A1 - Analysis
1
In einem Nationalpark soll eine neue Tierart angesiedelt werden. Dafür werden zum Zeitpunkt
Tiere ausgewildert, von denen einige bereits trächtig sind. Die mögliche Entwicklung der Geburtenrate dieser Tiere kann durch geeignete Funktionen der drei Funktionsscharen
und
modelliert werden. Dabei gibt
und
jeweils die Geburtenrate in Tiere/Jahr in Abhängigkeit von der Zeit
in Jahren nach der Auswilderung an. Es gilt
sowie
Modell A:
Modell B:
Modell C:
In den Abbildungen 1 bis 3 in Material 1 sind jeweils einige Graphen der Funktionsscharen
und
dargestellt.
Material 1

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3
1.1
Bestimme ohne Verwendung der Graphen für die Modelle A, B und C jeweils die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung sowie die langfristige Entwicklung der Geburtenrate. Gib für die Abbildungen 1 bis 3 aus Material 1 jeweils an, welchem der drei Modelle A, B und C sie zuzuordnen sind.
(6 BE)
1.2
Beschreibe unter Berücksichtigung deiner Ergebnisse aus Aufgabe 1.1, welchen Einfluss die Scharparameter
und
jeweils auf die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung sowie auf die langfristige Entwicklung der Geburtenrate haben.
(3 BE)
2
Im Folgenden soll für die Modellierung der Geburtenrate das Modell C mit der zugehörigen Funktionsgleichung
verwendet werden.
Die Gleichung der ersten Ableitung
kann ohne Nachweis verwendet werden.
Die Gleichung der ersten Ableitung
2.1
Berechne die Wendepunkte der Schar
Hinweis: Die Untersuchung der notwendigen Bedingung ist ausreichend.
Beschreibe die Bedeutung der Wendestelle im Sachzusammenhang.
Zur Kontrolle:
Hinweis: Die Untersuchung der notwendigen Bedingung ist ausreichend.
Beschreibe die Bedeutung der Wendestelle im Sachzusammenhang.
(7 BE)
2.2
Die Wendepunkte aller Graphen der Schar liegen auf einer Kurve, der sogenannten Ortskurve. Leite für diese Ortskurve der Wendepunkte die zugehörige Funktionsgleichung her und bestätige, dass alle Wendepunkte auf einer Geraden liegen.
(4 BE)
3
Bei der Betrachtung der Populationsentwicklung ist neben der Geburtenrate auch die Sterberate zu berücksichtigen. Die Population wurde ab dem Zeitpunkt der Auswilderung über 10 Jahre beobachtet. Die Entwicklung der Geburtenrate soll durch die Funktion
der Schar
aus Aufgabe 1 mit
modelliert werden, die Entwicklung der Sterberate durch die Funktion
mit
Die Graphen der Funktionen
und
sind in Material 2 dargestellt.
Material 2
Die Graphen der Funktionen

Abb. 4
3.1
Leite mit einer geeigneten Integrationsmethode die Gleichung einer Stammfunktion
der Funktion
her und benenne die von dir verwendete Integrationsmethode.
[Zur Kontrolle:
]
[Zur Kontrolle:
(5 BE)
3.2
Berechne die Anzahl der Geburten in den ersten
Jahren nach der Auswilderung.
(4 BE)
3.3
Erläutere zunächst ohne Verwendung des Sachzusammenhangs die einzelnen Zeilen der unten dargestellten Rechnung. Deute anschließend den Ansatz in Zeile (1) sowie den Wert
jeweils im Sachzusammenhang.
(5 BE)
3.4
Berechne die drei Zeitpunkte, zu denen sich die Größe der Population gemäß der vorgenommenen Modellierung nicht verändert hat.
Hinweis: Ersetze an geeigneter Stelle
durch
Hinweis: Ersetze an geeigneter Stelle
(6 BE)
1.1
Geburtenrate bei
bestimmen
Zum Zeitpunkt der Auswilderung beträgt die Geburtenrate also im Modell A
Tiere pro Jahr, im Modell B
Tiere pro Jahr und im Modell C
Tiere pro Jahr.
Entwicklung der Geburtenrate bestimmen
Für
gilt für den Nenner des Bruchs des Funktionsterms im Modell A:
Insgesamt gilt daher
für
Für Modell
gilt ebenfalls
und damit
für
Für Modell
gilt:
Insgesamt entwickelt sich die Geburtenrate folglich nach Modell A langfristig zu
Tiere pro Jahr und nach Modell B und Modell C zu
Tiere pro Jahr.
Abbildungen zuordnen
Da im Modell C die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung unabhängig vom Parameterwert
Tiere pro Jahr beträgt, gehört Abbildung 1 zu Modell C.
