Aufgabenstellung 1 – Amsterdamer Stadtteil Buiksloterham – ein Vorbild für eine gelungene urbane Kreislaufwirtschaft?
Beantworte die Themenfrage, indem du
die Entwicklung des Stadtteils Buiksloterham bis 2014 beschreibst,
die städteplanerischen Ansätze der urbanen Kreislaufwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Hafengebiets De Ceuvel erklärst,
positive und negative Aspekte des Ansatzes der urbanen Kreislaufwirtschaft für den Stadtteil Buiksloterham diskutierst.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 – Entwicklung der nördliche Umgebung Amsterdams (1679 - 1927)
M 1a – Flächennutzung 1679

Quelle: https://www.amsterdamhv.nl/wpictures/b/buiksloterham/ze241.webp (Zugriff: 21.08.2024)
M 1b – Flächennutzung 1860

Entstehung Polder: Flache Bereiche des Meeres oder der Flüsse wurden eingedeicht und das Gebiet innerhalb der Deiche leer gepumpt. Der trockengelegte Meeresboden, nun Polder genannt, wurde so zum Festland, das besiedelt und landwirtschaftlich genutzt werden konnte.
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hoekwater_polderkaart_-_Polder_Buiksloterham.PNG (Zugriff: 21.08.2024)
M 1c – Flächennutzung 1927/28

Quelle: https://hcan.nl/foto/kaartje-noord-1927-28/ (Zugriff 21.08.2024)
M 2 – Geschichte Buiksloterhams
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1393 |
Halbinsel Volewijck gelangt unter Kontrolle der Stadt Amsterdam |
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1844 |
Eindeichung des Meeresarms zwischen Volewijck und Nes beginnt |
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1852 |
Polder vollständig entwässert und nutzbar |
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1865 |
Beginn Bauarbeiten für Nordseekanal; im Zuge der Ausbauarbeiten wird durch ein Deich- und Schleusensystem der Wasserspiegel des IJ dauerhaft gesenkt |
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1890 |
keine Brücke zum Stadtzentrum, Fläche ungenutzt, nur einige Bauerngehöfte |
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1900 |
beginnende Ansiedlung von Schiffbau- und Schwerindustrie |
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1919 |
Aufbau eines Flugzeugwerks |
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1925 |
Entstehung mehrerer Gartendörfer für sozial schwache Familien auf dem Polder |
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1951 |
Verlagerung des Flugzeugwerks nach Schiphol (Stadtteil von Amsterdam) |
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1980 |
Schließung der Schiffbauindustrieanlagen |
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1990 |
Entdeckung ehemaliger Industriegebäude von Hausbesetzern und Künstlern |
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Mitte 1990 |
Stadtteil geprägt durch eine Mischung aus großen Industriebrachen, aktiven Industriestandorten und neuen Kleinbetrieben, die zum Teil zur Kreativwirtschaft gehörten |
Quelle: https://www.verdus.nl/assets/uploads/2019/11/URD_CONTEXT-Report-2_Amsterdam-Buiksloterham.pdf S.15; https://www.amsterdam.nl/projecten/buiksloterham/geschiedenis/#:~:text=De%20Buiksloterham%20is%20een%20droogmakerij,bedrijventerreinen%20in%20de%20Noorder%20IJpolder; https://pure.uva.nl/ws/files/1523659/124693_CONTEXT_Report_2.pdf (Zugriff 21.08.2024)
M 3 – Flächennutzung Buikslotersham 2014

Beispiele für Gewerbenutzung in Buiksloterham:
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Co-Working Büros
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Großbäckerei
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Safe House für Drogenabhängige
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Restaurants
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Bürogebäude
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Antiquitätenläden
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Kultur- /Freizeiteinrichtungen
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Leichtindustrie
Quelle: https://www.metabolic.nl/publications/circular-buiksloterham-roadmap-amsterdams-first-circular-neighborhood/ (S.88) (Zugriff 21.08.2024)
M 4 – Amsterdams Strategie für eine Kreislaufwirtschaft
Quelle: https://www.amsterdam.nl/en/policy/sustainability/circular-economy/ (Zugriff 21.08.2024)
M 5 – Die kreisförmige Stadt beginnt in Buiksloterham
Quelle: https://www.metabolic.nl/publications/circular-buiksloterham-roadmap-amsterdams-first-circular-neighborhood/ (Zugriff 21.08.2024)
