Analysis 2
Die Pegelhöhe eines Kanals wurde während eines Hochwasserereignisses an einem Ort für einen Zeitraum von 14 Tagen beobachtet. Der zeitliche Verlauf der Pegelhöhe kann näherungsweise durch die Funktion
mit
;
beschrieben werden. Diese hat die Ableitungen
Die Pegelhöhe
wird vom tiefsten Punkt des Kanalbetts bis zur Wasseroberfläche gemessen,
steht für die Zeit nach Beobachtungsbeginn in Tagen und
für die Pegelhöhe in Metern.
näherungsweise durch eine ganzrationale Funktion
modelliert werden. In jedem der Punkte
und
schließt sich jeweils ein horizontaler Uferweg knickfrei an. Der Ursprung des Koordinatensystems liegt dabei in der Mitte des Kanals im tiefsten Punkt des Kanalbettes.
mit
.
Die normale Pegelhöhe des Kanals beträgt
.
und | ||
a)
- Bestimme die mittlere Änderungsrate der Pegelhöhe im Intervall
.
- Leite aus der ersten Ableitung der Funktion
deren zweite Ableitung her.
- Berechne die höchsten und die niedrigsten Pegelhöhen im Beobachtungszeitraum.
- Berechne die beiden Wendestellen der Funktion
und erläutere deren Bedeutung im Sachzusammenhang. Eine hinreichende Bedingung für die Existenz von Wendestellen muss nicht betrachtet werden.
- Skizziere den Graphen der Funktion
.
(19P)
b) Berechne mit Hilfe des Taschenrechners den Ausdruck
und interpretiere das Ereignis im Sachzusammenhang.
und interpretiere das Ereignis im Sachzusammenhang.
(3P)
Das achsensymmetrische Kanalbett kann über dem Intervall 
c)
Verwende im Folgenden die Funktion - Entscheide, welche Werte für den Grad
der Funktion
gewählt werden können. Begründe deine Entscheidung.
Die normale Pegelhöhe des Kanals beträgt
- Zeige, dass die Breite der Wasseroberfläche des Kanals bei normaler Pegelhöhe ca.
beträgt.
- Bei normaler Pegelhöhe hat die wassergefüllte (in der Abbildung grau hinterlegte) Querschnittsfläche des Kanals einen Flächeninhalt von ca.
. Bei einer Pegelhöhe von
ist die Wasseroberfläche des Kanals ca.
breit.
Ermittle, um wie viel Prozent sich der Flächeninhalt der wassergefüllten Querschnittsfläche des Kanals vergrößert, wenn der Pegel von normaler Pegelhöhe bis auf die Pegelhöhe vonansteigt.
(14P)
d) Es gibt eine Funktion
, die jedem Zeitpunkt
des Beobachtungszeitraums eine Breite der Wasseroberfläche des Kanals zuordnet. Dabei wird die Breite in Metern betrachtet.
Zeige, dass
ein Funktionsterm dieser Funktion
ist.
Zeige, dass
(4P)
a)
Bestimme die mittlere Änderungsrate
Die Pegelhöhe wird durch die Funktion
beschrieben. Die Änderungsrate
in einem Intervall
einer Funktion
wird durch die Steigung zwischen den Punkten an den Stellen
und
in diesem Intervall bestimmt. Die Steigung ist die Differenz der Funktionswerte geteilt durch die Länge des Intervalls:
Die mittlere Änderungsrate im Intervall
beträgt in etwa
Meter pro Tag.
Zweite Ableitung herleiten
Die erste Ableitung bildet sich aus der Funktion
. Du kannst erkennen, dass die erste Ableitung sich mit der Kettenregel bilden lässt.
nach
abgeleitet ist
. Das bedeutet, dass bei jeder weiteren Ableitung dieser Teil der Funktion stehen bleiben wird. Um die zweite Ableitung zu bilden, musst du jetzt zusätzlich die Produktregel beachten.
Berechne globale Extrema
Gesucht sind die globalen Extrema im Intervall
. Suche also lokale Extrema mit den Bedingungen:
, für Minima
. Zusätzlich musst du Randextrema untersuchen.
1. Schritt: Notwendige Bedingung überprüfen
Der Satz vom Nullprodukt besagt, dass wenn in einem Produkt mindestens ein Faktor Null ist, das Produkt Null wird. Die Exponentialfunktion wird nie Null, daher betrachtest du nur den anderen Teil des Terms.
Bei
ist ein lokale Extremstelle.
2. Schritt: Hinreichende Bedingung überprüfen
Der Funktionswert der zweiten Ableitung an der Stelle
ist:
An der Stelle
liegt ein lokales Maximum vor.