Die langfristige Entwicklung ist nur bei Modell B und C unabhängig vom Parameter. Somit gehört Abbildung 3 also zu Modell B.
Im Modell A hängt die Geburtenate sowohl bei Auswilderung als auch auf langfrsitig vom Parameter
ab. Somit lässt sich Abbildung 2 dem Modell A zuordnen.
1.2
Modell A
Die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung beträgt
Tiere pro Jahr.
Mit einem größeren Wert von
steigt also auch die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung.
Die langfristige Entwicklung der Geburtenrate ist
Diese wird also direkt durch den Parameterwert
angegeben, sodass die langfristige Geburtenrate steigt, wenn der Parameterwert von
steigt.
Modell B
Die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung beträgt
Mit steigenden Werten von
sinkt also die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung im Modell B.
Langfristig entwickelt sich die Geburtenrate in diesem Modell gegen den Wert
Dieser ist unabhängig vom Parameter
Der Wert
hat also keinen Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Geburtenrate.
Modell C
Die Geburtenrate zum Zeitpunkt der Auswilderung beträgt
und ist daher unabhängig vom Parameterwert
Langfristig entwickelt sich die Geburtenrate in diesem Modell gegen dern Wert
Dieser ist unabhängig vom Parameter
Der Wert
hat also keinen Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Geburtenrate.
2.1
Wendepunkte berechnen
Durch Anwendung der Produktregel kann die zweite Ableitung berechnet werden:
1. Schritt: Notwendiges Kriterium anwenden
2. Schritt:
-Koordinate bestimmen
Einsetzen in
liefert:
Der Graphen der Schar
besitzten also Wendepunkte mit den Koordinaten
Bedeutung beschreiben
Die Wendestellen von
sind die Extremstellen der ersten Ableitungsfunktion
welche die Änderungsrate von
beschreibt.
Die Wendestelle gibt also den Zeitpunkt an, zu dem die Geburtenrate am stärksten abnimmt oder am stärksten zunimmt. Anhand von Abbildung 1 lässt sich erkennen, dass die Geburtenrate an dieser Stelle abnimmt. Die Wendestelle entspricht also dem Zeitpunkt im Modell C, zu dem die Geburtenrate am stärksten abnimmt.
2.2
Umformen der
-Koordinate des Wendepunkts nach
ergibt:
Einsetzen in die
-Koordinate liefert:
Alle Wendepunkte der Schar
liegen also auf dem Graphen mit der Gleichung
Da diese Gleichung eine Gerade beschreibt, liegen folglich alle Wendepunkte der Schar
auf einer Geraden.
3.1
3.2
Die Anzahl der Geburten in einem bestimmten Zeitraum kann mithilfe eines Integrals über
berechnet werden:
In den ersten zehn Jahren nach der Auswilderung finden folglich ca.
Geburten statt.
3.3
Rechnungen erläutern
im ersten Schritt wird gebildet als Differenz aus der Funktion für die Geburtenrate und der Funktion für die Sterberate.
Ist diese positiv, werden mehr Tiere geboren als sterben und die Population wächst. Ist sie negativ, schrumpft die Population, da mehr Tiere sterben als geboren werden.
Durch
wird also die Änderungsrate der Größe der betrachteten Population beschrieben. Der Wert
gibt daher den Zeitpunkt an, zu dem die Population am stärksten wächst.
(1)
Es wird eine Differenzenfunktion
mit
gebildet.
(2)
Die erste Ableitungsfunktion
von
wird mithilfe der Produktregel gebildet und der Funktionsterm so weit wie möglich vereinfacht.
(3)
Anwendung des notwendigen Kriteriums für Extremstellen von
, indem
gesetzt wird. Diese Gleichung ergibt eine Lösung
Bei
handelt es sich also um eine mögliche Extremstelle von
(4)
Diese mögliche Extremstelle von
wird in die zweite Ableitungsfunktion eingesetzt. Mit dem hinreichenden Kriterium ergibt sich wegen
dass
an der Stelle
ein lokales Maximum annimmt.
Ansatz im Sachzusammenhang deuten
Die Differenzenfunktion
3.4
Die Zeitpunkte, zu denen sich die Größe der Population nicht ändert, werden durch die Nullstellen der Funktion
aus Aufgabe 3.3 beschrieben:
Mit dem Satz vom Nullprodukt folgt
Berechnen der Werte für
:
Durch Substitution mit
folgt:
Durch Anwenden der p-q-Formel ergibt sich:
Resubstitution liefert nun:
Zum Zeitpunkt der Auswilderung, ca.
Jahre danach und ca.
Jahre nach der Auswilderung hat sich die Größe der Population gemäß der vorgenommenen Modellierung nicht verändert.