M 6 – Projektumsetzung De Ceuvel (Auswahl)
a) Cafe de Ceuvel
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fast ausschließlich aus gebrauchten und recycelten Materialien gebaut
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regionale Baumaterialien (z. B. Holz aus den Niederlanden oder Nordfrankreich)
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angebotene Lebensmittel sind Bio; stammen größtenteils vom Landzicht Hof in der Nähe oder anderen kleinen Bio-Bauernhöfen
b) Wärmepumpe
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jedes Büroboot verfügt über eine Luft-Luft-Wärmepumpe
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von warmer Luft, die das Boot verlässt, werden 60 % der Wärme im Innenbereich wieder genutzt
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Pumpe wird mit Strom betrieben, welcher z. T. durch die Solarpaneele auf dem Dach erzeugt wird
c) Phytoremediation
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Ansatz zur biologischen Sanierung verseuchter Böden
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Nutzung verschiedene Gräserarten, Rohrkolbengewächse und Pappeln etc.
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Pflanzen zersetzen organische Verbindungen, absorbieren Schwermetalle
d) Die Boote
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17 Hausboote günstig erworben, umfangreich renoviert und Errichtung ohne Fundament auf dem Arealboden
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bieten Platz für verschiedene Künstler, innovative Start-ups und kreative Unternehmer
e) Abwassersystem

Definition Bioraffinerie: Raffinerie, die Biomasse in ihre Bestandteile zerlegt und möglichst vollständig nutzt.
Quelle: https://deceuvel.nl/nl/about/sustainable-technology/; https://www.garten-landschaft.de/de-ceuvel/; https://www.metabolic.nl/news/opening-the-cleantech-playground/ (Zugriff 09.04.2024)
M 7 – Statistiken zu Buiksloterham
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2019 |
2020 |
2021 |
2022 |
2023 |
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Einwohnerzahl |
985 |
1.354 |
1.875 |
2.133 |
2.418 |
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Haushalte insgesamt |
414 |
572 |
882 |
1.003 |
1.444 |
|
Einpersonenhaushalte |
148 |
197 |
379 |
421 |
711 |
|
Anzahl Paare mit Kindern |
161 |
219 |
259 |
292 |
322 |
|
Hauswert (€) |
252.500 |
337.000 |
348.500 |
376.500 |
558.000 |
|
Anzahl der Unternehmen im Stadtteil |
687 |
749 |
825 |
903 |
935 |
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Bildungsstand der Bewohner im Alter von 15-75 Jahren (2022) |
61,8 % Hochschulabschluss 21,8 % Mittlerer Schulabschluss 16,4 % Niedriger Schulabschluss |
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Quelle: Zusammenstellung aus: https://allecijfers.nl/buurt/buiksloterham-zuid-amsterdam/#opleidingsniveau; https://allecijfers.nl/buurt/buiksloterham-noord-amsterdam/#opleidingsniveau; https://onderzoek.amsterdam.nl/interactief/dashboard-kerncijfers?tab=indicator&thema=bevolking&indicator=BEVMIGGEEN&indeling=buurten&jaar=2024&gebied=NB04&taal=nl (Zugriff 16.04.2024)
M 8 – „Wohnquartier Poppies“ – ein Beispiel der Bautätigkeit in Buiksloterham

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Standort: Klaprozenweg, Ridderspoorweg, Amsterdam Buiksloterham
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Einrichtungen für Gemeinschaftswohnen: Eingang mit Schließfachwand, Küche, Ausstellungsraum, Lounge, Co-Working, Wäscherei, Repair-Café, Dach- und Innengärten, Urban Farming, Dachpavillon und Terrasse mit Outdoor-Fitnessstudio und Küche, Mobilitätszentrum mit gemeinsam genutzten Fahrrädern und Autos
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Wohnungen: 98 Studio Lofts 42 m2
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Baubeginn: 2025
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Bauweise des Wohnquartiers: Poppies besteht vollständig aus vorgefertigten Holzmodulen, die die Dauer und den CO2-Fußabdruck des Baus reduzieren. Das Gebäude ist nettopositiv, d. h. es produziert durch die Nutzung von Solar- und Erdwärme mehr Strom und Wärme, als es verbraucht. Es ist außerdem CO2-neutral, was bedeutet, dass 80 % der Baumaterialien erneuerbar, biobasiert, recycelbar oder wiederverwendbar sind.
