A1 - Analysis
1
Gegeben ist die Funktionenschar
mit
.
Abildung 1 enthält Graphen von Funktionen der Schar.

Abbildung 1
1.1
Berechne die Nullstellen der Scharfunktionen.
Gib für die Graphen in Abbildung 1 die zugehörigen ganzzahligen Parameterwerte von
an.
(4 BE)
1.2
Berechne jeweils nur anhand der notwendigen Bedingung die Extrem- und Wendestellen der Schar und zeige, dass für alle Funktionen der Schar die Extremstelle stets genau in der Mitte von Null- und Wendestelle liegt.
(5 BE)
1.3
Skizziere in Abbildung 1 die Kurve, die die Hochpunkte verbindet, und leite für die Ortskurve der Hochpunkte die zugehörige Funktionsgleichung her.
(4 BE)
1.4
Zeige, dass für jede Scharfunktion
die 2. Ableitungsfunktion
ebenfalls eine Funktion der Schar ist.
Ermittle, durch welche Abbildungen der Graph von
aus dem Graphen von
hervorgeht.
(4 BE)
2.1
Berechne mit Hilfe partieller Integration (Produktintegration) eine Stammfunktionenschar
von
zur Kontrolle: 

(5 BE)
2.2
Untersuche rechnerisch, ob die Graphen der Schar mit der
-Achse eine Fläche einschließen, die einen endlichen Inhalt hat, und gib diesen gegebenenfalls an.
(6 BE)
3
Aus der Funktionenschar
entsteht durch geeignete Verschiebung jedes Graphen parallel zur
-Achse eine neue Funktionenschar
deren Graphen alle durch den Ursprung gehen (Abbildung 2).
Zeige, dass sich der Term für
als
schreiben lässt.

Abbildung 2
(4 BE)
4
Gewisse Wachstumsprozesse lassen sich durch Graphen wie in Abbildung 2 beschreiben.
In Abbildung 3 ist die Gewichtszunahme von jungen Hunden graphisch dargestellt. Die zugrunde liegenden Daten lassen sich durch abgeänderte Funktionen der Funktionenschar
(vgl. Aufgabe 3) gut approximieren.

Abbildung 3
Für den Schäferhund können dem Diagramm folgende Werte entnommen werden:
Alter
(in Monaten)
|
Gewichtszunahme
(in g/Tag)
|
---|---|
1
|
100
|
2
|
150
|
3
|
165
|
5
|
130
|
7
|
95
|
10
|
45
|
13
|
20
|
4.1
Beschreibe die in den Graphen von Abbildung 3 enthaltenen Aussagen im Sachzusammenhang. Auf Unterschiede zwischen den einzelnen Graphen soll nicht eingegangen werden.
(2 BE)
4.2
Leite eine abgeänderte Funktion aus der Schar
her, die das Wachstum der Schäferhunde annähernd beschreibt und deren Graph den gleichen Hochpunkt wie der Graph
in Abbildung 3 hat.
Hinweis: Denk an eine Streckung oder Stauchung eines Graphen der Schar.
(6 BE)
1.1
Nullstellen berechnen
Es gilt:
Die Nullstellen der Scharfunktionen
sind somit gegeben durch
Parameterwerte angeben
Die Graphen von
besitzen jeweils eine Nullstelle bei
Die in der Abbildung gegebenen Graphen besitzen die Nullstellen
,
,
,
und
Somit folgen die Parameterwerte der Graphen mit
und
1.2
1. Schritt: Ableitungen bilden
Mit der Quotientenregel folgt:
2. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen anwenden
Da nur die Anwendung der notwendigen Bedingung gefordert ist, folgen die Extremstellen der Schar mit
3. Schritt: Notwendige Bedingung für Wendestellen anwenden
Da nur die Anwendung der notwendigen Bedingung gefordert ist, folgen die Wendestellen der Schar mit
4. Schritt: Lage der Extremstelle nachweisen
Für die Mitte
zwischen der Nullstelle
und der Wendestelle
gilt:
Somit liegt die Extremstelle jeder Scharfunktion genau in der Mitte von Null- und Wendestelle.
1.3
Kurve skizzieren
Die Parameter der gegebenen Graphen sind
und
Der Extrempunkt jeder Scharfunktion liegt an der Stelle
Die Extremstellen der Graphen folgen also mit
und
Durch Eintragen der Hochpunkte in Abbildung 1 lässt sich die Ortskurve wie folgt skizzieren:
Funktionsgleichung herleiten
Es gilt:
Einsetzen der Extremstelle
in die Funktionsgleichung von
liefert die
-Koordinate der Extrempunkte in Abhängigkeit von
Einsetzen von
liefert nun:
Damit ist die Funktionsgleichung der Ortskurve der Hochpunkte von
gegeben durch

