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Abi-Aufgaben LF
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Aufgabe 3 – Signalübertragung am Herz

Der deutsche Pharmakologe OTTO LOEWI forschte in den 1920er Jahren an den bis dahin noch völlig unbekannten Prozessen der Erregungsübertragung von Nervenzellen auf Muskelzellen. Für seine Entdeckung, dass an Synapsen ein chemischer Überträgerstoff wirkt, der später als Acetylcholin identifiziert wurde, erhielt LOEWI 1936 den Nobelpreis.
1
Erstelle eine beschriftete Skizze einer chemischen Synapse (Größe ca. ½ Seite), in der die für die Erregungsübertragung erforderlichen Strukturen dargestellt sind.
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In einem Experiment arbeitete OTTO LOEWI mit zwei Froschherzen in Kochsalzlösung. Beide Herzen schlugen, angeregt durch intakte Schrittmacherzellen, noch selbstständig. Schrittmacherzellen im Herzmuskel lösen eine selbstständige und regelmäßige Muskelkontraktion (Herzschlag) aus. Eines der beiden Herzen war noch mit dem Vagusnerv verbunden, der die Schrittmacherzellen des Herzens und damit die Herztätigkeit bei elektrischer Reizung beeinflussen kann. An beiden Froschherzen wurde die Frequenz der Herzschläge gemessen. Abbildung 1 zeigt Durchführung und Ergebnisse des Experiments.
experiment otto loewi
Abb. 1: Experiment von OTTO LOEWI (schematisch und stark vereinfacht)
2.1
Beschreibe die Ergebnisse des Experiments und begründe, weshalb LOEWI damit auf einen chemischen Überträgerstoff schließen konnte.
2 VP
2.2
Nenne und erkläre zwei Unterschiede in der Aktivität von Herz 2 im Vergleich zu Herz 1.
2 VP
Durch ständigen Einstrom von Kationen (z. 8. Na\(^+\), Ca\(^{2+}\)) in die Schrittmacherzellen kommt es in regelmäßigen Abständen zu einer überschwelligen Depolarisation und einem darauffolgenden Herzschlag.
transmitterwirkung auf schrittmacherzelle
Abb. 2: Transmitterwirkung auf eine Schrittmacherzelle
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Erläutere unter Verwendung von Abbildung 2 die Wirkung des Transmitters Acetylcholin auf Schrittmacherzellen des Herzens sowie die Auswirkung auf die Herzschlagfrequenz (Abbildung 1).
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Myasthenia gravis ist eine schwere Muskelschwäche. Zu Beginn der Erkrankung sind vor allem die Lidmuskeln betroffen. Den erkrankten Personen fallen buchstäblich die Augen zu. Später zeigen sich die Symptome auch bei anderen Skelettmuskeln, nicht jedoch bei der Herzmuskulatur. Ursache der Erkrankung ist eine Autoimmunreaktion. Bei Betroffenen wurden Antikörper nachgewiesen, die zur Blockierung der Acetylcholin-Rezeptoren an motorischen Endplatten der Skelettmuskulatur führen.
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Gib eine mögliche Erklärung, weshalb die Antikörper bei Myasthenia gravis-Patienten zu einer Skelettmuskelschwäche, nicht aber zu einer Schwäche der Herzmuskulatur führen.
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Myasthenia gravis kann unter anderem durch den Nachweis der Antikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren diagnostiziert werden. Hierfür verwendet man einen ELISA-Test. Als Antigen wird ein Acetylcholin-Rezeptor menschlicher Skelettmuskelzellen eingesetzt. Abbildung 3 zeigt den Ablauf des Tests.
elisa test
Abb. 3: ELISA-Test auf Antikörper
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Beschreibe anhand von Abbildung 3 den ELISA-Test auf Antikörper bei Myasthenia gravis. Begründe die Notwendigkeit der Spülvorgänge. Erkläre, warum dieser Test bei Verdacht auf Myasthenia gravis eine Diagnose ermöglicht.
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neostigmin + acetylcholin
Abb. 4: Strukturformeln
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Erläutere (unter Berücksichtigung von Abbildung 4) für die Möglichkeiten a bis c jeweils, ob sie für Neostigmin in Frage kommen, und was die Verabreichung von Neostigmin auf molekularer Ebene jeweils bewirken würde. Begründe, welche der drei Wirkungsweisen die Linderung der Symptome erklärt.
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