B2 - Analysis
1
Wissenschaftler untersuchen auf einer Insel über einen großen Zeitraum hinweg eine Elchpopulation. Die Entwicklung der Anzahl der Elche innerhalb der ersten 50 Jahre ist in Abbildung 1 dargestellt.
Im Folgenden wird die Anzahl der Elche in verschiedenen Zeiträumen durch die Funktionen
,
und
modelliert.
Dabei bezeichnet
die Zeit in Jahren nach Beginn der Untersuchung zum Zeitpunkt
jeweils die Anzahl der Elche.
Die Graphen der drei Funktionen sind abschnittweise in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 1

Abbildung 2
1.1
Zu Beginn der Untersuchung sind 50 Elche vorhanden, nach 18 Jahren 568 Elche. Die Anzahl der Elche wird in den ersten 18 Jahren durch eine Exponentialfunktion
mit
modelliert.
Berechne die Parameter
und
Begründe, warum die Funktion
nicht zur langfristigen Beschreibung der Anzahl der Elche geeignet ist.
(6 BE)
1.2
Im Intervall
soll die Anzahl der Elche durch eine lineare Funktion
mit
modelliert werden.
Beschreibe die Bedeutung der Steigung
im Sachzusammenhang.
(2 BE)
1.3
Ab dem Zeitpunkt
wird die Funktion
mit
zur Modellierung der Anzahl der Elche verwendet.
1.3.1
Untersuche das Grenzwertverhalten von
für
anhand des Funktionsterms.
(3 BE)
1.3.2
Berechne mit Hilfe der Funktion
den Zeitpunkt, ab dem die Wachstumsrate höchstens 10 Elche pro Jahr beträgt.
(5 BE)
1.3.3
Berechne den Wert des Integrals
und deute das Ergebnis im Sachzusammenhang.
(6 BE)
2
Die Anzahl der Elche soll im Folgenden durch die Funktion
mit
modelliert werden. Hierbei bezeichnet
die Zeit in Jahren nach Beginn der Untersuchung aus Aufgabe 1,
die Anzahl der Elche. Der Graph von
ist in Abbildung 3 dargestellt.
Für den Zusammenhang zwischen der Funktion
und der Ableitungsfunktion
gilt
wobei
eine positive Konstante ist.

Abbildung 3
2.1
Zeige mit Hilfe der Produktregel, dass
gilt.
(3 BE)
2.2
Bestätige unter Bezugnahme auf die Gleichung aus Aufgabe 2.1 nur unter Verwendung der notwendigen Bedingung, dass für die
-Koordinate
ein Wendepunkt des Graphen von
vorliegt, und berechne den zugehörigen Zeitpunkt
Beschreibe die Bedeutung von
im Sachzusammenhang.
(8 BE)
2.3
Für alle
gilt
Gib an, welche Symmetrieeigenschaft des Graphen von
man aus dieser Gleichung folgern kann.
(2 BE)
3
50 Jahre nach Beginn der Untersuchung aus Aufgabe 1 ist in einem strengen Winter das Wasser zwischen Festland und Insel teilweise zugefroren, sodass 23 Wölfe auf die Insel gelangen.
Die Anzahl der Elche bzw. Wölfe lässt sich in guter Näherung durch die Funktionen
bzw.
modellieren mit:
Hierbei bezeichnet
mit
die Zeit in Jahren nach Beginn der Untersuchung,
bzw.
die Anzahl der Elche bzw. Wölfe.
3.1
Beschreibe, durch welche geometrischen Operationen der Graph von
aus dem Graphen der allgemeinen Sinusfunktion
mit
hervorgeht.
Ermittle die Periodenlänge von
sowie die maximale und minimale Anzahl der Wölfe.
(6 BE)
3.2
Zeige, dass die zweite Ableitungsfunktion
und die erste Ableitungsfunktion
proportional zueinander sind, dass also gilt
, und berechne die Proportionalitätskonstante
(5 BE)
3.3
Begründe, dass sich an den Stellen, an denen ein Hochpunkt von
vorliegt, auch ein Hochpunkt von
befindet.
Deute diese Aussage im Sachzusammenhang.
(4 BE)
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1.1
Parameter berechnen
Gegeben sind die Koordinaten der beiden Punkte
und
Einsetzen der Koordinaten von
in
liefert:
Mit den Koordinaten von
folgt:
Begründung
Die Exponentialfunktion strebt mit zunehmenden Werten von
gegen Unendlich. Ein solch enormes und rasch steigendes Wachstum kann durch verschiedene Umweltfaktoren nicht auftreten, da der Lebensraum, die Lebenszeit sowie die Nahrungsquellen der Elche begrenzt sind.
1.2
Die Steigung
bedeutet, dass die Anzahl der Elche jedes Jahr um 76 Elche zunimmt.
1.3.1
Für
verläuft
Somit folgt für den gesamten Funktionsterm:
1.3.2
Kettenregel anwenden:
Der Zeitpunkt ab dem die Wachstumsrate höchstens 10 Elche pro Jahr beträgt, ergibt sich aus:
Mit Hilfe der Abbildung 2 folgt, dass die Wachstumsrate etwa ab dem 47. Jahr höchstens 10 Elche pro Jahr beträgt.
1.3.3
Mit dem WTR ergibt sich:
In den Jahren 32 bis 50 nach Beginn der Untersuchung beträgt die Anzahl der Elche durchschnittlich 1987.
2.1
Mit der Produktregel ergibt sich:
2.2
2.3
Aus der Gleichung kann die Punktsymmetrie des Graphen zum Punkt
gefolgert werden.
3.1
Geometrische Operationen beschreiben
Der Faktor 10 streckt den Graphen der Sinusfunktion in
-Richtung und vergrößert somit die Amplitude um das 10-fache.
Der Faktor
streckt den Graphen der Sinusfunktion in
-Richtung und vergrößert somit die Periodenlänge.
Durch Addition von 23 wird der Graph der Sinusfunktion um 23 Einheiten in positive
-Richtung verschoben.
Periodenlänge berechnen
Es gilt:
Die Periodenlänge von
beträgt somit 25.
Maximale und minimale Anzahl ermitteln
Da die Sinusfunktion um den Faktor 23 in
-Richtung verschoben ist und die Amplitude 10 besitzt, folgt die maximale Anzahl der Wölfe mit
und die minimale Anzahl mit
3.2
1. Schritt: Ableitungen bestimmen
2. Schritt: Proportionalität nachweisen
Somit sind die zweite Ableitungsfunktion
und die erste Ableitungsfunktion
propotional zueinander mit der Proportionalitätskonstante
3.3
Begründung
Für die Stellen, an denen ein Hochpunkt von
vorliegt, gilt
Da
proportional zu
ist, folgt:
Dies entspricht der notwendigen Bedingung für eine Extremstelle bei
Aus der Proportionalität von
und
folgt auch die Proportionalität von
und
wodurch ebenso die hinreichende Bedingung erfüllt ist.
Wegen
wird außerdem garantiert, dass sich an den Stellen, an denen sich ein Hochpunkt von
befindet, auch ein Hochpunkt und kein Tiefpunkt von
befindet.
Deutung im Sachzusammenhang
In dem Jahr, in dem die Anzahl der Elche maximal ist, nimmt die Wolfspopulation am stärksten zu.