Teil B: Mediation
You are taking part in a German-American youth project in which the participants share information about changing traditions. You have decided to focus on the role of porcelain in Germany.
Based on the interview below, write an article for the project website in which you describe the current situation of manufacturing and using porcelain in Germany and the developments responsible for it.
https://www.lvz.de/Nachrichten/Panorama/Zurueck-zur-Tischkultur-Ein-Besuch-in-der-Porzellanmanufaktur-Fuerstenberg
[Zugriff am 22. September 2020]
(20 BE)
Zurück zur Tischkultur
Interview von Sophie Hilgenstock
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Herr Holler, ist das nur so ein Gefühl, oder erlebt Porzellan tatsächlich gerade
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eine Renaissance?
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Nein, anhand der Zahlen können wir leider nicht erkennen, dass es eine
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Renaissance gibt. In diesem Jahr hatten die deutschen Porzellanhersteller im
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Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 5,1 Prozent. Ähnlich sah es im
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letzten Jahr aus. Daher ist es schwierig zu behaupten, Porzellan erlebe eine
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Renaissance. Lediglich im Projektgeschäft, also im professionellen Bereich, ist die
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Nachfrage zuletzt gestiegen. In Gaststätten, Seniorenwohnanlagen und
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Krankenhäusern wird neuerdings wieder mehr Wert auf gutes Geschirr gelegt, dort
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konnten die deutschen Porzellanhersteller in den vergangenen Jahren große Erfolge
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feiern.
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Wie sieht es in Privathaushalten aus? Spätestens zu Weihnachten ist gutes
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Geschirr doch der Renner.
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Das ist richtig. Je näher Weihnachten rückt, umso besser läuft das Geschäft. Viele
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Kunden haben es dabei vor allem auf die Weihnachtskollektionen abgesehen, die
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viele Hersteller im Angebot haben. Gemeint ist Porzellan mit Weihnachtsdekor, also
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mit Tannenbäumen, Glocken und Nikoläusen. Diese Porzellanlinien funktionieren
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gut, speziell bei Familien mit Kindern.
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Woran liegt es, dass Porzellan ansonsten aus der Mode ist?
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Das hat mehrere Gründe. Der wohl wichtigste Faktor ist, dass jüngere Generationen
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weniger Wert auf hochwertiges Porzellan und Essen am gedeckten Tisch legen. Die
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sonntägliche Kaffeetafel, Familienfeiern zu Hause, Gäste zum Abendessen – die
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Anlässe, das gute Geschirr aus dem schrank zu holen, sind aus der Mode
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gekommen. Wer greift heute noch zur Kaffeekanne aus Porzellan? Man stellt seinen
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Becher direkt unter den Kaffeeautomaten oder läuft mit Thermobecher aus dem
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Haus. Das ist ein Kulturwandel, den man nur in Teilen auffangen kann – etwa, indem
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die Geschirrhersteller Coffee-to-go-Becher aus Porzellan herstellen, die man immer
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wieder verwenden kann. Aber den Trend halten wir nicht auf.
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Einst war die Porzellanmarke identitätsstiftend. Gilt Porzellan heute noch als
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Statussymbol?
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Nicht mehr so wie früher. Es ist nicht mehr die Regel, dass jede Familie ein gutes
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Geschirr besitzt oder auf eine bestimmte Marke schwört. Porzellan gehört auch nicht
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mehr typischerweise zur Aussteuer. Es gibt zwar noch Hochzeitspaare, die zur
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Trauung ein bestimmtes Service bekommen, aber die sind aus unserer Sicht viel zu
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selten geworden – die meisten wünschen sich Geld für die Hochzeitsreise. Schaut
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man sich an, wofür junge Menschen heute Geld ausgeben, liegen die Prioritäten
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ganz klar woanders: Es ist kein Problem, sich für 800 Euro ein Handy zu kaufen, bei
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hochwertigem Porzellan sieht es oft anders aus.
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Wie wollen Sie das ändern?
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Mit modernem Design, guter Qualität und pfiffigen Ideen. Das Ziel muss es sein, sich
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von den Billigimporten aus Asien abzuheben. Außerdem müssen wir Online als
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Vertriebsweg ausbauen. Uns sterben zunehmend die Fachhändler weg – gab es
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früher in jeder Kleinstadt ein klassisches Haushaltswarengeschäft, machen heute
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etwa 40 Fachgeschäfte pro Jahr in den Innenstädten dicht. Aber Porzellan will man
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anfassen, bevor man es kauft. Der Onlinehandel ist damit eine Herausforderung.
