A1 - Analysis
Die kanadische Wasserpest ist eine krautartige Wasserpflanze, die auch in hessischen Seen weit verbreitet ist.
1
Die Wachstumsgeschwindigkeit einer solchen Pflanze (in
/Tag) soll näherungsweise durch die Funktion
mit
für
beschrieben werden, wobei
die Zeit in Tagen nach Beobachtungsbeginn angibt.
1.1
Berechne die Nullstellen der Funktion
sowie die Extrem- und Wendepunkte des Graphen von
ohne Beachtung der Einschränkung des Definitionsbereichs.
(11 BE)
1.2
Zeichne den Graphen von
im Intervall
in ein geeignetes Koordinatensystem.
(4 BE)
1.3
Erläutere die Bedeutung der Nullstellen und der Wendestelle von
im Sachzusammenhang.
(4 BE)
1.4
Zeige unter Angabe einer Stammfunktion von
, dass
gilt und erläutere diese Gleichung im Sachzusammenhang.
(7 BE)
2
Alternativ kann die Wachstumsgeschwindigkeit einer solchen Pflanze (in
/Tag) durch eine Exponentialfunktion
mit
für
beschrieben werden, wobei
die Zeit in Tagen nach Beobachtungsbeginn angibt.
2.1
Erläutere die Bedeutung der Zeilen
und
im untenstehenden Kasten für das Wachstumsverhalten der Pflanze.
(4 BE)
2.2
Bestätige rechnerisch, dass die Gleichungen
und
durch die Wahl der Parameter
und
erfüllt werden.
(6 BE)
3
Im Folgenden soll für die Funktion
aus Aufgabe 2 gelten:
und
Ein Biologe beobachtet, dass ein Spross der Pflanze, der zum Zeitpunkt
zu wachsen beginnt, nach 45 Tagen eine Länge von
erreicht.
Bestimme für beide Funktionen
und
jeweils, welche Länge sich nach 45 Tagen ergibt.
Beurteile, ob die Funktionen
und
hinsichtlich der Beobachtung des Biologen das Wachstum der Pflanze korrekt beschreiben.
(4 BE)
1.1
Nullstellen berechnen
Nullsetzen von
liefert:
Mit dem Satz vom Nullprodukt folgt
und:
Die Nullstellen der Funktion
sind somit gegeben durch
und
Extrempunkte bestimmen
Für die ersten drei Ableitungen von
folgt:
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen anwenden
Mit der
-Formel folgt:
Mögliche Extremstellen sind also
und
.
2. Schritt: Hinreichende Bedingung für Extremstellen anwenden
Der Graph von
besitzt somit an der Stelle
einen Hochpunkt und an der Stelle
einen Tiefpunkt.
3. Schritt: Funktionswerte berechnen
Der Graph von
besitzt den Hochpunkt
und den Tiefpunkt
Wendestellen bestimmen
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Wendestellen anwenden
Eine mögliche Wendestelle ist somit
2. Schritt: Hinreichende Bedingung für Wendestellen anwenden
Es handelt sich bei
somit um eine Wendestelle.
8. Schritt: Funktionswert berechnen
Der Graph von
besitzt folglich den Wendepunkt
1.2

1.3
Bedeutung der Nullstellen erläutern
Die Nullstellen von der Wachstumsfunktion
beschreiben die Zeitpunkte, zu denen die Pflanze noch nicht bzw. nicht mehr wächst.
Bedeutung der Wendestellen erläutern
An der Wendestelle
nimmt
am stärksten ab.
Somit beschreibt die Wendestelle den Zeitpunkt nach Beobachtungsbeginn, zu dem die Wachstumsgeschwindigkeit der kanadischen Wasserpest am stärksten abnimmt.
1.4
Gültigkeit der Gleichung zeigen
Stammfunktion von
bstimmen:
Mit Hilfe dieser Stammfunktion und mit
folgt für die linke Seite des Ausdrucks:
Für die rechte Seite gilt:
Da die Lösungen beider Seiten übereinstimmen, gilt die Gleichung.
Gleichung erläutern
Die linke Seite der Gleichung beschreibt den durchschnittlichen Funktionswert von
im Intervall
und damit die mittlere Wachstumsgeschwindigkeit zwischen dem 15. und 45. Tag nach Beobachtungsbeginn.
Die rechte Seite der Gleichung beschreibt die Wachstumsgeschwindigkeit 30 Tage nach Beobachtungsbeginn.
Die durchschnittliche Wachstumsgeschwindigkeit im Zeitraum zwischen dem 15. und 45. Tag nach Beobachtungsbeginn ist somit genauso groß wie die momentane Wachstumsgeschwindigkeit 30 Tage nach Beobachtungsbeginn.
2.1
Zeile
Da
die momentane Wachstumsgeschwindigkeit
Tage nach Beobachtungsbeginn beschreibt, beträgt diese 15 Tage nach Beobachtungsbeginn
Zeile
Die Bedingungen
und
beschreiben ein lokales Maximum von
an der Stelle
Die Wachstumsgeschwindigkeit der Pflanze ist damit 15 Tage nach Beobachtungsbeginn am höchsten.
2.2
1. Schritt: Ableitung bestimmen
Einsetzen dervon
und
liefert:
Mit der Produkt- und Kettenregel ergibt sich:
2. Schritt: Gleichungen rechnerisch bestätigen
Die Gleichungen werden also durch die Wahl der Parameter erfüllt.
3
Länge der Pflanze berechnen
Mit der Stammfunktion aus Aufgabe 1.4 ergibt sich:
Für die Berechnung einer Stammfunktion von
wird die partielle Integration verwendet:
Mit
und
folgt also:
Nach 45 Tagen wäre die Pflanze bei einer Modellierung mit der Funktion
ca.
lang, bei einer Modellierung durch
ca.
lang.
Funktionen beurteilen
Da der Wert der Modellierung mit Hilfe der Funktion
nur geringfügig von dem beobachteten Wert des Biologen abweicht, ist diese Funktion gut für die Beschreibung des Wachstums geeignet.
Bei Verwendung der Funktion
ergibt sich ein deutlich zu großer Wert für die Länge.