Lerninhalte in Chemie
Abi-Aufgaben LF
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 2 – Kohlenhydrate, Fette und Proteine

Viele Nahrungsmittel werden durch Kochen, Garen, Braten oder Frittieren zubereitet. Dabei werden Kohlenhydrate, Fette und Proteine oftmals durch chemische Reaktionen verändert.
1
Stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffelchips oder Pommes Frites erfreuen sich großer Beliebtheit als Snacks oder als Beilage bei Mahlzeiten. Beim Abbau von Stärke können unter anderem Cyclodextrine und das Disaccharid Maltose entstehen.
1.1
Stärke besteht überwiegend aus Amylose und Amylopektin. Abbildung 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Molekül des Bestandteils Amylopektin.
chemie bw 2023 a2.1
Abbildung 1: Strukturformelausschnitt eines Amylopektin-Moleküls
  • Zeichne das Monosaccharid-Molekül des Amylopektin-Moleküls in FISCHER-Projektion.
  • Benenne den Monosaccharid-Baustein und seine Verknüpfungen in Amylopektin-Molekül.
(3 VP)
1.2
In einem Schullabor befinden sich drei unbeschriftete Gefäße mit weißen Pulvern. Es ist bekannt, dass es sich bei den Inhalten der drei Gefäße um Amylopektin, ein wasserlösliches Cyclodextrin und Maltose handelt. Es ist jedoch unbekannt, welcher Stoff sich in welchem Gefäß befindet.
  • Erläutere ein experimentelles Vorgehen, mit dem die drei Stoffe eindeutig zugeordnet werden können.
(3 VP)
2
Zum Frittieren von Kartoffelprodukten, z.B. beim Zubereiten von Pommes Frites, werden handelsübliche Fette verwendet.
2.1
Das Löslichkeitsverhalten von Fetten wird maßgeblich durch die Struktur ihrer Moleküle bestimmt.
  • Beschreibe den allgemeinen Aufbau eines Fettmoleküls.
  • Erkläre das zu erwartende Löslichkeitsverhalten von Fetten in Wasser und in n-Heptan.
(4 VP)
2.2
Bei der Spaltung von Fetten erhält man unter anderem Fettsäuren. Dabei unterscheidet man zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäure. In Abbildung 2 sind zwei unterschiedliche Fettsäure-Moleküle A und B dargestellt.
chemie bw 2023 a2.2
Abbildung 2: Strukturformeln eines Ölsäure-Moleküls (A) und eines Pelargonsäure-Moleküls (B)
In einem Schulexperiment werden Ölsäure bzw. Perlargonsäure in jeweils einem Reagenzglas vorgelegt. Unter Schütteln werden einige Tropfen Bromwasser zugegeben. In Fall I entfärbt sich Bromwasser spontan, in Fall II erst nach intensiver Belichtung.
  • Ordne die Begriffe gesättigte Fettsäure und ungesättigte Fettsäure den Strukturen A bzw. B aus Abbildung 2 zu und begründe die Zuordnung.
  • Stelle für beide Fälle I und II eine Reaktionsgleichung unter Verwendung von Strukturformeln auf.
    Hinweis: Vereinfachte Darstellungen, z.B. Zusammenfassen der \(CH_2\)-Strukturelemente, sind möglich.
  • Beurteile, ob ein Molekül des Reaktionsprodukts von Fall I Chiralität aufweist.
(6 VP)
3
Beim starken Erhitzen proteinhaltiger Lebensmittel in Fetten wie beispielsweise beim Braten oder Frittieren bilden sich unter anderem unerwünschte Stoffe wie Acrylamid und Ammoniak. Abbildung 3 zeigt die Struktur eines Acrylamid-Moleküls.
chemie bw 2023 a2.3
Abbildung 3: Strukturformel eines Acrylamid-Moleküls
Die Bildung von Acrylamid erfolgt dabei in mehreren Schritten:
Schritt 1: Bei Temperaturen über \(190^{\circ}C\) reagieren Fette unter anderem zu Propenal (Acrolein).
Schritt 2: Durch Reaktion von Propenal mit Sauerstoff entsteht Propensäure (Acrylsäure).
Schritt 3: Propensäure reagiert mit Ammoniak unter anderem zu Acrylamid.
  • Stelle für Schritt 2 und 3 jeweils eine Reaktionsgleichung mit Strukturformeln auf.
  • Beurteile unter Verwendung von Oxidationszahlen, ob bei den Schritten 2 und 3 Redoxreaktionen vorliegen.
(4 VP)

(20 VP)

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?