Teil B1
Eine Landschaft besteht aus Festland I, Festland II und einem Meer. In die Landschaft ist ein kartesisches Koordinatensystem (1 Längeneinheit entspricht 1 Kilometer) gelegt. Der Verlauf der Küstenlinie von Festland I wird für
durch den Graphen der Funktion
mit
beschrieben (siehe Abbildung). Der Parameter
beschreibt die Veränderungen der Küstenlinie von Festland I im Laufe der Zeit. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gilt
Die Punkte
und
liegen auf dem Graphen der Funktion
Der Punkt
ist lokaler Minimumpunkt des Graphen von

Abbildung (nicht maßstäblich)
1.1
Gib die Koordinaten des lokalen Maximumpunktes des Graphen von
an.
Zeige, dass der Graph der Funktion
im Punkt
einen Wendepunkt besitzt.
Zeige, dass der Graph der Funktion
Erreichbare BE-Anzahl: 04
1.2
Der Punkt
liegt auf der Ordinatenachse. Eine Gerade verläuft durch die Punkte
und
.
Bestimme den Schnittwinkel zwischen dieser Geraden und der Ordinatenachse.
Bestimme den Schnittwinkel zwischen dieser Geraden und der Ordinatenachse.
Erreichbare BE-Anzahl: 04
1.3
Ein Strandwanderweg verläuft entlang der Küstenlinie von Festland I von
über
zu einem Zielpunkt
Ermittle die Läge des Strandwanderweges von
bis
Der Strandwanderweg von
über
bis zu
besitzt eine Länge von
Ermittle die Koordinaten von
Der Strandwanderweg von
Ermittle die Koordinaten von
Erreichbare BE-Anzahl: 06
1.4
Zum Küstenschutz soll vom Punkt
aus eine geradlinige Buhnenreihe senkrecht zur Küstenlinie von Festland I gebaut werden. Zeige, dass die Buhnenreihe auf dem Graphen der Funktion
mit
liegt.
Die Buhnenreihe soll
ins Meer hineinragen.
Bestimme in diesem Sachzusammenhang den kleinstmöglichen Definitionsbereich von
Die Buhnenreihe soll
Bestimme in diesem Sachzusammenhang den kleinstmöglichen Definitionsbereich von
Erreichbare BE-Anzahl: 06
1.5
Der Verlauf der Küstenlinie von Festland II wird durch den Graphen der Funktion
mit
beschrieben. Ein Motorboot befindet sich im Punkt
der Küstenlinie von Festland I. Das Motorboot soll auf dem kürzesten Weg zu Küstenlinie von Festland II gelangen.
Bestimme die Länge dieses kürzesten Weges.
Ermittle die Koordinaten des Punktes, in dem das Motorboot auf die Küstenlinie von Festland II trifft.
Bestimme die Länge dieses kürzesten Weges.
Ermittle die Koordinaten des Punktes, in dem das Motorboot auf die Küstenlinie von Festland II trifft.
Erreichbare BE-Anzahl: 06
1.6
Im Laufe der Zeit hat sich der Verlauf der Küstenlinie von Festland I verändert. Vor einiger Zeit verlief die Küstenlinie von Festland I durch den Punkt
Bestimme den Parameter
so, dass der Graph der zugehörigen Funktion
die damalige Küstenlinie von Festland I beschreibt.
Bestimme den Parameter
Erreichbare BE-Anzahl: 03
1.7
Durch die sich ändernde Küstenlinie von Festland I wurden in den letzten 100 Jahren bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt
Festland im Bereich
an das Meer verloren.
Bestimme den Parameter
der Funktion
deren Graph die Küstenlinie vor 100 Jahren beschreibt.
Es gibt eine Fähre, die ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Der Anteil der Fußgänger an allen Nutzern der Fähre beträgt Bestimme den Parameter
Erreichbare BE-Anzahl: 05
1.8
Es werden 100 Nutzer der Fähre zufällig ausgewählt. Berechne die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ereignisse unter Annahme einer Binomialverteilung:
Ereignis A:
Mehr als die Hälfte dieser Nutzer der Fähre sind Radfahrer.
Ereignis B:
Es sind weniger Fußgänger unter diesen Nutzern der Fähre als zu erwarten sind.
Erreichbare BE-Anzahl: 05
1.9
Ein Ticket für Fußgänger kostet
und ein Ticket für Radfahrer
Andere Tickets werden nicht angeboten. Für den Fährbetrieb fallen pro Tag
Betriebskosten an. Im Mittel sind täglich
Nutzer der Fähre zu erwarten.
Berechne den mittleren Verlust der Fährbetreiber an einem Tag.
Der mittlere Verlust soll durch eine Erhöhung der Ticketpreise ausgeglichen werden. Dabei soll das Verhältnis der Tickepreise für Fußgänger und Radfahrer erhalten bleiben. Es wird davon ausgegangen, dass weiterhin im Mittel täglich
Nutzer der Fähre zu erwarten sind.
Berechne, um welchen Betrag der jeweilige Ticketpreis mindestens angehoben werden muss.
