Aufgabe 4 – Alkali- und Erdalkalimetalle
Zur Gewinnung von Alkali- und Erdalkalimetallen sind deren im Meerwasser enthaltenen Ionen in das Interesse der Forschung gerückt.
1
Lithium ist aufgrund seiner Verwendung in Akkumulatoren ein wichtiges Gebrauchsmetall. Ziel eines Forschungsprojekts ist es, Lithium elektrolytisch direkt aus Meerwasser zu gewinnen.
1.1
In einem Experiment wird eine wässrige Lithiumchlorid-Lösung
elektrolysiert.
- Gib alle in der Lösung enthaltenen Ionen sowie ihre Konzentrationen an.
- Stelle für alle theoretisch möglichen Elektroden-Vorgänge eine Teilgleichung auf.
- Begründe mit Hilfe der Elektrodenpotenziale die tatsächlich ablaufenden Elektroden-Reaktionen und berechne damit die zur Elektrolyse notwendige Spannung.
Hinweis: Mögliche Überspannungen sind nicht zu berücksichtigen.
(7 VP)
1.2
Eine Idee zur technischen Umsetzung der Gewinnung von Lithium aus Meerwasser zeigt Abbildung 1.

Abbildung 1: Schematische Darstellung einer Elektrolyse-Apparatur zur Gewinnung von Lithium aus Meerwasser
- Ordne den Elektroden A und B die Begriffe Anode und Kathode sowie Minus- und Pluspol zu.
- Begründe zwei Funktionen der Membran.
(4 VP)
2
Meerwasser wird zur Gewinnung von Magnesiumchlorid in wässriger Lösung verwendet.
2.1
Die Gewinnung von Magnesiumchlorid erfolgt in zwei Schritten:
(A) | Zunächst wird Calciumhydroxid-Pulver zu Meerwasser gegeben, wodurch sich schwerlösliches Magnesiumhydroxid bildet. |
(B) | Das reine Magnesiumhydroxid wird mit Salzsäure versetzt, wobei sich unter anderem Magnesiumchlorid bildet. |
- Gib für (B) eine Reaktionsgleichung an.
- Gib den Reaktionstyp an und begründe deine Angabe.
(3 VP)
2.2
Die Konzentration von Magnesium-Ionen in einer wässrigen Magnesiumchlorid-Lösung kann mit Hilfe einer Leitfähigkeitstitration ermittelt werden. Dabei läuft folgender Prozess ab:
Bei der Titration werden
der Magnesiumchlorid-Lösung unbekannter Konzentration mit einer Calciumhydroxid-Lösung der Konzentration
titriert. Dabei wird die Leitfähigkeit in Abhängigkeit des zugegebenen Volumens an Calciumhydroxid-Lösung ermittelt. Man erhält das in Abbildung 2 dargestellte Diagramm.

Abbildung 2: Diagramm der durchgeführten Leitfähigkeitstitration
- Gib für die Punkte A, B, C und D die Ionen an, die in der Lösung vorliegen und die Leitfähigkeit maßgeblich beeinflussen.
Hinweis: Magnesiumhydroxid kann als unlöslich betrachtet werden. - Berechne die Konzentration der Magnesium-Ionen in der vorgelegten Lösung.
- Begründe den Anstieg der Leitfähigkeit nach Punkt C.
(6 VP)
(20 VP)
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1.1
Ionen in der Lösung
Theoretisch mögliche Elektroden-Vorgänge
Tatsächlich ablaufende Elektroden-Reaktionen
Um die tatsächlich ablaufende Reaktion zu ermitteln, müssen die Zersetzungsspannungen für die vier verschiedenen Kombinationen der Reaktionen berechnet werden:
Die geringste Zersetzungsspannung ergibt sich also für die Elektrolyse von Wasser. Es laufen
und
mit einer Spannung von
statt.
1.2
Zuordnung der Begriffe
Funktionen der Membran (zwei erforderlich)
Elektrode A: | Minuspol, Kathode |
Elektrode B: | Pluspol, Anode |
- Trennung von Anoden- und Kathodenraum: die gebildeten Stoffe kommen in keinen direkten Kontakt
- Ladungsausgleich: es wird keine Gegenspannung aufgebaut
- Stromfluss: der Stromkreis ist geschlossen
- Trennung von Lithium und Wasser: so wird eine Reaktion und damit die Bildung von Wasserstoff verhindert
2.1
Reaktionsgleichung für (B)
Reaktionstyp
Aus der Reaktionsgleichung lässt sich entnehmen, dass die Oxonium-Ionen
ihre Protonen abgeben und die Hydroxid-Ionen
welche aufnehmen. Es findet daher eine Säure-Base-Reaktion statt.
2.2
Ionen in der Lösung
Berechnung der Magnesium-Ionenkonzentration
Der Verbrauch an Calciumhydroxid-Lösung wird an Punkt C im Diagramm abgelesen:
Daraus kann nun die Stoffmenge berechnet werden, woraus die Berechnung der Magnesium-Ionenkonzentration folgt:
Die Konzentration der Magnesium-Ionen in der vorgelegten Lösung beträgt
Begründung der ansteigenden Leitfähigkeit
An Punkt C ist ein Anstieg der Leitfähigkeit beobachtbar, da an Punkt C eine Calciumchlorid-Lösung vorliegt und durch die Zugabe der Calciumhydroxid-Lösung die Leitfähigkeit größer wird.
A: | |
B: | |
C: | |
D: |