A2 - Analysis
Ein Goldschmied möchte eine neue Schmuckform in seine Kollektion aufnehmen. Ein Entwurf zeigt die Designvorlage für eine Brosche.
Die Trennlinie, die den Kreis in zwei gleich große Teile teilt, kann durch eine Funktion dritten Grades beschrieben werden (Angaben in Zentimetern).

Abbildung 1
Hinweis: Die Angabe des Tiefpunktes (TP) dient nur zur Orientierung.
1
Berechne die Funktion
dritten Grades mit Hilfe von Abbildung 1. Erläutere deinen Ansatz.
zur Kontrolle:
(9 BE)
2
Der grau markierte Bereich in Abbildung 1 soll mit einer Schichtdicke von
vergoldet werden.
der verwendeten Legierung hat eine Masse von
Berechne die für eine Brosche benötigte Masse der Legierung.
(10 BE)
3
Bei einer zweiten Variante der Brosche wird zusätzlich zu der durch
gegebenen Linie eine zweite Linie angebracht, die durch eine Funktion
mit
beschrieben werden kann (Abbildung 2).

Abbildung 2
3.1
Beschreibe, wie der Graph von
aus dem Graphen von
hervorgeht. Nimm dabei auch Bezug auf die Lage der Nullstellen und Extrempunkte.
(5 BE)
3.2
Bestimme den Faktor
so, dass der grau markierten Flächeninhalt
beträgt.
(9 BE)
3.3
(7 BE)
1
Allgemeine Funktionsgleichung einer Funktion dritten Grades:
Da die Funktion durch den Ursprung verlaufen soll, muss gelten:
Aus dem Graphen von
können die Koordinaten von weiteren drei Punkten abgelesen werden. Aus diesen ergibt sich folgendes lineares Gleichungssystem:
Aus Zeile
folgt
Einsetzen in Zeile
liefert:
Für Zeile
folgt also:
Der Wert von
ergibt sich nun zu
Die Funktion
ist somit gegeben durch:
2
1. Schritt: Flächeninhalt berechnen
Die grau markierte Fläche wird durch die
-Achse in zwei Teilflächen unterteilt:
Die Teilfläche oberhalb der
-Achse entspricht einem Viertel des Kreises. Aus der Abbildung in der Aufgabenstellung kann ein Radius von
entnommen werden.
Mit der Formel zur Berechnung des Flächeninhalts
eines Kreises folgt also:
Die Teilfläche unterhalb der
-Achse entspricht der Fläche zwischen dem Graphen von
und der
-Achse im Intervall
Zur Berechnung des Integrals muss eine Stammfunktion von
bestimmt werden:
Da die Fläche unterhalb der
-Achse liegt und das Integral folglich negativ ist, muss der Betrag des Integrals bestimmt werden:
Der gesamte Flächeninhalt folgt also mit:
2. Schritt: Volumen bestimmen
Da die Schichtdicke der Legierung
beträgt, ergibt sich:
3. Schritt: Masse berechnen
Da
eine Masse von
hat, folgt:
Für die Brosche wird somit eine Legierung von
benötigt.
3.1
Der Term der Funktion
unterscheidet sich nur durch den zusätzlichen Faktor
vom Term der Funktion
Mit
bewirkt dieser eine Streckung des Graphen von
in
-Richtung.
Da der Funktionsgraph nicht verschoben, sondern nur gestreckt wird, bleiben die Nullstellen gleich. Auch die
-Koordinate der Extrempunkte verändert sich nicht. Lediglich die
-Koordinate verschiebt sich in positive bzw. negative
-Richtung.
3.2
Da die beiden Funktionen
und
punktsymmetrisch sind, reicht es aus, die Fläche zwischen den beiden Graphen im Intervall
zu betrachten. Die Fläche in diesem Intervall soll folglich
betragen.
Stammfunktion
von
bestimmen:
Für den Flächeninhalt zwischen den Graphen von
und
im Intervall
folgt somit:
Für diese Fläche soll nun gelten:
Der Faktor
muss folglich den Wert 1,9 betragen, sodass der grau markierte Flächeninhalt
beträgt.
3.3
In Zeile
werden die Funktionsterme der Funktionen
und
gleichgesetzt. Somit werden die Schnittstellen des oberen halbkreisförmigen Rands der Brosche mit dem Graphen der Linie, die durch die Funktion
beschrieben wird, bestimmt.
Zeile
liefert die entsprechenden Lösungen für die Schnittstellen. Die Graphen schneiden sich in ihren gemeinsamen Nullstellen
und
Weitere zwei Schnittstellen sind die beiden von
abhängigen Stellen
und
Da die Gleichungen für diese
-Koordinaten nur gelöst werden können, wenn die Terme unter den Wurzeln größer oder gleich Null sind, hängt es vom Wert von
ab, ob sich die beiden Graphen zwei- oder viermal schneiden.
In Zeile
werden diese Fälle untersucht: Für
sind alle Wurzeln des Terms positiv und die beiden Graphen besitzen somit vier gemeinsame Schnittpunkte. Für
schneiden sich die beiden Graphen folglich nur in ihren gemeinsamen Nullstellen.