-)Konzentration des Wirkstoffs im Blut nach 8 Stunden ein Extremum auf.
2.2
In den ersten 8 Stunden nach Zuführung des zweiten Medikaments liegt somit eine durchschnittliche Konzentration von etwa
vor.
2.3
Ermitteln des Zeitpunkts, zu welchem die (Gesamt-)Konzentration des Wirkstoffs im Blut den Wert von 2 erreicht und wieder unter diesen Wert fällt:
Mit dem solve-Befehl des WTR folgt:
und
Der Zeitraum, in dem die Konzentration also über
liegt, beträgt:
Da eine Konzentration von mehr als
über einen Zeitraum von mehr als 14 Stunden erreicht wird, genügt die vorliegende Medikamentengabe den Bedingungen.