1.4
Zweite Ableitungsfunktion prüfen
Für jede Scharfunktion muss es ein
geben, sodass gilt:
Damit ist
mit
Folglich ist
für jedes
ebenfalls eine Funktion der Schar
Abbildungen ermitteln
Aus Abbildung 1 kann abgelesen werden, dass der Graph von
durch Verschiebung um zwei Einheiten in positive
-Richtung und einer leichten Streckung aus dem Graphen von
hervorgeht.
Für den genauen Streckungsfaktor wird der Funktionsterm von
in eine Darstellungsweise in Abhängigkeit von
gebracht. Dafür wird der Bruch mit
erweitert:
Der Graph von
geht also durch eine Verschiebung um zwei Einheiten in positive
-Richtung und durch eine Streckung um den Faktor
aus dem Graphen von
hervor.
2.1
Für die partielle Integration (Produktintegration) gilt:
Es ist gegeben:
Somit folgt:
Eine Stammfunktionenschar
von
ergibt sich also mit:
Eine Stammfunktionenschar der Funktionenschar
lautet folglich
2.2
Da die Nullstelle bereits durch
gegeben ist, gilt für den Flächeninhalt zwischen den Graphen der Schar und der
-Achse:
Da der exponentiellen Term
stärker wächst als der lineare Term
strebt der gesamte Term
für
folglich gegen 0.
Damit ergibt sich:
Die Graphen der Schar
schließen mit der
-Achse also eine Fläche mit endlichem Inhalt ein. Dieser beträgt
Flächeneinheiten.
3
Da die Nullstellen der Funktionsschar jeweils an der Stelle
liegen, muss jeder Graph um
Einheiten nach rechts verschoben werden.
Somit ergibt sich:
Der Term für
lässt sich somit als
schreiben.
4.1
Alle Graphen wachsen zunächst sehr stark, bis sie ihren Hochpunkt erreicht haben. In den ersten Monaten legen die Welpen also immer schneller an Gewicht zu, bis sie spätestens im 5. Lebensmonat die höchste Gewichtszunahme erreichen.
Die Graphen fallen dann wieder ab, allerdings langsamer, als sie zuvor gestiegen sind. Die Gewichtszunahme nimmt also immer weiter ab.
Zum Schluss nähern sich alle Graphen asymptotisch der
-Achse an. Nach ca. 12 bis 18 Monaten hat sich die Gewichtszunahme also weitestgehend dem Wert Null angenähert, sodass die Hunde etwa ihr Endgewicht erreicht haben.
4.2
Der Graph der Funktion
, die das Wachstum der Schäferhunde annähernd beschreiben soll, soll den gleichen Hochpunkt besitzen wie der Graph
Dieser ist gegeben durch
1. Schritt: Ableitung bilden
Mit der Produktregel ergibt sich:
2. Schritt: Koordinaten der Hochpunkte bestimmen
Anwenden der notwendigen Bedingung für Extremstellen:
Da aus dem Verlauf der Graphen hervorgeht, dass genau eine Extremstelle existiert, kann auf die Anwendung der hinreichenden Bedingung verzichtet werden.
-Koordinate berechnen:
Die Koordinaten der Hochpunkte der Graphen von
sind somit gegeben durch
3. Schritt: Wert von
ermitteln
Da der Graph von
ebenso wie der Graph
den Hochpunkt
besitzen soll, muss gelten:
4. Schritt: Sreckungsfaktor bestimmen
Damit der Hochpunkt des Graphen von
statt bei
an der Stelle
liegt, muss der Graph von
entsprechend in
-Richtung gestreckt werden.
Es soll gelten:
Der Streckungsfaktor entlang der
-Achse folgt also mit
Eine abgeänderte Funktion der Schar
die das Wachstum der Schäferhunde annähernd beschreibt und deren Graph den gleichen Hochpunkt wie der Graph
in Abbildung 3 hat, ist somit gegeben durch :