Quelle: https://www.mamapioneers.com/poppies/home (Zugriff 24.10.2024)
M 9 – Meinungen zum Planungsgebiet Buiksloterham
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Tycho Hellinga, Programmdirektor des Projekts De Ceuvel |
„Aufwertung ist an sich nichts Schlechtes. Hier lag alles still, nach den Pleiten der Werften stiegen Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Nun bewege sich etwas. Es kommen Geld und Jobs in den Norden. Aber das alte Amsterdam stirbt immer weiter aus, reiche Leute kaufen die Stadt auf.“ |
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Sanderine van Odijk, Vorsitzende des Experimentier-Zentrums |
„Die Entwicklung von De Ceuvel war unglaublich wichtig für die weitere Entwicklung von Buiksloterham. Es hat eine Bewegung ins Leben gerufen. Es gab Leute, die die Chance nutzten, und es begann, sich ein Interesse an der Schaffung einer Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Waternet – ein Wasserunternehmen, das den gesamten Wasserkreislauf betrachtet – begann als Partner für De Ceuvel zu arbeiten und baut nun ein neues Abwasseraufbereitungszentrum für den Norden von Amsterdam. Diese innovative Anlage wird Abwasser aufbereiten und Nährstoffe zur Wiederverwendung extrahieren.“ |
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Marieke Top, Entwicklerin einer Wohnungsbaufirma |
„Die Niederlande führten 2018 neue Bauvorschriften ein, die den Einsatz recycelter Materialien vorschreiben. Wir verwenden nun in unseren neuen Gebäuden mehr recycelte Materialien. Andere Länder scheuen diesen Weg, da oft noch keine Qualitätsstandards für recycelte Baumaterialien festgelegt wurden. Auch für uns ist ein hoher Anteil an Sekundärmaterialien, wie z. B. recycelter Beton, noch schwierig." |
Quelle: https://www.spiegel.de/reise/staedte/amsterdam-szeneviertel-noord-der-hipster-hafen-a-1143014.html; https://www.eco-business.com/news/how-amsterdam-turned-a-polluted-industrial-site-into-its-most-interesting-neighborhood/ (Zugriff 23.04.2024)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Beschreibung der Entwicklung des Stadtteil Buiksloterham bis 2014
Räumliche Einordnung
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Amsterdam liegt im Westen der Niederlande am Meeresarm IJ. Buiksloterham befindet sich am nördlichen Ufer des IJ, nördlich des Stadtzentrums, wird vom Johan-van-Hasseltkanaal durchzogen und liegt westlich des Nordholland-Kanals. (Atlas, M1b, M1c)
Voraussetzungen der Entwicklung
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1679 lag das Gebiet noch vollständig unter Wasser; die Halbinseln Volewijck und Nes begrenzten den Meeresarm. Eine Nutzung war daher zunächst nicht möglich. (M1a)
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Mit der Eindeichung ab 1844 und der vollständigen Entwässerung 1852 entstand ein Polder. Erst dadurch wurde das Gebiet für Landwirtschaft, Besiedlung und weitere Entwicklung nutzbar. (M1b, M2)
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Im 19. Jahrhundert blieb Buiksloterham zunächst überwiegend ländlich geprägt. Wegen der fehlenden Brücke zum Zentrum war das Gebiet randständig. Es gab nur wenige Bauerngehöfte. (M2)
Industrielle Prägung des Stadtteils
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Mit dem Ausbau des Nordseekanals verbesserten sich die Standortbedingungen deutlich. Seit etwa 1900 siedelten sich deshalb Schiffbau- und Schwerindustrie an. 1919 kam ein Flugzeugwerk hinzu. (M2)
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Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Buiksloterham zu einem klaren Industriegebiet. Große Gebäude entstanden vor allem an den Kanälen, etwa für Schiffbau, Flugzeugbau oder Industrieproduktion. (M1c)
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Zwar entstanden 1925 auf dem Polder Gartendörfer für sozial schwache Familien, im eigentlichen Stadtteil Buiksloterham spielte Wohnbebauung aber weiterhin kaum eine Rolle. (M1c)