3. Schritt: Maximum und Randextrema bestimmen
Die Pegelhöhe ist nach 8 Tagen maximal, der Pegelstand beträgt dann in etwa
m. Die niedrigste Pegelhöhe ist zu Beginn der Beobachtung, also bei
. Sie betrug in etwa
m.
Wendestellen berechnen
Die notwendige Bedingung für Wendestellen ist:
Eine hinreichende Bedingung musst du hier nicht überprüfen.
Für diese Gleichung findest du mit der
-Formel zwei Lösungen:
Die Wendestellen sind
und
. An der Wendstelle
ist die Änderungsrate des Pegelstandes am größten, das heißt der Pegel steigt schnellsten. An der Wendestelle
ist die Änderungsrate des Pegelstandes am kleinsten, das heißt der Pegel sinkt am schnellsten.
Graphen skizzieren
Zeichne den Graphen der Funktion
. Nutze aus was du bereits bestimmt hast. Die Funktionswerte zu Beginn und am Ende der Beobachtung:
und
. Desweiteren kennst du die Wendestellen
und
. Und du kennst den Hochpunkt des Graphen:
. Der Graph sieht so aus:
- Notwendige Bedingung:
- Hinreichende Bedingung:
b)
Integral berechnen
Hier sollst du den angegebenen Ausdruck mit deinem Taschenrechner berechnen:
Der Ausdruck ergibt
. Der Ausdruck ist Formel für den Mittelwert der Funktion
im Intervall
. Das heißt der Ausdruck beschreibt die mittlere Pegelhöhe im Beobachtungszeitraum.
c) Kanalbett
Hier ist die Form eines achsensymmetrischen Kanalbetts durch eine Funktion
im Intervall
näherungsweise gegeben.
Finde den Grad
Der Grad
der Funktion
muss gerade, also
sein, damit der Graph der Funktion symmetrisch zur
-Achse ist.
Bestimme die Breite der Wasseroberfläche
Das Kanalbett wird durch die Funktion
beschrieben. Der Funktionsterm von
lautet:
Die normale Pegelhöhe beträgt
m. Sie wird durch die Funktion
beschrieben. Der Abstand der Schnittstellen der Funktion
und
beschreibt die Breite der Wasseroberfläche. Die Schnittstellen bestimmst du, indem du die beiden Funktionsterme gleichsetzt und nach
auflöst:
Die Substitution ermöglicht es dir mit der
-Formel zwei Lösungen für
zu erhalten. Mit einer Resubstituion erhältst du daraus die
-Stellen.
Die Schnittstellen
liegen außerhalb des gültigen Intervalls
und spielen deshalb keine Rolle. Der Abstand der Schnittstellen
und
beträgt in etwa
m. Bei einer Pegelhöhe von
m ist die Breite der Wasseroberfläche in etwa
m.
Ermittel die Vergrößerung des Flächeninhalts
Hier sollst du bestimmen, um wie viel Prozent sich der Flächeninhalt der Querschnittsfläche vergrößert wenn die Pegelhöhe auf
m zugenommen hat. Die prozentuale Erhöhung des Flächeninhalts berechnet sich wie folgt:
Wobei
den Flächeninhalt bei normalem Pegelstand beschreibt und
den Flächeninhalt bei erhöhtem Pegel beschreibt. Der Flächeninhalt
ist gegeben.
Um den Flächeninhalt
zu bestimmen, musst du den Flächeninhalt der in der Skizze grün markierten Flächen bestimmen. Es ist die Fläche zwischen dem Graphen der Funktion
und der Funktion
.
Der Flächeninhalt zwischen den Graphen der Funktionen ist:
Wobei
und
die Schnittstellen der Funktionen sind. Sie sind durch die Hälfte der Wasserbreite gegeben:
Der Flächeninhalt ist:
Die Vergrößerung kannst du jetzt berechnen:
Der Flächeninhalt der Querschnittsfläche ist um etwa
angestiegen.

d) Zeige, dass
die Breite beschreibt
Um zu zeigen, dass
die Breite der Wasseroberfläche beschreibt, betrachtest du, wie du die Wasserbreite berechnet hast.
Die Wasserbreite ist der Abstand der Schnittstellen von der Funktion
mit
. Die Schnittstellen hast du für
bereits berechnet. Du kannst das nochmal für eine allgemeine Höhe berechnen:
Mit der
-Formel erhältst du zwei Lösungen für
.
Aus der vorherigen Rechnung weißt du bereits, dass sich die "plus"-Lösung außerhalb des Definitionsbereichs befindet. Daher ist nur die "minus"-Lösung zu beachten. Durch eine Resubstitution erhältst du 2 Lösungen für
. Die Breite ist gleich der Differenz der beiden Stellen.
Wie du siehst, ist deine Funktion
für die Breite gleich der gegebenen Funktion. Somit ist gezeigt, dass die Funktion
die Breite der Wasseroberfläche beschreibt.