Berechne den mittleren Verlust der Fährbetreiber an einem Tag.
Der mittlere Verlust soll durch eine Erhöhung der Ticketpreise ausgeglichen werden. Dabei soll das Verhältnis der Tickepreise für Fußgänger und Radfahrer erhalten bleiben. Es wird davon ausgegangen, dass weiterhin im Mittel täglich
Berechne, um welchen Betrag der jeweilige Ticketpreis mindestens angehoben werden muss.
Erreichbare BE-Anzahl: 07
1.10
Die Vermutung, dass der Anteil der Radfahrer an allen Fährkunden am Wochenende
beträgt, soll mithilfe eines zweiseitigen Signifikanztests überprüft werden. Dazu werden
Nutzer der Fähre zufällig ausgewählt und ermittelt, ob die Fußgänger oder Radfahrer sind. Die Nullhypothese „Der Anteil der Radfahrer am Wochenende beträgt
“ soll überprüft werden.
Von den
zufällig ausgewählten und befragten Nutzern der Fähre waren
Radfahrer.
Untersuche, ob aus diesen Daten die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von
abgelehnt werden muss.
Von den
Untersuche, ob aus diesen Daten die Nullhypothese auf einem Signifikanzniveau von
Erreichbare BE-Anzahl: 04
1.1
Koordinaten des lokalen Maximumpunkts angeben
Mit dem GTR können die Koordinaten des Hochpunkts wie folg bestimmt werden:
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Der Taschenrechner liefert
Wendepunkt zeigen
1. Schritt: Notwendiges Kriterium nachweisen
Für eine Wendestelle
von
muss gelten
Das notwendige Kriterium für Wendestellen ist also für
erfüllt.
2. Schritt: Hinreichendes Kriterium überprüfen
Gilt zusätzlich zum notwendigen Kriterium auch
so handelt es sich bei
um eine Wendestelle von
Bei
handelt es sich also um eine Wendestelle von
3. Schritt: Zweite Koordinate nachweisen
Der Punkt
ist also ein Wendepunkt des Graphen von
2nd
trace (calc)
4: maximum
F5 (G-Solv)
F2: MAX
1.2
Schnittwinkel bestimmen
1. Schritt: Koordinaten von
bestimmen
liegt auf dem Graphen von
und auf der
-Achse.
Der Punkt
hat also die Koordinaten
2. Schritt: Schnittwinkel bestimmen
Mit den Punkten
und der
-Achse kann ein rechtwinkliges Dreieck gebildet werden, mit dessen Hilfe der gesuchte Winkel bestimmt werden kann.
Die Ankathete zum gesuchten Winkel
hat die Länge
die Gegenkathete hat die Länge
Mit dem Tangens ergibt sich nun für
Der Schnittwinkel der Geraden durch
und
mit der Ordinatenachse ist ca.
groß.

Skizze
1.3
Länge des Wegs ermitteln
Die Länge des Strandwanderweges von
bis
kann über die Bogenlänge des Graphen von
von
bis
berechnet werden. Mit der entsprechenden Formel gilt:
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Der GTR liefert
Der Strandweg von
nach
ist ca.
lang.
Koordinaten des Zielpunkts ermitteln
Es kann wieder die gleiche Formel wie oben angewendet werden. Die
-Koordinate von
ist die obere Integrationsgrenze
Es muss also folgende Gleichung nach
aufgelöst werden.
Systematisches Ausprobieren mit dem GTR liefert die folgenden Werte:
Die
-Koordinate von
ist also ca.
Die zugehörige
-Koordinate ist dann:
Die Koordinaten von
sind ca.
2nd
trace (calc)
7:
F5 (G-Solv)
F6
F3:
1.4
Lage auf dem Graphen zeigen
Die Buhnenreihe liegt auf der Normalen zum Graphen von
im Punkt
Die Steigung der Normalen kann aus der Steigung der Tangente an den Graphen von
im Punkt
berechnet werden.
Die Tangente hat die gleiche Steigung wie der Graph von
im Punkt
also:
Für die Steigung der Normalen
gilt:
Die Normale soll durch den Punkt
verlaufen:
Die Normale zum Graphen von
im Punkt
besitzt also die Gleichung
Kleinstmöglichen Definitionsbereich angeben
Die Grenzen des Definitionsbereichs von
bilden der Anfangspunkt
und der Endpunkt
der Buhnenreihe.
Der Endpunkt
soll
von
entfernt auf der Geraden
liegen. Er hat also Koordinaten der Form
Der Abstand von
und
soll
beantragen. Mit der Formel für den Abstand zweier Punkte ergibt sich folgende Gleichung:
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Der GTR liefert folgende Lösungen:
Im Fall von
würde das zweite Ende der Buhnenreihe auf dem Festland liegen, die Buhnenreihe soll aber in das Meer hineinragen, nicht ins Festland. Also kommt nur
als
-Koordinate für das zweite Ende der Buhnenreihe infrage. Der kleinstmögliche Definitionsbereich von
im Sachzusammenhang ist daher:
Die Tangente hat die gleiche Steigung wie der Graph von
Der Endpunkt
2nd
trace (calc)
5: intersect
F5 (G-Solv)
F6
F2: X-CAL
1.5
Länge des kürzesten Weges bestimmen
Der Ankunftspunkt
liegt auf dem Graphen der Funktion
und hat daher Koordinaten der Form
Der Abstand zwischen
und
kann wie im letzten Aufgabenteil nun durch folgenden Funktionsterm beschrieben werden:
beschreibt nun den Abstand zwischen dem Punkt
und dem Graphen von
Das Minimum von
im Bereich
kann mit dem GTR bestimmt werden.
