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Abi-Aufgaben LF
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Aufgabe 1 – Neurobiologie, Genetik

Viele der im mittel- und südamerikanischen Regenwald lebenden Froscharten der Familie Den-drobatidae (Baumsteigerfrösche) sondern über ihre Haut giftige Alkaloide ab. Das vom Pfeilgiftfrosch Phyllobates terribilis abgegebene Alkaloid Batrachotoxin \((BTX)\) wirkt an den Axonen seiner Fressfeinde als starkes Nervengift, Phyllobates selbst ist unempfindlich gegen \(BTX.\)
1.1
Erläutere die molekularen Grundlagen des Ruhepotenzials unter Berücksichtigung der beteiligten Ionen und Ionenkanäle.
3 VP
1.2
Erkläre auf molekularer Ebene, wodurch es bei Aktionspotenzialen zu einer immer gleich starken Depolarisation kommt.
2 VP
Um den Mechanismus der Giftwirkung von \(BTX\) näher zu untersuchen, wurden Neuronen von Ratten gereizt und die Erregungsleitung gemessen. Abbildung 1 zeigt den Versuchsaufbau und die Versuchsergebnisse.
biologie neuron ratte
Abb.1: Messungen an Neuronen von Ratten (vereinfacht)
2
Beschreibe die Ergebnisse der dargestellten Versuche 1 und 2. Entwickle eine Hypothese zur Wirkungsweise von \(BTX.\) Gehe dabei sowohl auf den möglichen Wirkmechanismus am Axon als auch auf die Folgen für die Erregungsweiterleitung an der Synapse und auf die Folgen für den gesamten Organismus ein.
4 VP
Untersuchungen zeigen, dass unpolare \(BTX\)-Moleküle durch die Zellmembran ins Zellinnere von Neuronen diffundieren können. Im Cytoplasma angekommen, werden sie protoniert und dadurch positiv geladen \((BTX^+).\) In dieser Form können sie die Zelle nicht mehr verlassen.
3.1
Erkläre, weshalb \(BTX\) und \(BTX^+\) eine Zellmembran unterschiedlich gut durchdringen können.
2 VP
Bei Ratten kann \(BTX^+\) auf der Zellinnenseite an Natriumionenkanäle binden. Die Bindung erfolgt im Bereich einer polaren Aminosäure. Abbildung 2 zeigt Ausschnitte der sich entsprechenden Aminosäuresequenzen des Natriumionenkanals einer Ratte und eines Pfeilgiftfrosches. Tabelle 1 zeigt die Polarität einiger relevanter Aminosäuren.
natriumionenkanal ratte
Abb.1: Konzentrationsverlauf von Trypanosomen und Antikörpern im Blut
Aminosäure Abkürzung Polarität
Alanin Ala unpolar
Asparagin Asn stark polar
Asparaginsäure Asp stark polar
Isoleucin Ile unpolar
Serin Ser stark polar
Threonin Thr schwach polar
Valin Val unpolar
Tab. 1: Polarität einiger Aminosäuren
3.2
Begründe mithilfe der Codesonne (siehe Anhang), welche Mutation in der DNA wahrscheinlich zur Änderung der Aminosäure an Position 429 (Ser \(\longrightarrow\) Ala) geführt hat.
2 VP
3.3
Erläutere mithilfe von Tabelle 1, welche der durch Mutationen hervorgerufenen Änderungen in der Aminosäuresequenz des Pfeilgiftfrosches (Abbildung 2) zur Ausbildung der Unempfindlichkeit gegenüber BTX\(^+\) geführt haben könnten.
2 VP
Da Pfeilgiftfrösche \(BTX\) nicht selbst synthetisieren können, nehmen sie das Gift über ihre Nahrung auf. Als Nahrungsquelle werden hierbei beispielsweise Käfer aus der Familie der Melyridae in Betracht gezogen, welche das Gift enthalten.
4
Beschreibe eine Versuchsreihe mit noch ungiftigen Jungfröschen, die den Einfluss der Melyridae-Käfer als Nahrung auf die Giftkonzentration in der Haut von Pfeilgiftfröschen untersucht.
3 VP
Pfeilgiftfrösche sind meist sehr auffällig gefärbt. Oft gibt es im gleichen Gebiet andere ungiftige Froscharten mit derselben Färbung („Nachahmer“). Dieses Phänomen wird als Mimikry bezeichnet.
5
Erläutere, weshalb die Population der „Nachahmer“ immer deutlich kleiner ist als die der „Vorbilder“.
2 VP

20 VP