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Der Großteil der Flächen war industriell genutzt. Grünflächen fehlten weitgehend, und auch das Straßennetz war nur schwach ausgeprägt. (M1c)
Bedeutungsverlust, Umbruch und Situation 2014
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Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts verlor das Gebiet an industrieller Bedeutung. Das Flugzeugwerk wurde 1951 nach Schiphol verlagert, die Schiffbauindustrieanlagen wurden 1980 geschlossen. (M2)
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Seit den 1990er-Jahren wurde der Stadtteil durch eine Mischung aus aktiven Industriestandorten, Industriebrachen, Kleingewerbe sowie Nutzungen durch Künstler und Kreativwirtschaft geprägt. (M2)
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2014 dominieren vor allem Gewerbeflächen für produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen, etwa Büros, Großbäckerei, Restaurants, Antiquitätenläden, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Leichtindustrie. (M3)
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Gleichzeitig sind einige Brachflächen vorhanden, vermutlich als Reste ehemaliger Industrienutzung. Auffällig ist außerdem, dass kaum Wohnbebauung und keine Grünflächen erkennbar sind. (M3)
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Nur einzelne Flächen befinden sich bereits in der Neuentwicklung. Dazu gehört auch De Ceuvel im Osten des Stadtteils am Johan-van-Hasseltkanaal. (M3)
Fazit
Insgesamt entwickelte sich Buiksloterham von einem überfluteten Naturraum über einen ländlich geprägten Polder zu einem Industriegebiet. Nach dem Niedergang der klassischen Industrie begann seit den 1990er-Jahren ein Strukturwandel, sodass der Stadtteil 2014 als gewerblich geprägtes Umbruch- und Revitalisierungsgebiet eingeordnet werden kann.
Erklärung der städteplanerischen Ansätze der urbanen Kreislaufwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Hafengebiet De Ceuvel
Ziele der urbanen Kreislaufwirtschaft in Amsterdam
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Amsterdam verfolgt mit der Kreislaufwirtschaft das Ziel, eine gesunde, grüne und nachhaltige Stadt zu werden, in der wertvolle Rohstoffe und Ressourcen nicht verschwendet, sondern möglichst lange im Nutzungskreislauf gehalten werden. (M4)
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Konkret soll der Einsatz neuer Rohstoffe bis 2030 halbiert werden. Bis 2050 soll Amsterdam vollständig kreislauforientiert wirtschaften. Damit geht es um eine deutliche Verringerung des Verbrauchs neuer Materialien. (M4)
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Materialflüsse sollen von der Beschaffung bis zur Verarbeitung untersucht und so umgestaltet werden, dass mehr Rohstoffe zurückgewonnen und erneut genutzt werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei besonders Konsumgüter, die bebaute Umwelt sowie Lebensmittel- und organische Abfallströme. (M4, M5)
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Buiksloterham wird in der Planung als Motor des städtischen Wandels gesehen. Das ehemalige Industriegebiet soll zu einem Ort werden, an dem neue saubere Technologien erprobt und urbane Stoffkreisläufe praktisch geschlossen werden. (M5)
De Ceuvel als konkretes Beispiel für Kreislaufwirtschaft
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De Ceuvel liegt im Osten Buiksloterhams am Johan-van-Hasseltkanaal auf einem ehemaligen Schiffbau- und Reparaturgelände beziehungsweise alten Industrieareal. Damit wird ein bereits vorbelasteter Standort für eine neue Nutzung umgestaltet. (M3, M5)
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Das Projekt wurde 2014 eröffnet und soll ein Vorbild für eine neue Form nachhaltiger Stadtentwicklung sein. Es besteht aus umgerüsteten Hausbooten an Land, einem Café und einem Experimentier-Zentrum für Rohstoffrecycling. (M5)