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Der Taschenrechner liefert
Der kürzeste Weg ist also ca.
lang.
Koordinaten des Ankunftspunktes ermitteln
Die
-Koordinate des Ankunftspunktes
wurde oben bereits bestimmt, sie lautet
Die zugehörige
-Koordinate ergibt sich durch Einsetzen in den Funktionsterm von
Der Ankunftspunkt am Festland
hat die Koordinaten
2nd
trace (calc)
3: minimum
F5 (G-Solv)
F3: MIN
1.6
1.7
Der Graph von
beschreibt den Verlauf des Festlands
heute, der Graph der gesuchten Funktion
beschreibt den Verlauf des Festlands
vor
Jahren.
Das verloren gegangene Land entspricht der Fläche zwischen dem Graphen von
und
im Bereich
Gesucht ist also
sodass der Flächeninhalt dieser Fläche
beträgt. Der Flächeninhalt kann mithilfe eines Integrals in Abhängigkeit von
bestimmt werden:
Der Graph der Funktion
mit
beschreibt die Küstenlinie vor
Jahren.
Das verloren gegangene Land entspricht der Fläche zwischen dem Graphen von
Gesucht ist also
1.8
Die Zufallsgröße
beschreibt die zufällige Anzahl der Radfahrer unter den
zufällig ausgewählten Nutzern der Fähre.
ist binomialvertielt mit
und
Die gesuchten Wahrscheinlichkeiten können mit dem GTR berechnet werden.
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Zu erwarten ist, dass
aller Nutzer Fußgänger sind, also
Gesucht ist also die Wahrscheinlichkeit dafür, dass höchstens
Fußgänger unter den zufällig ausgewählten Nutzern sind. Dies entspricht der Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens
Radfahrer unter den zufällig ausgewählten Nutzern sind.
Die gesuchten Wahrscheinlichkeiten können mit dem GTR berechnet werden.
2nd
vars (distr)
B: binomcdf
Statistik: F5: DIST
F5: BINOM
F2: Bcd
1.9
Mittleren Verlust pro Tag berechnen
Im Mittel sind an einem Tag
Nutzer zu erwarten. Davon sind
Fußgänger und
Radfahrer.
Anzahl Fußgänger, die zu erwarten sind:
Anzahl Radfahrer, die zu erwarten sind:
Erwartete Einnahmen an einem Tag:
Der Fährbetreiber nimmt am Tag im Mittel
ein. Er macht also
Verlust.
Betrag der Erhöhung pro Ticket berechnen
Das Verhältnis der Ticketpreis soll erhalten bleiben. Im Folgenden werden die neuen Ticketpreis für Fußgänger mit
und die für Radfahrer mit
bezeichnet. Es soll also gelten:
Die neuen Ticketpreise sollen mindestens die Betriebskosten von
abdecken, die jeden Tag anfallen. Die Einnahmen, die der Fährbetrieb im Mittel an einem Tag hat, sollen also
betragen. Es folgt daher folgende Gleichung in Abhängigkeit der neuen Preise:
Die erste Gleichung lässt sich beispielsweise nach
umformen:
Dies kann in die zweite Gleichung eingesetzt werden.
Für Fußgänger gilt also:
Der Ticketpreis für Fußgänger muss also mindestens um
und der Preis für Radfahrer um
erhöht werden, um die Betriebskosten pro Tag zu decken.
Anzahl Radfahrer, die zu erwarten sind:
1.10
Betrachtet wird die Zufallsgröße
die in der Stichprobe von
zufällig ausgewählten Nutzern die zufällige Anzahl der Radfahrer beschreibt. Diese kann als binomialverteilt mit
und unbekanntem
angenommen werden. Geht man davon aus, dass
entsprechend der Nullhypothese
„Der Anteil der Radfahrer am Wochenende beträgt
“
verteilt ist, so ist
Gesucht ist nun ein Annahmebereich
der symmetrisch um den Erwartungswert von
ist. Für diesen soll aufgrund des Sginifikanzniveaus gelten:
Mithilfe der Sigma-Regeln ergibt sich:

Für
gilt mithilfe der entsprechenden Formeln für eine binomialverteilte Zufallsgröße:


Damit ergibt sich:
Der Annahmebereich für die Nullhypothese ist also
Die Anzahl der Radfahrer in der Stichprobe betrug
Dieser Wert fällt in den Annahmebereich. Die Nullhypothese muss auf einem Signifikanzniveau von
also nicht abgelehnt werden.
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