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Deutschland war einmal Porzellanland. Was ist schiefgelaufen?
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Deutschland ist in Europa weiterhin der größte Standort der Porzellanherstellung,
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und ich bin sicher, das wird auch so bleiben. Die Herausforderungen allerdings
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werden nicht kleiner. Der Endverbraucher greift oft lieber zur Dumpingware aus
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China – also zu Porzellan, das weit unter Herstellungskosten auf den Markt
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geschwemmt wird. lnzwischen gibt es deshalb auf chinesische Importware Strafzölle.
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Aber damit sind die Probleme nicht vom Tisch: Die politischen Rahmenbedingungen
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für die deutschen Porzellanhersteller sind schwierig. Sie haben europaweit die
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höchsten Energiekosten und die höchste Abgabenlast. [ ... ]
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Wie schaffen es altehrwürdige Häuser wie Meissen, KPM oder Fürstenberg,
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sich am Markt zu halten?
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In den letzten Jahren sind mit Russland oder dem Vorderen Orient wichtige
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Exportmärkte weggebrochen. Je mehr Krisen und Kriege die Welt erschüttern, umso
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schwieriger wird es auch für die Produzenten von kunsthandwerklich hergestelltem
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Porzellan. Nichtsdestoweniger gibt es weiterhin ein großes Interesse an
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individuellen, hochwertigen Produkten - von Porzellanfiguren über handbemalte
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Vasen bis hin zu aufwendig gestalteten Tellern. Wer heute noch am Markt ist, hat
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bewiesen, dass er sich trotz schwierigster Rahmenbedingungen mit seinen
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Hilgenstock, S. (2018, 10. Dezember). Zurück zur Tischkultur: Ein Besuch in der Manufaktur Fürstenberg. Leipziger Volkszeitung.
Produkten durchsetzen kann – von daher sehe ich nicht schwarz.
https://www.lvz.de/Nachrichten/Panorama/Zurueck-zur-Tischkultur-Ein-Besuch-in-der-Porzellanmanufaktur-Fuerstenberg
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Note:
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Is porcelain experiencing a renaissance as tableware?
Title
- the manufacture of porcelain, once considered a lucrative and important craft, is increasingly experiencing a decrease in demand.
- on the basis of an interview with Sophie Hilgenstock, whom Mr. Holler of the Fürstenberg porcelain manufactory asks about the current situation of the procelain craft, it can be assumed that porcelain is not experiencing a renaissance
Introduction
- looking at the current state of the craft of procelain, however, it is important to distinguish between porcelain as commissioned art and the general turnover of the craft
Main part
- sales in the porcelain industry decreased by 5.1 % compared to the previous year (interview in 2018), which is a clear indicator of decreasing demand.
- generally, the awareness and need for quality tableware has undoubtedly decreased: Expensive porcelain for Sunday coffee has been replaced by the coffee-to-go cup from Starbucks.
- the priorities of young married couples, for example, have changed: whereas in the past, wedding crockery was valued as a beautiful wedding gift, nowadays high-quality porcelain is rarely found in the inheritance or household of young families.
Reasons that speak for a decline of the porcelain craft
- however, there are also positive developments in the attitude towards high-quality porcelain - for example, despite lower sales, orders for institutions such as hospitals, nursing homes, etc. increased.
- a seasonal trend can also be identified, with demand for good porcelain increasing around Christmas in particular, both as utilitarian items and in the decorative sector.
Reasons that speak against a decline of the porcelain craft
- on the one hand, it is important that the quality and originality of the porcelain goods remain and continue to ensure a clear differentiation from discount goods.
- creating incentives for sellers on the site of porcelain, so that the craft becomes more attractive again. After all, a craft does particularly well when customers can ascertain its feel and texture on site.
- the political framework must be provided by the country: this means that tax burdens and energy costs must be reduced so that traders can afford to sell at all.
Ideas on how to revive the craft
- even if at first glance it may seem that there is no hope for porcelain, there is still hope that the craft will not die out completely.
- even today, people associate quality and the highest craftsmanship with well-known manufactories such as the one in Meissen, KMP or Fürstenberg itself. The art of porcelain has never lost this status, even if fewer customers now value this craftsmanship.
- if the porcelain craft is not to die out, on the one hand, politicians must provide the framework conditions for sellers to sell their goods without incurring too great a loss, and on the other hand, customers must be willing to appreciate genuine local craftsmanship and pay a corresponding price for it.
Conclusion