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Abi-Aufgaben LF
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Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 3 – Biochemie

vampir
Abb. 1: „Vampir“
Schon wenige Minuten im Licht führen lokal zu schmerzhaften Hautveränderungen. Bei schweren Formen schrumpfen Lippen und Gaumen und lassen die Zähne hervortreten, die durch Einlagerungen oft blutrot gefärbt erscheinen, so als habe der vermeintliche „Vampir“ gerade Blut getrunken. Knoblauch ist ebenfalls schädlich für Porphyrie-Kranke. Er soll den Abbau bereits vorhandenen Hämoglobins fördern und so die Blutarmut verschlimmern.
Modell einer Proteinstruktur in Rot und Blau mit grünen Molekülen.
Abb. 2b: Hämoglobin (Bändermodell)
1
Beschreibe die in den Abbildungen 2a und 2b dargestellten Strukturebenen des Proteins Hämoglobin. Nenne die Kräfte und Bindungen, die diese jeweils stabilisieren.
3 VP
Die verschiedenen Porphyrie-Formen beruhen auf Defekten von Enzymen in der Biosynthese des Häms. Abbildung 3 zeigt auszugsweise den Syntheseweg sowie mutationsbedingte Krankheitsbilder (Porphyrien).
Diagramm zur Biosynthese von Häm mit verschiedenen Enzymen und zugehörigen Krankheiten.
Abb. 3: Genwirkkette der Häm-Synthese und Krankheitsbilder bei entsprechenden Enzymdefekten (vereinfachte Darstellung)
2.1
Erkläre am Beispiel der Häm-Synthese den Begriff Genwirkkette.
2 VP
2.2
Begründe, warum verschiedene Mutationen in dieser Genwirkkette immer eine Blutarmut zur Folge haben, darüber hinaus aber verschiedene Krankheitssymptome verursachen.
2 VP
Da die defekten Enzyme meist noch eine geringe Aktivität aufweisen, können der Häm-Mangel und die damit einhergehende Blutarmut durch Regulation der Häm-Biosynthese zumindest vermindert werden.
3.1
Gib eine mögliche Erklärung für die mutationsbedingte reduzierte Enzymaktivität.
2 VP
3.2
Erläutere unter Verwendung von Abbildung 3, wie die Häm-Synthese auf Enzymebene normalerweise reguliert wird und wie bei einer Porphyrie-Erkrankung diese Regulation dem Häm-Mangel zumindest teilweise entgegenwirkt.
3 VP
3.3
Stelle den zugrunde liegenden Mechanismus dieser Enzymregulation mithilfe beschrifteter Schemazeichnungen dar (Größe etwa ½ Seite).
3 VP
Bei den Porphyrie-Formen treten neben dem Häm-Mangel weitere Symptome auf. So kommt es bei Patienten mit Erythropoetischer Porphyrie zu verbrennungsähnlichen Symptomen der Haut. Ursache hierfür ist in der Haut angereichertes Protoporphyrin, das mithilfe von Sonnenlicht Sauerstoffradikale bildet, die das Hautgewebe schädigen. Die Betroffenen meiden daher das Licht. Eine natürliche Reaktion des Körpers auf Sonnenlicht ist die Freisetzung des Melanocyten-stimulierenden Hormons (\(\alpha\)-MSH). Dieses bewirkt die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin und damit die Hautbräunung, die einen natürlichen Lichtschutz darstellt. Abbildung 4 zeigt die durch \(\alpha\)-MSH ausgelösten Prozesse.
Diagramm zur Melaninsynthese mit Proteininteraktionen und Signalwegen.
Abb. 4: Wirkung von \(\alpha\)-MSH auf die Melaninproduktion in Hautzellen (stark vereinfacht)
4
Beschreibe die in Abbildung 4 dargestellten Prozesse und erkläre, wie wenige \(\alpha\)-MSH-Moleküle in einer Zelle eine starke Melaninbildung auslösen.
3 VP
Da Heilung nicht möglich ist, steht für Patienten mit Erythropoetischer Porphyrie der Schutz vor Sonnenlicht im Vordergrund. Im Dezember 2014 wurde hierfür in der EU ein Medikament mit dem Wirkstoff Afamelanotid zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Erythropoetischer Porphyrie zugelassen. Dieses löst die Bräunung der Haut aus, ohne dass ein Kontakt mit Sonnenlicht stattgefunden hat.
5
Gib eine mögliche Erklärung für die Wirkungsweise von Afamelanotid und für das Phänomen, dass der Wirkstoff sogar wirksamer als die körpereigene Substanz ist.
2 VP

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Bildnachweise [nach oben]
[2b]
Zephyris (Richard Wheeler), 1GZX Haemoglobin, CC BY-SA 3.0