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De Ceuvel verfolgt besonders ambitionierte Ziele, etwa 100 % erneuerbare Elektrizität, Heizung und Warmwasser, 100 % Wasserautarkie und Abwasserbewirtschaftung, 50–70 % Nährstoffrückgewinnung sowie 10–30 % Nahrungsmittelproduktion vor Ort. Daran wird deutlich, dass nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern möglichst viele Ressourcenströme in Kreisläufe überführt werden sollen. (M5)
Städteplanerische Ansätze der urbanen Kreislaufwirtschaft in De Ceuvel
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Ein zentraler Ansatz ist das Recycling von Baumaterialien. Die Hausboote wurden günstig erworben, umfangreich renoviert und weitergenutzt, statt sie zu verschrotten. Auch das Café wurde fast ausschließlich aus gebrauchten und recycelten Materialien errichtet. Dadurch werden neue Rohstoffe eingespart. (M5, M6)
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Die Boote wurden ohne Fundament auf dem Arealboden errichtet. Das ist städteplanerisch bedeutsam, weil die Nutzung dadurch vergleichsweise flexibel bleibt und die baulichen Eingriffe in den Untergrund begrenzt werden. (M6)
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Im Café werden regionale Baumaterialien wie Holz aus den Niederlanden oder Nordfrankreich verwendet. Auch die angebotenen Lebensmittel stammen größtenteils von nahegelegenen Bio-Höfen. Dadurch werden Transportwege verkürzt und regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt. (M6)
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De Ceuvel setzt auf Solarpaneele und Luft-Luft-Wärmepumpen. Ein Teil des benötigten Stroms wird direkt vor Ort erzeugt, und rund 60 % der Wärme aus dem Innenbereich werden wieder genutzt. Damit sinkt der Bedarf an fossilen Energieträgern und Energie wird im Kreislauf geführt. (M6)
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Ein weiterer städteplanerischer Ansatz ist die eigenständige Wasser- und Abwasserorganisation. Abwasser und Regenwasser werden gereinigt und wieder nutzbar gemacht, sodass die Boote und das Café mit Wasser versorgt werden können. Damit wird auch der Wasserkreislauf in das Planungskonzept eingebunden. (M5, M6)
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Urin, Toilettenabfälle und Küchenabfälle werden gesammelt, aufbereitet und anschließend als Dünger im Treibhaus genutzt. Dadurch werden organische Reststoffe nicht entsorgt, sondern erneut verwendet. Der Kreislauf von Abfall zu Ressource wird geschlossen. (M6)
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Das frühere Industriegelände war kontaminiert. Mithilfe der Phytoremediation, also der biologischen Bodensanierung durch Pflanzen wie Gräser, Rohrkolbengewächse oder Pappeln, werden Schadstoffe aus dem Boden aufgenommen oder organische Verbindungen zersetzt. So wird ein belasteter Raum ökologisch aufgewertet und wieder nutzbar gemacht. (M6)
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Das Experimentier-Zentrum für Rohstoffrecycling macht deutlich, dass De Ceuvel nicht nur ein Bauprojekt, sondern auch ein Labor für neue urbane Technologien ist. Damit soll das Gebiet Impulse für die weitere Entwicklung Amsterdams geben. (M5)
Fazit
Insgesamt verfolgt Amsterdam mit der urbanen Kreislaufwirtschaft einen erweiterten Ansatz nachhaltiger Stadtentwicklung, bei dem nicht nur Rohstoffe eingespart, sondern auch Stoffkreisläufe in den Bereichen Bau, Energie, Wasser und Abfall möglichst geschlossen werden sollen. De Ceuvel zeigt diesen Ansatz besonders anschaulich, da dort ein ehemaliges Industrie- und Brachgelände durch die Wiederverwendung von Hausbooten und Baumaterialien, den Einsatz erneuerbarer Energien, Wasserautarkie, Abwasserbewirtschaftung sowie Nährstoff- und Lebensmittelkreisläufe nachhaltig umgestaltet wird. Damit ist De Ceuvel nicht nur ein einzelnes Projekt, sondern ein modellhafter Experimentier- und Entwicklungsraum, der verdeutlicht, wie urbane Kreislaufwirtschaft praktisch umgesetzt und für die weitere Stadtentwicklung nutzbar gemacht werden kann.
Diskussion der positiven und negativen Aspekte des Ansatzes der urbanen Kreislaufwirtschaft für den Stadtteil Buiksloterham
Ökologische Dimension
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Ressourcenschonende Flächennutzung (+)
Die urbane Kreislaufwirtschaft nutzt einen ehemaligen Industrie- und Brachstandort weiter, statt neue unbebaute Flächen zu beanspruchen. Dadurch wird die Revitalisierung innerstädtischer Flächen gefördert und eine nachhaltigere Stadtentwicklung unterstützt. (M5, M9)
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Nachhaltige Bauweise und Energieversorgung (+)
Projekte wie De Ceuvel und das Wohnquartier Poppies setzen auf recycelte beziehungsweise wiederverwendbare Materialien, Holzmodule, Solarpaneele, Wärmepumpen und weitere erneuerbare Energien. Dadurch werden Rohstoffe eingespart und der Verbrauch fossiler Energieträger gesenkt. (M5, M6, M8)
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Schließung von Stoffkreisläufen (+)
Ein großer Vorteil ist, dass Wasser-, Energie-, Nährstoff- und Materialkreisläufe möglichst geschlossen werden sollen. Gerade De Ceuvel zeigt mit Wasserautarkie, Abwasserbewirtschaftung und Nährstoffrückgewinnung, wie dieser Ansatz praktisch umgesetzt werden kann. (M4, M5, M6)
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Vollständige Kreislaufwirtschaft nur begrenzt steuerbar (-)
Problematisch ist jedoch, dass sich die Erfolge vor allem auf die bebaute Umwelt beziehen. In privaten Konsumbereichen, etwa beim Kauf, Verbrauch oder der Reparatur von Alltagsprodukten, hat die Stadt deutlich weniger Einfluss, sodass eine vollständig umgesetzte Kreislaufwirtschaft unsicher bleibt. (M4, M9)
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Begrenzter Einsatz von Sekundärmaterialien (-)
Zwar wird der Einsatz recycelter Baustoffe politisch gefördert, doch fehlen teilweise noch Qualitätsstandards. Dadurch bleibt die Nutzung von Sekundärmaterialien in der Praxis bisher schwieriger als geplant. (M9)
Ökonomische Dimension
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Förderung von Innovation und Technologieentwicklung (+)
Buiksloterham entwickelt sich zu einem Experimentier- und Modellraum für neue Technologien. Besonders die Zusammenarbeit von De Ceuvel mit Waternet zeigt, dass aus dem Stadtteil Impulse für innovative Lösungen, etwa in der Abwasseraufbereitung und Nährstoffrückgewinnung, hervorgehen können. (M5, M9)
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Wirtschaftliche Belebung des Stadtteils (+)
Der Stadtteil gewinnt wirtschaftlich an Dynamik. So stieg die Zahl der Unternehmen von 687 im Jahr 2019 auf 935 im Jahr 2023, und laut Material kommen wieder Geld und Arbeitsplätze in den Norden Amsterdams. (M7, M9)
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Zukunftsfähige Stadtentwicklung (+)
Durch nachhaltige Bauprojekte, neue Wohnformen und kreislauforientierte Planung wird Buiksloterham als moderner und zukunftsorientierter Standort aufgewertet. Das kann die Wettbewerbsfähigkeit des Stadtteils langfristig stärken. (M4, M5, M8)
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Hoher Investitionsbedarf (-)
Gleichzeitig ist die Transformation zur Kreislaufwirtschaft mit hohen Kosten verbunden. Zwar stellt Amsterdam finanzielle Mittel bereit, die Ziele sind aber sehr ambitioniert, sodass zusätzliche Investitionen notwendig sein können. (M4, M10)
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Unsicherheiten für Bauträger und Unternehmen (-)
Neue Vorgaben zum Einsatz recycelter Materialien fördern zwar nachhaltiges Bauen, können den Bauprozess aber auch erschweren oder verteuern. Gerade fehlende Standards machen die praktische Umsetzung für Unternehmen teilweise unsicher. (M9)
Soziale Dimension
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Neue Wohn- und Gemeinschaftsangebote (+)
Die Zahl der Haushalte ist deutlich gestiegen, zugleich entstehen durch neue Projekte zusätzliche Wohnangebote. Gemeinschaftsräume, Co-Working-Bereiche, Repair-Cafés, Dachgärten und andere Treffpunkte können das Zusammenleben im Stadtteil stärken. (M7, M8)
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Beteiligung unterschiedlicher Akteure (+)
Positiv ist außerdem, dass die Entwicklung laut Material in Zusammenarbeit mit Unternehmen, sozialen Initiativen und Einwohnern erfolgen soll. Dadurch besteht grundsätzlich die Chance, verschiedene Interessen in die Planung einzubeziehen. (M4, M10)
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Gefahr der Gentrifizierung (-)
Gleichzeitig zeigen sich klare Hinweise auf soziale Ungleichheit. Die Hauswerte stiegen stark von 252.500 € im Jahr 2019 auf 558.000 € im Jahr 2023, und im Material wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass reiche Menschen die Stadt zunehmend aufkaufen. (M7, M9)
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Sozioökonomische Segregation (-)
Der hohe Anteil an Personen mit Hochschulabschluss von 61,8 % spricht dafür, dass vor allem gut ausgebildete und vermutlich einkommensstärkere Gruppen vom Wandel profitieren. Dadurch könnte die soziale Durchmischung des Stadtteils eingeschränkt werden. (M7)
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Begrenzte Familienfreundlichkeit (-)
Die Neubebauung ist teilweise stark auf kleinere Wohneinheiten ausgerichtet, etwa auf Studio-Lofts mit 42 m2. Gleichzeitig ist der Anteil an Einpersonenhaushalten hoch, sodass Familien im neuen Stadtteilkonzept eher weniger im Mittelpunkt stehen. (M7, M8)
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Verlust des ursprünglichen Stadtteilcharakters (-)
Durch Aufwertung, Neubauten und den Zuzug neuer Bevölkerungsgruppen verändert sich Buiksloterham stark. Das kann dazu führen, dass der ursprüngliche Charakter des Viertels zunehmend verloren geht. (M9)
Fazit
Insgesamt bietet die urbane Kreislaufwirtschaft für Buiksloterham vor allem ökologisch und ökonomisch große Chancen. Besonders die ressourcenschonende Nutzung ehemaliger Industrieflächen, die Förderung nachhaltiger Bauweisen und der Einsatz erneuerbarer Energien tragen dazu bei, die Nachhaltigkeit des Stadtteils zu erhöhen. Gleichzeitig wird Buiksloterham als innovativer und wirtschaftlich attraktiver Standort gestärkt, der auch für andere Stadtteile eine Vorbildfunktion haben kann. Problematisch ist jedoch, dass die soziale Dimension bisher weniger stark berücksichtigt wird: steigende Hauswerte, Anzeichen von Gentrifizierung, soziale Segregation und die eher geringe Ausrichtung auf Familien zeigen, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von der Entwicklung profitieren. Buiksloterham kann daher insgesamt als innovatives Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung bewertet werden, langfristig überzeugend ist dieser Ansatz aber nur dann, wenn ökologische, ökonomische und soziale Ziele stärker miteinander in Einklang gebracht werden.